So, hier nun das Update fuer Oktober. Das Update fuer November erfolgt Anfang Dezember 2007. Alle Reviews, wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.

ANDY BUTLER
„New Test Sounds” CD
( MySpace.com/AndyButlerAndThe905s , Release Date: August 2007 )
Da muss man ja auch erstmal hintersteigen! War naemlich am raetseln, ob es
sich bei dieser CD um ein reines Solo-Projekt handelt, oder ob noch weitere
Musiker in diesem Aufnahme-Prozess involviert waren. Ich tippte ja auf ersteres
und sollte Recht behalten! Andy hat die 11 Tracks im Alleingang ganz gut
gemanagt. Klar gibt es hier und da einige Schwachstellen, wie etwa bei der
Einspielung des Schlagzeugs, aber das haelt sich in Grenzen. Okay, die Gitarre
haette auch ein wenig mehr dominieren koennen, doch so ein Konzept erst einmal
in die Tat umzusetzen ist und bleibt schon ein ziemlicher Kraftakt. Und wer sich
dabei nicht auf sein Taktgefuehl hundertprozentig verlassen kann, sollte von
solch einem Vorhaben am besten die Fingerchen lassen. Fuer seine Live-Auftritten
hat Andy in THE 905´s eine zuverlaessige Backin´-Band gefunden. Also bleibt
einem da der Anblick einer Ein-Mann-Band wie im Zirkus mit halbem Schlagwerk auf
dem Ruecken gluecklicherweise erspart. Andy steht uebrigens ganz doll auf
Hand-Claps! Kein grosses Hexenwerk aber, da sich seine Musikstuecke
hauptsaechlich im 70er Punkrock-Nahbereich abspielen. Hab ich eigentlich schon
erwaehnt dass Andy aus Toronto kommt und vorher, Ende der 80er/Anfang der 90er
in Bands wie THE CAUSE oder PANIC CITY gespielt hat? Musikalische Parallelen zu
TEENAGE HEAD sind da ebenfalls nicht verkehrt. Mit ihnen hat Andy vor kurzem auf
einer Buehne gestanden. Er war anscheinend so beeindruckt von einer der ganz
grossen kanadischen Punk-Rock’n’Roll-Bands, dass er direkt einen Song ueber sie
verfasste, den man mit „Hamilton Head“ auf der CD vernehmen kann. Aber auch
allein an der Gitarrenhaltung merkt man, das Andy ein ebenso grosser Fan von
JOHNNY THUNDERS und den NEW YORK DOLLS ist. Fazit: Seine Solo-Einspielung ist
fuer das Erste voll und ganz aufgegangen. Hoffentlich hoeren wir in absehbarer
Zeit noch mehr von ihm!
( * * * * )

ARTLESS
„Tanzparty Deutschland“ CD
( Teenage Rebel Records / Teenage-Rebel.de , Release Date: 05. Oktober 2007 )
Die CD setzt sich aus dem „Tanzparty Deutschland“-Demo (1980) und einer
Live-Aufnahme aus Essen vom Juli 1981 zusammen. Ich meine, dass ich die
Live-Sache selbst noch als Tape besitze. Beim Anhoeren kommen auf jeden Fall
massig Erinnerungen hoch! Als ich z.B. mit meiner zweiten Band NOTAUSGANG
gemeinsam mit Artless im Herbst 1980 auf einer Buehne stand! Da der Laden so
abgelegen war, wurden die Leute auf einem Samstagabend aus dem Duisburger
Punker-Treff „Expresso“ in ein oder zwei Autos hin- und her gekarrt. Das hatte
noch Charme! Ich kenn noch jeden gottverdammten Song! Warum reformieren sich
Artless nicht noch einmal? Nur einmal! Bitte! Aber ich glaub, die ehemaligen
Bandmitglieder sind heutzutage in alle Windrichtungen verstreut! In einer Zeit
wo stereotype Bands die Punkrock-Szene hauptsaechlich beherrschen waeren Artless
allerdings wieder was wirklich Auffaelliges! Ich hab auch noch Fotos von Artless
aus dem Proberaum, wo wir sie mal besucht haben. Die NICHTS-Saengerin war damals
auch anwesend! Meine Fresse, ist das schon lange her! Aber die Pictures aus dem
Proberaum muss ich irgendwann mal raussuchen und auf meine 3RD-Page stellen!
OPEN SCORE’S „Vertigo“ vom „Farewell To The Roxy“-Sampler spielten Artless
damals auch. Aber sie brauchten sich nicht wirklich hinter solchen Cover-Songs
zu verstecken. Denn ihr durch und durch ´77er beeinflusster Sound hatte von
Beginn an einen absoluten eigenen Stil! Das fing schon mal bei den Texten an.
Die Jungs dachten damals schon um die Ecke, wenn man sich da nur mal den Texte
zu „Punk 80“ oder „Peace & Anarchy“ durchliest! Ausserdem waren viele Songs der
Soundtrack vom ersten Duisburger Punk-Film “No Future – Kein Bock auf
Illusionen” gewesen, der die ARD 1981 sonntags um elf ausstrahlte. Hab diesen
und auch den zweiten Film nur noch als ziemlich schlechte VHS-Mitschnitte. Die
muessen aber bald mal auf DVD erscheinen! Artless kamen meines Wissens aus
Oberhausen. Jedenfalls hatten sie in Oberhausen ihren Proberaum damals gehabt.
Daran kann ich mich noch ganz gut erinnern. Die Band war damals schon
musikalisch verdammt weit! Sie hatten zwei Spitzengitarristen, einen echten
Malocher am Schlagzeug, einen coolen Bassisten und ein noch cooleren Saenger.
Das ergaenzte sich einfach perfekt! Schade nur, das es Artless niemals geschafft
haben ein ordentliches Studio fuer ihre Songs aufzusuchen. So muss man sich halt
mit etwas dumpf klingenden Aufnahmen zufrieden geben. Aber das macht auch wieder
irgendwie den ganz besonderen Reiz dieser „punkhistorischen Aufnahmen“ aus, wie
es so treffend auf dem CD-Cover formuliert wurde. Ruediger, da hast du mit
deinem Label echte Aufarbeitung geleistet! Punk sei Dank! Klassiker!
( * * * * * * )

THE BRIEFS
„The Greatest Story Ever Told“ CD/DVD digi-pak
( BYO Records / BYORecords.com , Release Date: 23. Oktober 2007 )
Bei der CD handelt es sich um eine BBC-Session mit acht Songs, u.a. dabei
„New Shoes“, „My Baby Is A Communist“ und „Gary Glitter´s Eyes“. Wie immer,
astrein von der Band vorgetragen! Die DVD war ja ewig lange in Vorbereitung,
aber nun ist sie endlich draussen! Und es lohnt sich auf jeden Fall, mal einen
naeheren Blick rein zuwerfen! Schade nur, dass wie etwa bei der US-Version zur
DVD „AMERICAN HARDCORE“ kein englischer Untertitel eingeblendet wird. Denn so
ganz ohne diese doch sehr hilfreiche Geste, bin ich ein wenig aufgeschmissen mit
meinen duerftigen Englischkenntnissen. Zumal der Ton immer mal wieder zwischen
sehr leise und extrem laut schwankt. Bedeutet, das bei den
Gespraechsmitschnitten besonders Ex-Bassist und Bandliebling bei den Fans, Lance
Romance unverstaendliches vor sich hin nuschelt. Das nervt ein wenig! Aber
entschaedigt wird man in der 85-minuetigen Dokumentation mit jeder Menge anderem
sehenswerten Punkrock-Kram. Wie etwa die Aufnahmen von fruehen Live-Shows, die
Gastauftritte von Captain Sensible (THE DAMNED), Jack Grisham (TSOL) und Lars
Fredricksen (RANCID), oder aber auch die Einspielungen, als sie kurzfristig den
support fuer die TOTEN HOSEN bei einigen Shows in Deutschland uebernahmen.
Dazwischen immer wieder kurze Interviewbloecke mit den Briefs, die ich, wie
schon eingangs erwaehnte, leider nur zur Haelfte kapiere. Im Bonus-Teil zeigt
Lance Romance unter „Looking Through Lance Eyes“ eine Auswahl seiner ueppigen
Sonnenbrillensammlung. Sehr originell und unterhaltsam!!! Und auch ihre
bisherigen Videos „Poor And Weird“, „Orange Alert”, „Ain´t It The Truth” und „Getting
Hit On At The Bank” kann man sich anschauen. Komisch, nur „Stuck On You“
funktioniert irgendwie nicht bei mir, weder auf Computer noch auf DVD-Player.
Bevor aber die eigentliche DVD der Briefs so richtig durchstartet wird am Anfang
noch ein kurzer Trailer zur BYO-Dokumentation mit dem Titel „Let Them Know“
gesetzt, dessen DVD im Fruehjahr 2008 erscheinen soll. Nicht zu verachten auch,
das ausgezeichnete Outfit des digi-pak! Briefs-Fans weltweit werden mit dieser
DVD mehr als nur zufrieden sein! Klasse-Teil! Eben Punk Rock!
( * * * * * + )

CHAOS U.K.
„Total Chaos – The Singles Collection“ CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 12. Oktober 2007 )
Hier ist „Cherry Red” wohl ein kleiner Fehler unterlaufen. Denn bei dieser
19-Song-CD handelt es sich keineswegs um eine reine Singlekollektion, sondern in
erster Linie geht es hier um ihr erstes Album, was Anfang 1983 auf „Riot City
Records“ veroeffentlicht wurde. Ein Jahr zuvor erschienen allerdings zunaechst
ihre ersten beiden 7“inch-EPs mit den Titeln „Burning Britain“ (so, jetzt
muesste auch allen klar sein, woher der Titel von Ian Glasper´s Buch ueber den
U.K. Punk von 1980 bis 1984 stammt) und „Loud, Political And Uncompromising“.
Die EP-Tracks sind sozusagen der Bonus-Anteil an dieser CD und geben somit,
inkl. der LP komplett die Fruehphase der Gruppe wieder. Chaos U.K. gruendeten
sich 1979, in der Naehe von Bristol und zwar in Portishead. Obwohl einige
Bandmitglieder – wie etwa ihr Gitarrist Andy Farrier – schon 1977 mit Punk Rock
in Beruehrung kamen und ihnen Bands wie THE ADVERTS, THE DAMNED und SEX PISTOLS
sehr zusagten, promenierten sie wenige Jahre spaeter doch auf voellig
andersartigen musikalischen Pfaden und fuehrten mit Bands wie DISCHARGE,
DISORDER oder CHAOTIC DISCHORD die erste britische Hardcore-Welle an. Heute
klingelt es jedem angenehm in den Ohren, angefangen von den frueheren
Hardcore-Nietenkaiser-Punx bis hin zu aktuellen Bands wie TOTAL CHAOS oder THE
CASUALTIES, wenn der Name Chaos U.K. faellt, und dabei Songs wie „Four Minute
Warning“, „Kill Your Baby“ oder „No Security“ die Runde machen.
( * * * )
DEMENTED ARE GO
„In Sickness & Health” CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 10. September 2007 )
Lange war die CD-Veroeffentlichung vom ersten Album der Band aus dem Jahre
1986 auf „ID Records“ damals raus gekommen vergriffen. Nun hat „Cherry Red“ die
14 LP-Songs re-mastern lassen und mit zwei ziemlich raren Tracks als Bonus (natuerlich
auch im Studio ueberarbeitet worden!) aufgestockt. „One Sharp Knife“ und „Rubber
Rock“ waren sozusagen die allerersten Aufnahmen von der Band gewesen. Im Booklet
gibt es vom „Big Cheese Magazine“-Schreiber Simon Nott zudem eine recht
aufwendig gestaltete Band-Story ueber einer der bis heute fuehrenden englischen
Psychobilly-Combos zu lesen. Also hier ist wirklich mal an alles gedacht worden,
um dieser Scheibe einen wuerdigen Rahmen zu verleihen.
( * * * )
DEMENTED ARE GO
„Kicked Out Of Hell” CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 10. September 2007 )
Ebenfalls lange nicht zubekommen war die erste CD-Version von der „Kicked
Out Of Hell“-LP, die 1988 auf „ID Records“ das Licht der Vinyl-Welt erblickte.
In Fachkreisen allerdings schieden sich die Geister. Denn die Band entfernte
sich auf den insgesamt 13 Tracks vom so typischen Psychobilly-Sound, hin zu
einen eher Gitarren orientierten Rockabilly-Stil, der sehr schwer und dunkel
ueber den eingefleischten Hoernchentraeger-Fans lastete. Die einen fanden sich
irgendwann damit ab und erkundeten neugierig den etwas anderen Sound, waehrend
sich andere Demented Are Go-Fans enttaeuscht abwandten und sich lieber auf
andere neue Veroeffentlichungen in der Psychobilly-Szene stuerzten. Heute
allerdings haben sich die Gemueter selbstverstaendlich wieder beruhigt und
akzeptieren „Kicked Out Of Hell” als vollwertiges Album. Wie schon bei der „In
Sickness & Health”, hat Simon Nott („Big Cheese Magazine“-Schreiber und auch
Veteran der Psychobilly-Szene) eine Riesenstory im Booklet auf Lager, die mit
raren Live-Pictures, vornehmlich aus dem Londoner „Klub Foot“ (damals in den
80ern eine Hochburg fuer Psycho-Bands!) ausgeschmueckt ist. Und nicht zu
vergessen, auch hier wurden die Songs allesamt re-mastert!
( * * * )

DESORDEN PUBLICO
„Estrellas Del Caos” CD
( Leech Records / LeechRedda.com , Release Date: 05. Oktober 2007 )
Hoppla, ganz was Neues aus dem Hause „Leech Records“. Das was die
neunkoepfige Band aus Venezuela macht, nennt sich Latin-Ska. Mit Jennifer Lopez
als Vortaenzerin! Nein nein, das ist mal wieder angedichteter „Real
Shock“-Quatsch…., das soll vielmehr bedeuten, dass sie lateinamerikanische
Rhythmen mit dem Beat der Karibik verbinden. Da fuehlt man sich doch gleich wie
im Urlaub. Faul am Strand liegen, apathisch auf das Meer hinaus glotzen, einen
Longdrink nach dem anderen wegkippen, bis man besoffen aus dem Strandkorb faellt
und im warmen Sand fuer einige Stunden einpennt, um dann wieder ruckartig
aufzuwachen mit einem dicken fetten Sonnenbrand auf dem behaarten Ruecken.
Scheiss auf die Komplettrasur des metrosexuellen(?) Jugendwahns! Das ufert hier
echt aus! Real Shock, jetzt halt mal den Ball flach und konzentriere dich auf
das Wesentliche! Ja, okay Meister, uunnd Schnitt! Ein wenig Hardcore hat sich
aber auch in ihrem Partyzelt eingenistet, wie man es auf „Hardcore Mambo“ (was
fuer ein Titel!) ganz gut raushoeren kann. Und fuer ausgelassenen Reggae-Sound
ist auch noch jede Menge Zeit vorhanden. In ihrer Heimat sind sie schon laengst
keinen Unbekannten mehr. Schliesslich wurde ihre Vorgaenger-Scheibe „Godfathers
Of Latin Ska“ mit Platin ausgezeichnet. Eine Europa-Tour, um das mittlerweile
sechste Studio-Album ordentlich zu promoten, folgt in Kuerze.
( * * * )

THE DICKIES
„Idjit Savant“ / „Dogs From The Hare That Bit Us“ CD
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 01. Oktober 2007 )
Alles wartete Mitte der 90er nach den ersten eindrucksvollen Touren durch
Europa gespannt auf das neue Dickies-Album. Angekuendigt war es fuer 1994, aber
der Termin verschob sich fast taeglich. Damals gab es den Malibu-Versand in
Hamburg, bei dem ich jeden Monat eine fette Bestellung aufgab. Die Dickies war
bestimmt schon zwei drei Listen lang unter Neuerscheinungen aufgefuehrt, aber
erst mit dem dritten oder vierten Anlauf klappte es dann und sie kam endlich
mit. Zunaechst waren die Erwartungen natuerlich extrem hochgeschraubt worden,
aber dann machte sich schon recht schnell eine erste wenn auch nur fluechtige
Ernuechterung breit. Man haette es sich ja auch denken koennen, denn „Idjit
Savant“ war nicht der erwartete Knaller im Stile ihrer ersten beiden Alben, aber
mit der Zeit gab es doch tatsaechlich einige echte Dickies-Klassiker zu
verbuchen. Wie z.B. „Golden Boys“, „Just Say Yes“,„Make It So”, “I´m On Crack”
und das famose „Roadkill“. Von der „Dogs From The Hare That Bit Us“ kannte ich
bis dato nur das gut gelungene WEIRDOS-Cover „Solitary Confinement“ von einem
Sampler her, obwohl das Original um Laengen besser ist. Aber konnte man es den
Dickies wirklich uebel nehmen, das sie nicht ganz so angepisst und aggressiv den
Song praesentierten? Natuerlich nicht! Nun, diese 9-Song-CD ist also ein reines
Cover-Album. Und das die Dickies mit ihren verbleibenden letzten beiden
Original-Mitglieder Leonard Graves Phillips und Stan Lee einen ziemlich weit
gefaecherten Musikgeschmack haben, beweisen sie mit der Auswahl der Cover-Songs.
Da wird „Easy Livin´“ (Uriah Heep) neben „Unconscious Prayer“ (Iron Butterfly)
nachgespielt, als wenn es das Normalste der Welt ist. Eine gute Idee vom Label,
beide Scheiben auf einer CD zusammen zufuegen, und somit alle damaligen Arbeiten
fuer das kalifornische „Triple X“-Label abzuschliessen. Zum Schluss noch einige
wissenswerte Fakten: Mastered von Tim Turan (dem Haus- und Hofmischer bei „Captain
Oi!“), Booklet-Story von Andy Carnie (kenne ich jetzt auf die Schnelle nicht!),
inkl. aller „Idjit Savant“-Texte, rare Single-Cover-Abdrucke und zum Schluss
einige persoenliche Worte vom Gespann Phillips & Lee zu jedem einzelnen Track
auf der „Dogs From The Hare That Bit Us“. Plus als Bonus-Tracks die raren
Vinyl-B-Seiten „Dead Heat“, „Squaggy Do“ und einer extrem guten Live-Version von
NEIL YOUNG´S „Rockin´ In The Freeworld“.
( * * * * * + )

DISCO LEPERS
„The Girls Of Cholera“ CD
( No Front Teeth Records / NoFrontTeeth.net , Release Date: August 2007 )
Ganz billiger Demotape-Sound! Das Label spricht hier von „Killed By
Death“-Qualitaet, aber doch nicht jeder Ramsch ist gleichzusetzen mit KBD! So
ein bissel kenn ich mich da schliesslich auch aus und das waere doch ein wenig
zu viel des Guten. Das Schlagzeug hoert sich einfach nur noch scheisse an! Die
Songs laermen derartig orientierungslos ohne jegliche Melodien zu besitzen. Die
Typen hier, die sich aus Ex-Mitgliedern von mir absolut unbekannten Bands wie
THE JABBS und THE BOTOX RATS zusammensetzt, gleichen eher einer drittklassigen
im musikalischen Sinne ziemlich unterbelichteten Punker-Truppe, die auf ihren
Instrumente wahrlich keine Meister sind. Braucht man ja auch nicht im Punk, aber
so ein klein wenig Rhythmusgefuehl waere hier und da nicht schlecht. Obwohl die
meisten der insgesamt 22 Songs nur knapp ueber eine Minute hinauskommen nerven
sie schon nach 20 Sekunden tierisch ab. Das liegt in erster Linie an diesem
grell klingenden Klaeffer am Mic. Wo haben sie den denn losgelassen? Und
natuerlich an der sehr sparsamen Produktion. Nee liebe Leut, da bin ich aber
wesentlich besseren Stoff von „No Front Teeth“ gewohnt. Weil es junge wuetende
Punkas sind, gibt es noch ein Extra-Sternchen vom ollen Real Shock oben druff.
Sonst werdet ihr janz Baden gegangen!!!
( * * * )
GUANA BATZ
„Held Down To Vinyl At Last“ CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 15. September 2007 )
Zusammen mit THE METEORS und KING KURT galten Guana Batz zu den fuehrenden
Psychobilly-Bands in den 80ern. Die Band liess sich allerdings mit ersten
Studio-Aufnahmen fast vier Jahre Zeit und spannte die Fans dadurch ganz schoen
auf die Folter. Im Jahr ´85 war es dann endlich soweit und ihr erstes Album
„Held Down To Vinyl At Last“ erschien auf „ID Records“. Es kletterte
erwartungsgemaess auf Platz 1 der englischen Independent Charts! Jahrelang war
das Album danach vergriffen oder nur sehr schwer zubekommen. „Cherry Red“ hatte
nun endlich ein Einsehen und veroeffentlichte die 10 Songs, zusammen mit den
drei Bonus-Tracks „See Through“, einer Live-Version von „Batman“ und „B-Side
Blues“ von einer frueheren Maxi-Single der Band. Abgerundet wird diese Release
durch eine ausfuehrlich bebilderte Story im Booklet.
( * * * )

KILLROY
„Football Chants & Angry Rants“ CD
( Killroy Records / MySpace.com/KillroyPunk , Release Date: September 2007 )
Bei Killroy ist das schon irgendwie komisch. Ich meine, ich kenne die Band
noch aus den 80ern, als sie ihre 12“inch „Believe In The Ruins“ (die ich immer
noch besitze!) und ihre 7“inch auf „Mystic Records“ (ich glaub, die hab ich
irgendwann mal verkauft!) veroeffentlicht hatten und der Begriff Street-Punk
noch gar nicht existierte. Und mit klassischen Oi!-Bands hatte ich die Band
damals auch nie wirklich in Verbindung gebracht, eher mit erstaunlich guten
Mid-Tempo-Songs im 77er-Stil. Und deswegen kann ich die Etikette Street-Punk,
mit der sich die zum Trio zusammen geschrumpfte Truppe heutzutage im
beiliegendem Info schmueckt nicht ganz akzeptieren. Damals entsprangen sie einer
sehr vitalen Szene in und um Hollywood. Denn wenn man ins Booklet auf die dort
zahlreich abgedruckten Gig-Flyern schaut, mit wem sie beispielsweise damals eine
Buehne geteilt haben wie etwa CHANNEL 3, ANGRY SAMOANS, SOCIAL DISTORTION,
ABRASIVE WHEELS, DR. KNOW, D.O.A. oder THE FACTION, dann ist der heutige
Street-Punk-Vergleich doch ziemlich weit hergeholt. Ihre letzte Show spielten
sie im Sommer ´94 im denkwuerdigen „Olympic Garden“ von Los Angeles. Danach ging
ihr Saenger in den Knast, ihr Gitarrist stellte sich auf haertere Drogen ein und
ihr Bassist strebte eine Karriere als Porn-Regisseur an! Doch die schweren Jungs
fanden nach Jahren wieder zueinander, gingen ins Studio und nahmen ihre alten
Songs neu auf. „D-Generation“ bleibt z.B. auch in der neuartigen Version ein
Knaller vor den Herren! „Bad Man“ von COCKNEY REJECTS wird ganz ordentlich
gecovert, aber solch einen Song kann man einfach nicht wirklich gut nachspielen,
das Original bleibt nun einmal unerreicht. Doch die drei Spitzbuben wollten auf
diesem Weg so einer ihrer Lieblingsbands Tribute zollen. Mit ihren
Neueinspielungen vermitteln sie mir immer noch diesen typischen
80er-Punkrock-Touch. Vielleicht klingt es ja jetzt irgendwie bloede, aber ihr
Sound ist ueberhaupt nicht stereotype, sondern ich hab sogar die Vermutung, das
der Drummer bestimmt auch gerne mal Swing zu Hause hoert.
( * * * * + )
LAIBACH
„Nova Akropola“ CD digi-pak
( Cherry Red Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 03. September 2007 )
1980 in Slowenien gegruendet, existiert die Industrial-Band Laibach bis zum
heutigen Tage. Nach so vielen Jahren hat die Band laengst Kultstatus erreicht
und macht durch ihr langjaehriges Label „Mute Records“ immer mal wieder auf sich
aufmerksam. Dieses Album stammt aus dem Jahre 1985, war lange nicht zubekommen,
und erscheint nun als limitierte digi-pak Auflage. Als spezieller Bonus wurde
ein vierminuetiger Film ueber die Band angehaengt.
( * * * )
THE LAST RESORT
„Skinhead Anthems“ CD digi-pak
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 01. Oktober 2007 )
Die Vinyl-Version, damals in rotem Vinyl erschienen hatte ich mir ebenso
zugelegt, wie die ersten Singles von the 4-SKINS oder THE BUSINESS. Im Zuge der
neu erwachten 81er- bzw. 82er Punk/Skin-Szene in England hab ich mir alles unter
dem Nagel gerissen, was damals u.a. der „Vinyl Boogie“-Versand in Berlin hergab.
Ende der 80er war allerdings das Interesse bei mir erloschen und ich widmete
mich anderen Bands zu. Aus der Zeit Anfang der 80er sind natuerlich auch noch
einige Bands von uebrig geblieben, aber reine Skinhead-Bands, wie etwa Last
Resort waren fuer mich nicht mehr von Bedeutung. Erst legte ich mir das Zeug wie
ein Irrer zu, um es wenige Jahre spaeter dann genauso schnell wieder
loszuwerden. Besser, als den Kram einfach aus dem Fenster zu werfen oder zu
verbrennen. Oh, ich verplappere mich, nein, so was hab ich mit meinen Platten
bisher noch nie gemacht. Fragt mich jetzt aber nicht, was ich fuer die
Vinylscheibe damals bekommen habe. Ich denke es waren so ungefaehr 40 bis 50 DM
gewesen, heutzutage mit 25,00 EUR natuerlich ein pures Schnaeppchen fuer jeden
ausgebufften Vinyl-Junkie, der sich auf dieses Gebiet spezialisiert hat. Die
re-masterte Neuauflage von der ersten „Captain Oi!“-Veroeffentlichung ueberhaupt
bietet zum einen die LP, plus 12 Bonus-Tracks, u.a. eine Original Cassetten
Single-Version des Song „Violence In Our Minds“, wo ich komischerweise noch die
Melodie vom Refrain im Kopf habe. Ausserdem eine Cover-Version von der
´79er-Single „Eight Pounds A Week“ der Band SQUAD, sowie ihre Beitraege vom
zweiten bis vierten „Oi“-Sampler. Zudem sind alle Texte im Booklet abgedruckt.
( * * * )

„MIA SAN DAGENG! - 30 Jahre Punk in Muenchen“
>>> Die Promo-DVD fuer die Punkrock-Presse, many thanks an Olli + Katz!!! <<
( Aggressive Noise Promotions / Aggressive-Noise.de , Kinostart: 01.
November 2007)
Muenchen macht es allen vor und bringt den ersten abendfuellenden Kinofilm,
speziell von Punks fuer Punks gemacht, auf die Leinwand! Duesseldorf zieht
demnaechst mit „Wecken und geweckt werden“ nach. Und was ist mit Berlin, Hamburg
oder dem Ruhrpott? Haeh? Wer macht sich da mal die Muehe um Punkrock-Veteranen
aufzuspueren und mit ihnen ueber Vergangenes zu plaudern, so wie es mal war und
niemals wieder sein wird? Dieser Film hat auf jeden Fall ordentlich vorgelegt!
Eigentlich haette man eine solch aufwendige Punk-Doku eher aus einer Stadt wie
Berlin oder Hamburg vermutet, aber Muenchen war hier klar einen Schritt voraus.
Vielleicht liegt es ja daran das dort die Szene bis auf wenige Ausnahmen nach
wie vor in sich gefestigt ist. „Mia san dageng!“ ist also alles andere als eine
Abschlussarbeit eines bebrillten Uni-Absolventen, sondern hier waren Leute vor
Ort, die die Materie in und auswendig kennen. Zu Anfang des Filmes bekommt man
auch ein wenig von der bayerischen Geschichte auf den Weg geschickt. Um ein
besseres Punkrock-Verstaendnis im Freistaat als Grundbasis fuer die folgenden
Filmszenen zu schaffen. Da ich schon frueher nie wirklich was auf deutsche Bands
im Allgemeinen gab, hab ich heute natuerlich so meine Schwierigkeiten, wenn alte
Filmausschnitte von Bands wie DIE AUSGEBOMBTEN, THE SCHROTT oder CONDOM ueber
die Mattscheibe flimmern. Schoen aber auch zu wissen das es Bands, wie etwa DIE
AUSGEBOMTEN es heute freimuetig zugeben, das sie musikalisch nicht viel auf der
Kette hatten. Der Saenger hatte jedenfalls definitiv was von der Buehnenpraesenz
eines Wattie (THE EXPLOITED). Die Flexheads-Punx waren eine absolut und voellig
beeindruckende Ausnahmeerscheinung und haben in der City ordentlich aufgeraeumt
und den Skins damals eine gute Breitseite gegeben. Das gab es so nur in Muenchen!
In allen anderen Staedten sind die mageren Punkgestalten meistens vor den
mopsigen Skins schreiend weggelaufen! Da hatte es sich mit United! Ueberhaupt
wird hier im Film das reine Punk-Ding durchgezogen, keine Ueberlaeufer und null
Skins. Das begruesse ich doch sehr! In glaenzenden Einstellungen wird voellig
ungezwungen vor der Kamera erzaehlt, wie es frueher einmal war, und das es doch
fuer viele Leute die beste Zeit ihres Lebens war. Zu Worte kommen Mitglieder der
Band A&P, UNITED BALLS, MARIONETZ, ZSD und natuerlich auch die eben erwaehnten
Bands. Das „Kruzefix“-Fanzine hat da sicherlich einen Loewenanteil gepachtet.
Denn durch das Erscheinen des Fanzines im Jahr ´96 wurde die auseinander
gedriftete Szene wieder zusammen geschweisst und fruehere alte Bekannte trafen
sich ein zweites Mal wieder. Und die meisten Verbindungen halten dabei bis
heute, wie es der Film eindeutig unterstreicht! Das ist schon beneidenswert! Der
Titelsong „Mia san dageng!“ ist eine kuriose Ansammlung von verschiedenen
bekannten Punkrock-Songs. Diesen Song finde ich von daher sehr gut gelungen und
wird am Ende des Filmes als Video mit Sigi Pop – heute als (Punkrock)-Moench
unterwegs – und dem Original-PACK-Gitarristen, mit Olli und Katz am Mikro vor
einer Pogomeute zum Besten gegeben. Falls der Film demnaechst bei euch in der
Gegend anlaeuft, nicht verpassen. Unbedingt hingehen! PS: Als
Kauf-DVD erscheint der Film
erst irgendwann naechstes Jahr. Dann aber auch mit Bonusmaterial.
( * * * * * + )

THE NAZI DOGS
„In Good Vibrations And Vicious Transmissions Vol. 1” CD
( No Front Teeth Records / NoFrontTeeth.net , Release Date: August 2007 )
Diese CD dokumentiert den Kurztrip, den die Aachener Nazi Dogs im September
2006 nach England unternommen haben. Die acht Live-Einspielungen stammen von
ihrem Gig in London´s „12 Bar“ in der Denmark Street. 30 Jahre zuvor und nur ein
Steinwurf entfernt, besassen in dieser Strasse mit der Hausnummer 6 die SEX
PISTOLS ihren ersten Proberaum. Ueber diesem war ein Wohnraum, der fuer Steve
Jones, Paul Cook und Glen Matlock kurzzeitig auch eine Bleibe bescherte.
Abgerundet wird das Live-Set mit drei gut gemachten Punkrock-Videos im typischen
„No Front Teeth“-Look, die natuerlich auch von dieser Show erzaehlen.
Ueberraschend gut ist ebenso die Live-Qualitaet der einzelnen Songs. Ich finde
sogar, dass sie dem Studio-Album „Chase The Man“ in allen Belangen weit
ueberlegen sind, da sie einmal mehr die Rotzigkeit ihres abgefuckten „Killed By
Death“-Style unterstreichen.
( * * * * )

NGURU IV
„With Bleeding Hearts Through Burning Skies” CD
( Leech Records / LeechRedda.com , Release Date: 05. Oktober 2007 )
Ska aus der schoenen malerischen Schweiz! Es ist schon wirklich erstaunlich,
wie sich diese Musik-Richtung in den letzten 10 Jahren in alle Himmelsrichtungen
ausgebreitet hat. Als Nguru IV (was auch immer mit diesem Bandnamen gemeint ist)
sind sechs junge Herren aus dem Staedtchen Buedner schon seit mehreren Jahren
unterwegs und lassen bei ihren Buehnenshows neben dem typischen Ska-Rhythmus
auch jede Menge andere Stile, wie etwa Punk, Beat oder Reggae problemlos
einfliessen. Dieses Konzept ging bisher auf, so dass sich die Band innerhalb des
Landes einen guten Namen erspielt hat. Mit ihrem vierten Album nun haben sie
sich noch etwas weiter von ihrem urspruenglichen Sound entfernt und kommen jetzt
bei den insgesamt 12 Songs noch eine ganze Ecke gitarrenlastiger rueber. Das
kann man durchaus als Ska-Rock betiteln! Ob das wohl etwas mit dem
Saengerwechsel zu tun hatte? Man koennte es beinahe vermuten.
( * * * )
OHL
„Jenseits von Gut und Boese“ CD
( Teenage Rebel Records / Teenage-Rebel.de , Release Date: 30. August 2007 )
OHL-Lenker Deutscher W hatte 1985 die Schnauze gestrichen voll von der
hiesigen Punker-Szene. Zu viele besoffene Penner, Schnorrer und Asseln, die sich
da auf den OHL-Gigs herumtrieben. Deutscher W machte kurzen Prozess! Er
beschloss fortan voellig andere musikalische Toene anzuschlagen. Heute
bezeichnet man das ´86er-Album gerne als eine Art Darkwave-Gothic/Punkrock-Mischung.
Was auch durchaus zutrifft. Nur ist der selbsternannte Vergleich von Deutscher W
zu dem „Black Album“ von THE DAMNED und den LORDS OF THE NEW CHURCH ziemlich
weit hergeholt. Also, da liegen doch einige musikalische Welten zwischen, um
solche Verbindungen zu sehen. Fuer mich klingt das manchmal eher nach DISCHARGE
„light“ meets DAF oder irgendwelchem anderen New Wave-Gedoens. Aber streng
genommen war OHL noch nie mein Fachgebiet. Und bevor ich mich wohlmoeglich
komplett laecherlich mache unterlasse ich weitere Fachsimpelei. Auf der CD
kommen zu den regulaeren 12 LP-Tracks noch ein ´86er-Live-Set aus dem Koelner
„Luxor“ mit sieben Songs sowie zwei Proberaum-Tracks von 1985 zusammen. Im
Booklet serviert Deutscher W dann auch noch bruehwarm eine kleine Insider-Story.
( * * * )
PERSIANA JONES
„Just For Fun” CD
( Leech Records / LeechRedda.com , Release Date: 05. Oktober 2007 )
Hierbei handelt es sich um eine italienische Band, genau genommen aus Turin
stammend, die schon seit 1988 existieren, und seither mit sechs Leuten in der
Band den Ska mit dem Hardcore erfolgreich auf italienische Sprache mixen.
Logisch, das man in all den Jahren schon mit so einigen Groessen des aehnlichen
Genre gespielt hat, wie etwa MAD CADDIES oder MIGHTY MIGHTY BOSSTONES. Mit „Just
For Fun“ liegt nun das sechste Album vor. 14 Songs, die die gewisse
Gradlinigkeit in punkto Haerte und Melodie sehr gut wiedergeben. Fuer reichlich
Abwechselung sorgt uebrigens DJ Ciaffo, der seit Ende 2006 mit seinen „Scratchings“
an den „Turntables“ (die armen armen Platten!!!) dabei ist. Scheint beim
Publikum gut anzukommen. Naja, jeder Jeck ist anders! Fuer mich ist das
natuerlich weniger was! Trotzdem voellig objektiv betrachtet gehen drei
wohlverdiente Sternchen nach Turin.
( * * * )
RED LORRY YELLOW LORRY
„The Very Best Of…“ CD
( Cherry Red Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 01. Oktober 2007 )
Die Musik, die diese Band aus Leeds damals in den 80ern ausstrahlte war in
etwa gleichzusetzen mit den musikalischen Vorrausetzungen, die z.B. VELVET
UNDERGROUND, JOY DIVISION und SISTERS OF MERCY vorantrieben. Red Lorry Yellow
Lorry waren zu ihrer Zeit mit ihren duesteren und of manischen Rhythmen einer
der erfolgreichsten Independent-Bands, die England zu bieten hatte. Das Material
auf dieser 23-Song-CD ist eine gut arrangierte Kollektion, die von ihren
Arbeiten mit den Labels „Red Rhino“ und „Beggars Banquet“ herruehrt. „No More
Heroes“-Autor Alex Ogg fand im Booklet noch einige passende Worte zu dieser
Veroeffentlichung.
( * * * )
THE SKUZZIES / LITTLE JOHN ROCKET
Split-7“inch (Promo-CD)
( Framingo Records / FramingoRecords.com , Release Date: 10. September 2007 )
Wenn schon die Skuzzies-Managerin NINA ANTONIA heisst, habe ich ehrlich
gesagt, einen dementsprechenden Sound erwartet, der natuerlich in Richtung
JOHNNY THUNDERS geht. Dem ist aber leider gar nicht so. Vielmehr machen Skuzzies
einen netten Rock’n’Roll-Eindruck, aber keinen wirklich bleibenden. Dafuer ist
ihr Song „Ice Cold“ einfach zu nichts sagend! Die zweite Band Little John Rocket
sagt mir da mit ihrem Titel „At An End“ schon etwas mehr zu. Sie sind eher im
Pop zu Hause, der mit relativ duesteren New Wave Klaengen ein gutes Doppelt
schafft. Trotzdem liegen beide Bands mal gerade so ueberm Durchschnitt.
Ausserdem finde ich, dass das Label mit seinen Infoblaettern viel zu dick
auftraegt. Da fallen Namen wie der beschissene Pete Doherty, Alan McGee, der
Produzent der Strokes oder der von Gary Numan oder aber der Bassist von den Only
Ones. Bekannte Namen sind nach wie vor noch lange nicht auch ein Garant fuer
erstklassige Musik. Das sollte man doch mittlerweile raus haben. Und hier wird
eben eindeutig zu viel an „Name Dropping“ betrieben.
( * * * )
TOMMY GUN & THE BULLETS
s/t CD
( No Front Teeth Records / NoFrontTeeth.net , Release Date: August 2007 )
Zuerst dachte ich, hoert sich gar nicht mal so schlecht an. Die
Refrain-Stimme und selbst der erste Song „Don´t Come Around“ liessen mir sofort
die SLOPPY SECONDS durch den Kopf schiessen. Aber je laenger die CD seine Runden
dreht, umso blasser und einfallsloser wirkt sie auf mich. Die Band aus der San
Francisco Bay Area greift einfach viel zu sehr auf die handelsueblichen
Standards im mid-tempo Punkrock-Bereich zurueck. Die Refrains klingen dabei
allerdings reichlich ausgelutscht! Und sie stossen auch recht schnell an ihre
musikalischen Faehigkeiten! Eben ziemlich vorhersehbar, dadurch logischerweise
keinerlei echte Ueberraschungsmomente. Nicht wirklich grottenschlecht, aber auch
nicht wirklich sensationell gut.
( * * * + )

V.A.: “TEENAGE REBEL VOL. 4”
CD
( Teenage Rebel Records / Teenage-Rebel.de , Release Date: 05. Oktober 2007 )
Von den ersten drei Samplern wurden immerhin insgesamt 50.000 Exemplare
unter das Punker-Volk gebracht, also war es nur eine Frage der Zeit, wann
“Teenage Rebel” einen vierten Teil folgen laesst. Die Fakten: 31 Songs, bedeutet
80 Minuten Spielzeit, dazu ein informatives 36-seitiges Booklet. Wie gehabt,
viel Musik fuer wenig Bares! Dokumentiert werden dabei Lieder aus den
Label-Veroeffentlichungen der letzten Jahre. Mit dabei u.a.: DIE SCHWARZEN
SCHAFE, DIE LOKALMATADORE, RAZZIA, DIE KASSERER, PUBLIC TOYS, ARTLES, OHL,
SKEPTIX, KLAMYDIA, HAMMERHEAD, DER FLUCH und TV SMITH.
( * * * + )

THE VARUKERS
„The Punk Singles 1981 – 1985” CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 03. September 2007 )
“Soldier Boy” von ihrer ersten EP „Protest And Survive“ kann ich nach wie
vor noch so halbwegs gutheissen, dann hoert es bei mir auch schon mit dem guten
Willen auf. Nun, sind die Varukers und ihr Single-Output an der Reihe, um sie
mal wieder auf „Anagram“ bzw. „Cherry Red“ aus dem Jahre ´96 nachzulegen. 24
Songs sind da in knapp fuenf Jahren rumgekommen, die sich mit den Jahren immer
weiter vom Hardcore-Punk zum metallisch klingenden Deppen-Core entwickelten. So
machten es ja auch schon ihre grossen Vorbilder von DISCHARGE vor. Wem es
gefaellt.
( * * + )