So, hier nun das Update fuer Juni. Das Update fuer Juli erfolgt Anfang August 2008. Alle Reviews, wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.
THE
CASTING OUT
s/t LP
( Leech Records / LeechRedda.com , Release Date: 30. Mai 2008 )
Die beiden Gruendungsmitglieder Saenger Nathan Gray und Gitarrist Joshua
Latshaw von der mittlerweile aufgeloesten und in den dreizehn Jahren ihres
Bandbestehen ziemlich bekannt gewordenen Post-Hardcore-Band BOYSETFIRE aus dem
amerikanischen Newark (Delaware) haben nun mit ihrer neuen Band The Casting Out
ein erstes Lebenszeichen auf Vinyl verewigt. In einem aelteren Interview meinte
Nathan Gray das seine neue Band mit BOYSETFIRE weder musikalisch noch textlich
etwas gemeinsam hat. So, als wenn man Aepfel mit Orangen vergleichen wuerde. Nun
darueber kann ich mir kein Urteil erlauben, da ich BOYSETFIRE in ihrer aktiven
Zeit niemals zu Gehoer bekam. Deswegen kann ich hier nur auf die 8 Songs dieser
Mini-LP meine ganze Aufmerksamkeit legen. Ich hoere da brauchbaren
Independent-Rock raus, der einige sehr gute Melodic-Passagen zu bieten hat, wie
etwa beim Opener „Quixotes Last Ride“ oder bei „Awkward As We Came“, und auch
ein wenig melancholisch daher kommt. Die Stimme sagt mir eigentlich auch sofort
zu. Wirklich nicht schlecht. Die limitierte Vinyl-Version ist in weiss gehalten
und erscheint nur in einer 500er-Auflage mit dem Bonus-Track „Prey“.
( * * * )

DEMENTED ARE GO
„Live And Rockin´” CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 19. Mai 2008 )
Scheint mir so, als wenn nun haeppchenweise die beruehmt beruechtigte „Live
& Loud“-Vinyl-Serie aus den Spaet-80ern/Anfang der 90er auf dem ehemaligen Label
von „Link Records“ als CD-Version nachgereicht wird. Bei dieser Ausgabe handelt
es sich um ein Demented Are Go Konzert, was 1990 im „Take Two“ von Sheffield in
einer voellig akzeptablen Qualitaet aufgenommen wurde. Dabei kommen 14 Songs
rum, von denen die meisten ihrer ersten beiden Alben „In Sickness And In Health“
und „Kicked Out Of Hell“ entstammen. Im Booklet findet man dann noch zusaetzlich
einen Crash-Kurs ueber einer der bekanntesten englischen Psychobilly-Bands
unserer Zeit, aufgeschrieben von keinem Geringeren als Simon Nott vom „Big
Cheese“-Magazine.
( * * * )

THE DEMONICS
„Hot Rod Pussy” CD
( Alien Snatch! Records / AlienSnatch.com , Release Date: 28. Januar 2008 )
Nach drei Alben und sechs Singles ist nun eine erst „Best Of“-CD mit satten
21 Tracks von den kalifornischen Demonics erschienen. Ihre Musik steht dabei im
krassen Widerspruch zu der Teufelchen/Satan bekleideten Buehnenpraesenz. Bei dem
Anblick meint man evtl. auf zurueckgebliebene MISFITS-Clone-Deppen zu treffen,
doch man wird mit dem Surfboard ganz sachte in Richtung knackiger Pop-Punk
entfuehrt. Die Basis bildet dabei eine sanft geschwungene JOHNNY RAMONE
Chainsaw-Klampfe. Stimmlich ist das auch fuer jedes noch so schrecklich
anzuschauende Hoehlenmonster viel zu melodisch vorgetragen, und so erinnert mich
die Stimme spontan an fruehe Songs von SHATTERED FAITH! Das koennte zu
haufenweise Irritationen fuehren. Stehste da auf einer blutruenstigen Halloween
House Party und dann spielen Satansmasken solch einen hypermelodischen happy
PowerPopPunk-Sound. Die Hackfressen moechte ich sehen! Aber mir soll es egal
sein. Ich hatte an der Musik der Demonics schon immer Gefallen gefunden. Ob mit
oder ohne Hoernchen. Zwischendurch mag ich eben diese voellig unkomplizierten
Sommer-Melodien. Klar, geht es auch ab und zu mal etwas haerter zur Sache, wenn
da beispielsweise ein Hot Rod in der Ferne aufheult, aber im Grossen und Ganzen
hat sich die Band ganz klar dem Ur-Sound der RAMOINES verschrieben, wobei auch
die skandinavischen Bands wie etwa die YUM YUMS oder PSYCHOTIC YOUTH eine
wichtige Rolle spielen und einige BEACH BOYS-Anleihen ebenfalls ihren
wohlverdienten Platz finden.
( * * * * * )

DISCIPLINE
„Old Pride, New Glory“ DoCD
( I Scream Records / Gordeon Promotion , Release Date: 13. Juni 2008 )
Auf dieser neuen Veroeffentlichung spielt Holland´s Aushaengeschild in
Sachen Oi! und Street-Rock 30 Cover-Songs runter. Dabei werden vorwiegend so
typische Songs wie von MOTORHEAD („Stand“), THE CRACK („My World“), SLADE („Cum
On Feel The Noizz“), COCKNEY REJECTS („War On The Terraces“), COCK SPARRER („Running
Riot“), BLITZ („Fight To Live“) und THE BUSINESS („Saturdays Heroes”) gecovert.
Aber auch ein paar wenig nicht so typische Lieder wurden nachgespielt, wie etwa
BILLY IDOL („Rebel Yell”), THE STRANGLERS („No More Heroes”) oder THE RAMONES
(„I Wanna Live“). Die Produktion ist einwandfrei und man merkt schon dass die
Band hier wirklich ihren Spass hatte. Fuer harte Jungs und die die es werden
wollen.
( * * * )

GLASS HEROES
s/t CD
( Malt Soda Recordings / MySpace.com/GlassHeroes , Release Date: 09. Mai 2006 )
Das war ja vielleicht ein Akt, an die erste Glass Heroes CD ranzukommen! In
meinem April-Update hatte ich ja bei der Besprechung zu der Single „Get Out
Alive“ auf „TKO Records“ erwaehnt, das ich direkt beim Label die CD per PayPal
bestellt habe. Nun, nach zwei Wochen lag die CD immer noch nicht im Briefkasten.
So setzte ich ein erstes eMail auf, mit der Frage, wo denn das gute Stueck
bleibt. Keine Antwort! Ich wartete eine weitere Woche und schickte ein zweites
eMail an „Malt Soda“. Wieder keine Antwort! So wandte ich mich dann direkt an
die Band ueber ihre MySpace-Seite, ob „Malt Soda“ evtl. ein fuckin´ Rip-Off
Label waere! Gitarrist und Saenger Keith liess nicht lange mit seiner Antwort
warten und teilte mir mit, dass dieses Label keinerlei Berechtigung mehr besitze
ihre erste CD zu verkaufen. Er werde sich darum kuemmern, dass ich mein Exemplar
schon bekomme. Ich bedankte mich fein und wartete weiter ab. Nach ungefaehr acht
Tagen meldete sich ploetzlich „Malt Soda“ selbst per eMail bei mir, mit der
kurzen Mitteilung, das die CD rausgeschickt wurde. Einige Tage spaeter hatte ich
dann tatsaechlich das Teil in meiner Hand! Scheint wohl so, dass Keith da
ordentlich Dampf gemacht hat! Ich hab ihm noch einmal geschrieben, dass die CD
wie von Geisterhand nach „nur“ ueber fuenf Wochen endlich bei mir eingetroffen
ist und dass ich wegen seiner Hilfe eine Review verfassen werde. Denn
normalerweise mache ich ja so was nicht, da nur reines Promo-Material von mir
besprochen wird. Aber die CD ist es alle male wert besprochen zu werden. Denn
eigentlich sollte von dieser ersten CD laengst eine Re-Issue auf „TKO Records“
erschienen sein. Und ein zweites Album ist auch schon seit gut einem Jahr im
Kasten, das von Rat Scabies (THE DAMNED) produziert wurde und den Namen „Liars,
Cheats & Thieves“ tragen wird. Nun, aber zurueck zu ihrer ersten CD, die zwei
verschiedene Release-Dates hat. Ich blick da nicht wirklich durch, die einen
schreiben das Teil ist schon 2005 raus gekommen, die anderen datieren die
Veroeffentlichung auf den 09. Mai 2006 zurueck. Nun, ich hab jetzt mal das
letztere Datum genommen. Das Album hat 14 Tracks und wie ich es schon in der
Review zur „Get Out Alive“-Single geschrieben habe, sind die vier
Lederjacken-Punkrocker ganz dem ´77er Brit-Punk verfallen. Auf ihrer ersten CD
covern sie deshalb natuerlich nicht ohne Grund „I´m On Fire“ (CHELSEA), „(I´m)
Stranded“ (THE SAINTS) und „Kick Down The Doors“ (THE PROFESSIONALS). Okay, die
SAINTS kommen natuerlich aus Australien, aber sie hatten mit „(I´m) Stranded“
solch einen grossen Erfolg 1977 in England, das sie quasi von der englischen
Musikpresse und von JOHN PEEL „eingebuergert“ wurden, und in einem Atemzug mit
all den anderen britischen Punkrock-Bands genannt wurden. Uebrigens, „Kick Down
The Doors“ ist besser als das Original! Gaensehaut pur garantiert! Was die Glass
Heroes auszeichnet ist diese bedingungslose Leidenschaft zu „London´s Burning
1977!“ Klasse gewaehlt auch die Innenhuellen-Ansicht, wo sie das ´82er-Cover der
CHELSEA-Single „Stand Out“ mit ihrem eigenen Schriftzug verwendet haben. Das
Erstaunliche an der ganzen Sache ist wahrlich, das die Glass Heroes exakt und
wie aus einem Guss tatsaechlich wie eine Kreuzung aus THE PROFESSIONALS,
CHELSEA, THE RUTS und THE CLASH klingen. Und dabei wird in erster Linie darauf
Wert gelegt, das man natuerlich auch bei den eigenen Songs wie etwa „King Of The
Day“, „Better Now Than Later“ oder „It´s Alright“ nach den Glass Heroes klingt
und nicht wie ein fade Kopie von irgendwas. Besonders zu erwaehnen waere noch
das einzigartige Instrumental-Stueck „Forever“. Und wieder Gaensehaut! Kann mir
gut vorstellen, dass sie mit dem Track ihre Live-Shows eroeffnen. Die Glass
Heroes haben eine grossartige CD gemacht, die leider hier bei uns bisher voellig
untergegangen ist. Vielleicht wird irgendwann „TKO“ da Abhilfe schaffen!
( * * * * * + )

GUANA BATZ
„Electra Glide In Blue“ CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 19. Mai 2008 )
Und wieder eine Psychobilly-Neuveroeffentlichung aus dem Hause „Cherry Red“.
1990 kam das Album zum ersten Mal raus und war wahrscheinlich laengere Zeit auch
ueberhaupt nicht mehr zubekommen. Neben den regulaeren LP-Tracks gesellt sich
als Bonus-Song „Lights Out“ hinzu, der von einer ziemlich raren 12“inch stammt,
die u.a. den CD-Titelsong und einen weiteren Song von der LP beherbergt. Das
Booklet gibt allerdings darueber ausfuehrlich Auskunft. Die Band taucht bis zum
heutigen Tage mit der Haelfte der Originalbesetzung immer mal wieder auf
britischen Buehnen auf.
( * * * )

HANOI ROCKS
„The Nottingham Tapes” DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: 26. Mai 2008 )
Auf Platte fand ich Hanoi Rocks immer ziemlich langweilig. Das hielt mich
auch eigentlich davon ab, mir einer ihrer letzten Reunion-Shows anzuschauen.
Michael Monroe´s Soloausfluege Mitte der 90er, besonders der mit der Band
DEMOLITION 23 fand ich da wesentlich interessanter. Und auch mit dieser DVD hat
mich Sir Monroe vom ersten Akkord an voll und ganz ueberzeugen koennen. Ich habe
den Eindruck, dass sie ihre Songs damals doppelt so schnell gespielt haben, wie
eben auf Platte. Auch die Buehnenpraesenz versprueht ueberraschenderweise
reichlich viel an Punkrock-Attitude. Haette nicht fuer moeglich gehalten, das
ein Hanoi Rocks-Konzert frueher so gut abgegangen ist. Die Show wurde im April
1984 im „Palais“ von Nottingham unter allerbesten Bedingungen mitgeschnitten.
Die verschiedenen Kameras, die hinter der Buehne und seitlich davon postiert
sind, fangen die Live-Stimmung optimal ein. Beim letzten Song, dem
obligatorischen RAMONES-Cover „Blitzkrieg Bop“, enterte dann ein Teil des
begeistert mitgehenden Publikum die Buehne, wird dann aber von den humorlosen
Rausschmeissern des Clubs wieder ziemlich unsanft hinunter befoerdert. 58
Minuten dauert diese DVD hier und jeder Musik-Sympathisant von STIV BATOR, LORDS
OF THE NEW CHURCH, JOHNNY THUNDERS und den NEW YORK DOLLS wird bei diesem
Anblick seine wahre Freude haben.
( * * * * * )

HIROSHIMA MON AMOUR
„No Hope For A Useless Generation” CD
( Dirty Faces Records / MySpace.com/HiroshimaMonAmour , Release Date: 30.
November 2007 )
Warum nennt sich Uwe Umbruch eigentlich Uwe Umbruch? Nun, der Real Shock hat
da folgende Theorie fuer. Uwe ist jemand, der so hat es den Anschein,
musikalisch staendig im Umbruch ist. Nicht von ungefaehr hat er einige wichtige
Bands in seinem bisherigen Musikerleben sausen lassen. Ich denke da nur mal an
die PUBLIC TOYS und selbstverstaendlich an die REVOLVERS, wo ich gedacht habe,
da sei alles in Butter und der Uwe wird mit der Band bis zur Rente durchspielen.
Doch sein neues Baby scheint ihm dann doch wichtiger gewesen zu sein.
Formulieren wir es mal so, Uwe tritt halt nicht gerne auf einer Stelle und ist
immer auf der Suche nach neuen musikalischen Herausforderungen. November 2007
erschien dann auch die erste CD auf dem vertrauten Label „Dirty Faces“ aus
Bochum. Was mich zunaechst ein wenig unangenehm ueberrascht, ist die Tatsache,
dass die Produktion leider nicht so gut ausgefallen ist, wie ich es von den
vorherigen Bands, bei denen Uwe gespielt hatte gewohnt war. Die Gitarren bleiben
fast so wie in einem Kanal stecken und koennen nicht ihre ganze Wucht entfalten.
Das Gesamtbild klingt mir einfach zu duenn besiedelt. Schade, denn so einige
Songs haetten auf jeden Fall eine weitaus bessere Produktion verdient gehabt.
Will sagen, am Material der 12 Lieder liegt es jedenfalls nicht, das ist der
Sound den Uwe sicherlich auch bei sich im heimischen Musikregal stehen hat.
Besonders „In HMA We Trust“ und „Liebe & ein Kuss“ (wobei mir der Text voll und
ganz aus der Seele spricht!) stechen hervor, und bei dem letzten Track „Love Is
Dead“ (mein absolut persoenlicher Fave!) wurde ein gewisser eingaengiger
Gitarrenpart vom CHELSEA-Song „Wierdo´s In Wonderland“ gekonnt abgekupfert. Bei
„Love Is Dead“ gefaellt mir zudem auch noch sehr gut, das es sich um ein
wirklich finales Stueck einer CD handelt. Und der exzellente weibliche Gesang
setzt weitere Massstaebe, der im Uebrigen auch noch wunderbar mit der Stimme von
Uwe harmoniert. Was will man mehr? An JOE STRUMMER wird ebenso gedacht, wie man
in der Booklet-Mitte feststellen kann. Klar, das hat weiterhin Stil und Klasse,
und auch die Cover-Versionen von RIO REISER und LORDS OF THE NEW CHURCH zeigen
wo Uwe mit seiner Band steht. Viel Glueck weiterhin!
( * * * * + )

IPANEMA
s/t CD
( Boss Tuneage / RookieRecords.de , Release Date: 18. Januar 2008 )
Am 06. Dezember 2006 verstarb voellig unerwartet der fruehere Gitarrist und
Saenger Darren „Wiz“ Brown von der britischen Band MEGA CITY FOUR. Diese Band
galt Ende der 80er, neben den GUITAR GANGSTERS oder den MANIC STREET PREACHERS
zu den neuen „Underground Rockern“ im Punkrock-Bereich. Natuerlich wuchs mir die
Band mit ihren kleinen ruppigen Liedern, die aber einen ausgepraegten Sinn fuer
grossartigen PowerPop-Punk besassen sofort ans Herz. Ihre Musik war irgendwie
die logische Fortsetzung von all dem, was beispielsweise die BUZZCOCKS, die
UNDERTONES oder die BOYS Ende der 70er so beliebt in der Punkrock-Szene machten.
Klar, kaufte ich jeder ihrer Singles, ihre ersten beiden Alben und schaute mir
auch in dieser Zeit drei ihrer Shows in Deutschland an. Danach vollzog sich
intern allerdings ein musikalischer Wechsel, den ich dann nicht mehr so sehr
verfolgte. Sie machten noch einige wenige Alben, wo zumindest ein Song dabei
war, der mich an ihre ersten Werke erinnerte. Dann verlor ich die Band komplett
aus Augen. Durch das Internet nahm ich aber Jahre spaeter die Spur von Darren
„Wiz“ Brown“ auf. Irgendwie war ich ja doch neugierig und wollte wissen was so
mancher Musiker heute musikalisch treibt. Bei Wiz traf ich auf einen vollen Baum
mit Fruechten. Nach Mega City Four hatte er wohl auch einige kurze Gastspiele
bei den kanadischen DOUGH BOYS – die ich damals uebrigens auch sofort nach ihrer
ersten full-length in mein Herz geschlossen habe – hatte selbst eine zweite Band
mit Namen SERPICO gegruendet, die aber auch schon wieder Geschichte war, da
seine aktuelle Gruppe nun den Namen IPANEMA trug. Auf ihrer Webseite konnte man
sich den einen oder anderen Song anhoeren. Natuerlich kein Vergleich zu MC4,
aber Wiz´s Stimme war nach wie vor unverkennbar. Und wie es manchmal so ist,
wenn einem die Musik nicht hundertprozentig zusagt, aber die Stimme von einst
immer noch praesent ist, versucht man sicherlich Abstriche zu machen. Manchmal
klappt das sehr gut, wie etwa im Fall von den MESCALEROS, doch bei Ipanema war
das leider nicht so einfach zu handhaben. Dafuer entfernte sich ihre Musik zu
sehr, von all dem, was ich fuer gut befand. Auf dieser CD sind alle Songs, die
die Band jemals aufgenommen hat zu hoeren. Das Geld was dabei eingenommen wird,
geht auf direkten Weg zu „Forward 4 Wiz Trust“. F4WT versucht talentierten
jungen Musikern finanziell ein wenig zu unterstuetzen, die sich in allererster
Linie durch ihre Musik, Inspiration und Kreativitaet auszeichnen. Und nicht
durch alarmierte IQ-Verluste, bittere Grossmaeuligkeit, Banalitaeten und
Oberflaechlichkeiten, so wie es heute ja gang und gaebe im hoehergestellten
Musikgeschaeft ist. Am 18. Januar diesen Jahres wurde die CD nur ueber den
englischen Mailorder von „Boss Tuneage“ veroeffentlicht, genau an Wiz seinen
Geburtstag.
( * * * * )

THE JOHNSON FAMILY
„No Forwarding Address” CD
( Cherry Pie Recordings / CherryRed.co.uk , Release Date: 12. Mai 2008 )
Die Johnson Familie besteht aus drei bekannten englischen
Underground-Musikern, die aus der Garagen- und Psychobilly/Rockabilly-Szene
entspringen. Angefangen hatte alles am Todestag von ROY ORBISON, dem 06.
Dezember 1988 am Londoner King Cross, wo sie im „Drummonds“ zum ersten Mal auf
einer Buehne standen. Nigel Lewis (THE METEORS), Ricky Lee Brawn (THE SPACE
CADETS) und Helen Shadow (THE QUEEN BEES) waren nach ihrem viel versprechenden
Debuet regelmaessig auf anderen Podien im Norden von London anzutreffen, wie
etwa dem „Hackney Empire“, „The Garage & The Mean Fiddler“ oder dem „100 Club“
auf der Oxford Street. In dieser Zeit wurden auch zwei Singles auf „Camden Town
Records“ veroeffentlicht, die wohl eher etwas garagen-lastig geklungen haben
sollen. Nun, nach knapp 20 Jahren hat das Trio endlich zu einer ersten
full-length mit 14 Songs zusammengefunden. Aufgenommen wurde die Songs im Stile
von THE CRAMPS, BILLY CHILDISH oder THE HEADCOATS u.a. mit dem „Vintage“-Equipment
von Ricky Lee Brawn. Nun, ich konnte mir erst auch nichts unter diesem Begriff
vorstellen, ging dann aber kurz bei „Wikipedia“ rein, wo ich folgende Erklaerung
zu fand: „Im Musikinstrumentenbau wird der Begriff Vintage verwendet, um alte
und oft besonders gut klingende Instrumente zu bezeichnen. Vintage bedeutet
woertlich Weinlese oder auch Jahrgang eines Weines, und Vintage-Instrumente sind
wie erlesene Weine aus besonders guten Jahrgaengen. Die Betonung liegt auf
erlesen. Nicht jedes alte Instrument ist zwangslaeufig ein Vintage-Instrument;
weil es eben damals auch schon jede Menge Instrumente gab, die alles andere als
erlesen waren. Vintage kann im Englischen aber u.a. auch altmodisch oder
erstklassig bedeuten. Bei Instrumenten, insbesondere E-Gitarren und E-Baessen,
meint vintage besonders ausgesuchte alte Jahrgaenge oder aber aeltere, besonders
erlesene Einzelinstrumente oder Baureihen.“ Schnitt! Bei soviel Originalitaet
dachte sich „Cherry Red“ auch etwas besonders aus und gruendete flugs fuer die
Band ein neues Unterlabel mit dem Namen „Cherry Pie Recordings“. Uebrigens, rein
stimmlich gesehen erinnert mich das doch tatsaechlich an JOHNNY MOPED.
( * * * )

KARATE DISCO
„I Killed Bambi” 7” 3-song-e.p.
s/t CD
( RilRec / KarateDisco.de , CD Release Date: 12. Mai 2008 )
Das bei „MySpace“ fast jedes Fritzchen und Klaerchen meint, wenn man zwei
Tage eine Gitarre umgeschnallt hat, muss direkt auch eine CD her, um ganz viel
Freunde zu machen. Gut, dies ist eigentlich der Grundgedanke vom Punk Rock, aber
heute kommt in den seltensten Faellen auch mal fast halbwegs anstaendiges dabei
raus. Und unsereins fischt da oft genug im Trueben. Na ja, die Perlen liegen
halt tief auf dem Grund. Ich, als erfahrener Nichtschwimmer brauche da ja nicht
zu schwimmen, sondern ich brauche ja nur zu tauchen. Und das beherrsche ich so
einigermassen. Nennt mich einen Kaugummikauenden Perlentaucher, der mit
riesengrossen angsterfuellten Augen hinter der Taucherbrille immer mal wieder
die Gefahren des trueben MySpace-Beckens testet. Vor ein paar Wochen war es dann
endlich mal wieder so weit. Heftig nach Luft schnappend gelangte ich wieder an
die Oberflaeche und hielt mit zittrigen Patschehaendchen rein symbolisch den
MySpace-Player der Band Karate Disco hoch. Galant flitzte ich noch mit nassen
Haaren und zwei toten taetowierten Dickwanst-Fischen auf dem Kopf zum Computer
und machte mein schoenstes Sonntagsgesicht, als ich auf Freunde adden klickte.
Es sollte nicht lange dauern, da wurden wir Freunde auf „MySpace“. Artig machte
ich mich nun daran ihre erste CD, von denen mich einige Songs auf dem Player
sofort ueberzeugt hatten, fuer mein monatliches Review-Update zu gewinnen. Als
ich dann ein fein zurechtgemachtes Promo-Paket nur wenige Tage spaeter im
heimischen Briefkasten vorfand, wurden wir nicht nur Freunde, nein jetzt waren
wir echte Blutsbrueder- und aeh Schwestern auch. Und das obwohl die mich genauso
wenig kennen, wie ich sie. Musik verbindet eben. Und Punk Rock sowieso. Nun, die
Band gibt es seit 2005 und kommt zudem auch noch aus meinem Geburtsbundesland,
aus dem schoenen Rheinland-Pfalz, genauer gesagt aus Neuwied. Vier Jungs an den
Instrumenten und ein Maedel am Gesang sollt ihr sein, um dem deutschsprachigen
Punk wieder ein besseres Leben in unserer heruntergewirtschafteten Szene zu
bieten. Das Kuchenrezept geht auf! Wir stehen am fruehen Sonntagnachmittag vor
dem Herd, beugen uns zu ihm hinunter und beobachten staunend wie der Hefekuchen
mit seinen feinen Butterstreusel obendrauf im hellen Lichte des Backofen
stilecht aufgeht. Karate Disco haben es nur in zwei Anlaeufen geschafft (wenn
man ihre limitierte Single vor der CD dazu zaehlt) das Punk aus Deutschland zur
Abwechselung mal wieder richtig gut klingen kann. Nein, nicht nur gut, sondern
verdammt noch mal scheisse-grossartig. Das gemalte Bild hinten auf dem Cover
gibt die Stimmung dieser CD am besten wieder. Ein Kind ist soeben im Bettchen
aufgewacht und begruesst mit ausgestreckten Armen den fruehen Morgen durch das
offene Fenster, wo ein Huhn kackt, eine Blume blueht und am Horizont ein
Atompilz zu sehen ist. Kann ein Morgen schoener beginnen? Ich denke nicht!
Karate Disco ist die explosive Schoenheit des Punk, um es mal in etwas
dramatischer Form auszudruecken. Die Songs knallen nicht rein, sondern direkt
durch. Nein, ihr Karate Discos, „Originalitaet ist keine Utopie“. Das habt ihr
mit diesem Album glaubhaft belegt.
( * * * * * )

THE LOCOS
„Energia Inagotable” CD
( Leech Records / LeechRedda.com , Release Date: 30. Mai 2008 )
The Locos aus Spanien zaehlen sieben Mann in ihrer kleinen verrueckten Combo
und sind seit der Gruendung im Jahre 2005 ebenfalls ziemlich beschaeftigt
gewesen. Ihre erste grosse Tour unter dem Namen „Gira Jaula de Grillos“ fuehrte
die Band fast durch ganz Europa, und auch Suedamerika stand als kleiner
Abstecher auf der Speisekarte. Textlich sind sie eher ziemlich politisch
orientiert. Musikalisch hingegen wird man oft genug an RANCID und MANO NEGRA
erinnert. Die neuen Songs auf ihrem zweiten full-length Werk gehen
dementsprechend ab wie die Luzi, hier wird jeder frei Millimeter sinnvoll
genutzt. Frohlockender Ska trifft auf zornige Punk-Attacken. Die Mischung macht
es!
( * * * )

MANUFACTURED ROMANCE
s/t CD
( MySpace.com/ManufacturedRomance , Release Date: Mai 2008 )
Zum ersten Mal wirklich kennen gelernt habe ich Manufactured Romance erst
mit der Anschaffung der „Punk Singles Collection“-CD von „Fresh Records“ auf
„Anagram Records“ 1994. Hier war ihre erste und leider auch schon einzige Single
mit deren phantastischen A-Seite vertreten. „The Time Of My Life“ kam im April
´81 raus und obwohl der Song eigentlich perfekt in die Radio-Show von JOHN PEEL
passte, habe ich ihn dort nie gehoert. „The Time Of My Life“ ist und war ein
typisch britischer Song seiner Zeit gewesen. Das Erstaunliche dabei war, das
dieses Lied fuer eine erste Single nahezu makellos klang. Es gab rein gar nichts
zu beanstanden. 1978 kam die erste Besetzung noch unter dem Namen 4TH REICH
zusammen und spielte ihr erstes Konzert als support act fuer die U.K. SUBS im
Londoner „Marquee“. 1979 gingen sie mit den Subs auf deren „Stranglehold“-Tour“,
traten im Film „Punk Can Take It“ auf und aenderten schliesslich ihren Namen in
Manufactured Romance um. 1980 kam ein zweiter Mann an der Lead-Gitarre hinzu und
die Band unterzeichnete bei „Fresh Records“ und brachte dann erwaehnte Single
raus. Die knackte sofort die Independent Charts und so ging die Band erneut ins
Studio und nahm die zwei Songs „You“ und „Long Distance Love“ fuer den „Backstage
Pass“-Sampler auf. Bevor es allerdings zum grossen Krach bei „Fresh Records“
kam, spielten sie noch als Headliner das „Fresh Festival“ in der „Music Machine“.
1982 kam es dann auch innerhalb der Band zum grossen Bruch. Zwei Bandmitglieder
verliessen die Band und nur der Schlagzeuger wurde ersetzt, so dass die Band
wieder zu einer Vierer-Besetzung schrumpfte. So haengte man noch ein weiteres
Jahr dran, ehe eine schwere Krankheit ihrer Saengerin die Band fuer einige Zeit
ausser Gefecht setzte. Nach ihrer Genesung spielte die Band 1983 einige wenige
Konzerte und nahm auch noch ein paar Songs auf. Dann allerdings war das
endgueltige Aus gekommen und Manufactured Romance war Geschichte. 2007
gestalteten zwei gelangweilte Ex-Mitglieder eine Band-Page auf „MySpace“.
Laengst verschollene Freunde und Fans besuchten die Seite. Immer wieder kam
dabei die Frage auf, wo man sich die Songs von der Band downloaden kann. Da der
Andrang wohl ziemlich gross war, wurde kurzerhand diese 9-Song-CD
veroeffentlicht. Unerklaerlich allerdings, warum die B-Seite „Room To Breathe“
fehlt. Klar, „The Time Of Life“ ist vertreten, genau so wie die beiden Tracks
vom LP-Sampler „Backstage Pass“. Die restlichen Tracks stammen von alten Tapes
und wurden fuer das digitale Zeitalter restauriert. Herausgekommen ist eine
gelungene Mischung an Songs, die die fruehe Post-Punk Aera ausgezeichnet
repraesentiert.
( * * * * + )

MODENA CITY RAMBLERS
„Bella Ciao” CD digi-pak
( Leech Records / LeechRedda.com , Release Date: 13. Juni 2008 )
Hauptsaechlich erscheinen ja bei „Leech Records“ Ska- und Ska-verwandte
Veroeffentlichungen, aber ab und zu, nach einem ausgedehnten Spaziergang durch
die Gemeinde kann es durchaus vorkommen, das eine eher etwas untypische
Musik-Truppe bei dem Label Halt macht. Es handelt sich hierbei um die
italienischen Modena City Ramblers, die es auf eine beachtliche Zahl von acht
Bandmitgliedern bringt. Sie sind wohl die mit Abstand politisch aktivste Band
des Landes. Zu ihrem Instrumentenarsenal zaehlen u.a. eine Geige, eine
Mandoline, ein Banjo und eine Floete. Nein, wir haben es hier sicherlich nicht
mit den Rattenfaengern von Hameln zu tun, vielmehr spielt die Band eine Art von
Folk Rock, der seinen Ursprung in Italien wie natuerlich auch in Irland hat. Auf
ihrer aktuellen CD „Bella Ciao” sind gleich dreizehn Songs dieser Art zu hoeren.
( * * * )

MONSTER SQUAD
„Strength Through Pain“ CD
( Razorblade Music / Razorblade-Music.com , Release Date: Mai 2008 )
Also bei Bandname und CD-Titel dachte ich zunaechst spontan an eine einsA
Japan-Poser-Band. Sein erstes Album „Strength Through Pain“ zu nennen ist in
etwa vergleichbar mit diesen von RTL- oder SAT1- eigens produzierten Filmchen
aus dem Abendprogramm, die aber manchmal gar nicht so beschissen schlecht sind,
wie es der selten daemliche Titel eigentlich vermuten laesst. So schreibt es
jedenfalls manchmal die „TV Spielfilm“ in ihrer Vorab-Kritik. Auf die jungen
US-Punkies von Monster Squad bezogen, bedeutet das genau das Gleiche. Bandname
und Titel einmalig bloede gewaehlt, aber die Musik ist voellig ertraeglich
anwendbar. Vorausgesetzt man hat eine gewisse Vorliebe fuer ultraschnell
vorgetragenen Hardcore-Punk, den heute auch Bands wie TOTAL CHAOS, THE UNSEEN
oder THE CASUALTIES spielen. Also, ich hoer da jetzt keinen grossen Unterschied
zu den eben erwaehnten Bands raus. Geht schon in Ordnung. Hab so was eben auch
mal frueher in den 80ern gehoert.
( * * * )

NEW FOUND GLORY
„Tip Of The Iceberg” CD
( Bridge Nine Records / Gordeon Promotion , Release Date: 02. Mai 2008 )
Im Grunde genommen handelt es sich hier um eine DoCD, die zwei verschiedene
Bandnamen und Titel zulaesst. Da New Found Glory der bekanntere ist, belasse ich
es dabei, dieses Release unter dem Namen hier zu besprechen. Auf der ersten Disc
spielt die Hardcore-Institution Suedfloridas zunaechst drei eigene Songs. Danach
widmet man sich intensiv einiger Cover-Songs von LIFETIME, GORILLA BISCUITS und
SHELTER. Disc 2 traegt den Titel „Takin It Ova“ und hier spielt die Band unter
dem Namen THE INTERNATIONAL SUPERHEROES OF HARDCORE ihre eigentlich neue Scheibe
ein. 18 Songs, die stark an ihre fruehere Phase als bitterboese HC-Band
erinnert. Heute haelt die Band ja sonst eher die Zuegel etwas lockerer und geht
mehr in Richtung melodischen Punk-Pop. Aber schoen, dass sie auch noch anders
koennen und dabei gut zu ueberzeugen wissen.
( * * * )

NO AUTHORITY
„Don´t Lose Heart“ CD
( Leech Records / LeechRedda.com , Release Date: 06. Juni 2008 )
Seit 1999 ihr erstes Album erschien gehoeren No Authority zum festen Bestand
der „Leech“-Familie. Drei Jahre nach ihrer dritten CD „No Hard And Fast Rules“
erschien nun Anfang Juni ihr viertes Studio-Album. Wie es bei solchen
Ska-Punk-Gangs zeitgemaess ueblich ist, besteht ihr ueppig ausgerichtete
Ensemble aus neun Leuten, wovon gleich drei Simons und immerhin zwei Michaels
stets praesent sind. Posaune, Trompete, Tenorsaxophon und Baritonsaxophon
ergeben eine ziemlich eindrucksvolle Parade an Blasinstrumenten, die sich noch
von einem harmonischen zweistimmigen Gesang weiteren Respekt dazuverdient. Sehr
stilecht also, und so geht es dann aeusserst abwechselungsreich durch insgesamt
13 Songs.
( * * * )

OPEN SEASON
„Here We Go” CD digi-pak
( Leech Records / LeechRedda.com , Release Date: 13. Juni 2008 )
Von „Leech Records“ bekam ich vor einigen Wochen wieder ein fettes Paket mit
jede Menge aktueller Ska-Releases. Den Anfang macht da die Band Open Season aus
der Schweiz, die sich nach drei Jahren nun endlich mit einem neuen Album
zurueckmelden. Auf dem Pressephoto zaehle ich ganze zehn Personen! Die machen da
wohl alle mit, oder? Na ja, da sind ja neben der ueblichen Grundausstattung,
bestehend aus Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug auch noch einige andere
Instrumente zu vergeben, wie etwa ein Klavier, ein Tenorsaxophon, eine Trompete,
ein Altosaxophon und eine Posaune. Und nicht zu vergessen die Dame an den Backin´
Voc., die auf den coolen Namen Lucy James hoert. Klingt irgendwie genauso cool
wie der Name des Schauspielers Clive Owen. Hey, Clive Owen spielt auch mit. Als
wenn man ihn schon seit Jahren persoenlich kennen wuerde. Tut aber jetzt nicht
sehr viel zur Sache. Das neue dritte Album soll anders klingen, als ihre beiden
letzten MCDs „Step By Step“ und „I Lost My Phone“. Nun, ich hab da im Moment
keine Vergleichsmoeglichkeiten, aber die 13 Tracks klingen mal abwechselnd nach
tanzbaren Ska-Rhythmen und tiefer gehenden Reggae-Balladen. Bringt bestimmt
jeden gut gefuellten Two-Tone-Tanzsaal an einem Samstagabend in sekundenschnelle
zum Kochen. Ihre Live-Shows sollen naemlich mittlerweile legendaer sein!
( * * * + )

ROB JOHNSTONE
„Von den Sex Pistols bis zu PiL – Johnny Rottens Geschichte(n)” Buch
( Iron Pages Books / IP-Verlag.de , Release Date: 02. Juni 2008 )
In der Juli-Ausgabe des “Mojo” gab es eine ausfuehrliche Cover-Story mit
allen Mitgliedern der Sex Pistols. Zur Zeit tourt die Band unter dem Namen „Combine
Harvester“ durch die halbe Welt auf leider viel zu ueberteuerten Festivals mit
jeder Menge Scheiss-Bands, fuer die ich nicht einen Cent rauswerfen wuerde. Was
fuer ein unglaubliches Glueck dann doch eintrat, als mich Ex-3RD-Schreiber
Karsten darauf aufmerksam machte, das die Pistols fuer nur 27,00 EUR fast direkt
bei uns um die Ecke in Belgien spielen. Als ich dann nichts ahnend auf die Seite
von dem Festivalbetreiber ging, traute ich meinen Augen nicht. Zusammen mit den
Pistols treten auch THE KIDS, BUZZCOCKS und NEW YORK DOLLS auf. Da hatte wohl
jemand in Belgien tatsaechlich mal echten Geschmack bewiesen und nicht
irgendwelche Wegwerf-Bands, die mit den Pistols nichts, aber auch rein gar
nichts zu schaffen haben zusammen gewuerfelt. Bis auf die Kids sind die anderen
drei Bands aus ihren Zeiten in den 70ern eng verbunden. Das ist
Punkrock-Geschichte! Um sich die Wartezeit bis zum Festival am 02. August zu
verkuerzen, kam am 30.Juni nun auch endlich die DVD „There´ll Always Be An
England“ raus, die ihre restlos ausverkauften Shows im Londoner Stadteil Brixton
letzten Jahres im November dokumentiert, und die hoffentlich wohl auch noch
diese Woche bei mir eintreffen wird. Und, da waeren wir auch endlich beim
eigentlichen Thema, natuerlich die grossartige deutsche Uebersetzung dieses Buch
hier! 1996, als die Sex Pistols sich das erste Mal reformierten und auf
Welt-Tour gingen war ich nicht bereit fuer sie. Ich war enttaeuscht! Bitter
enttaeuscht! Und so schwafelte ich unverholt von Ausverkauf und das nur
hoffnungslose Idioten so viel Geld fuer solch eine laecherliche Darstellung
bereit waeren auszugeben. Trotzdem gelangte ich Jahre spaeter an einiger ihrer
Live-Auftritte auf DVD und fand es zugegebenermassen nicht wirklich schlecht.
Ich versuchte mehr Material von ´96 aufzutreiben und wurde schliesslich auch
fuendig. So schaute ich mir ihre komplette Pressekonferenz vor der Tour im „100
Club“ an, weitere Interviews und Auftritte folgten. Ein Satz aus John Lydon´s
grossem Mundwerk bei dieser Pressekonferenz erzeugte in mir ein klares
Umdenkens: „Jeder Vollidiot hat sich bisher auf unserem Ruecken die Taschen voll
gemacht. Nun sind wir sind dran uns das zu holen, was uns jahrelang zustand.“
Damit hatte er bei mir voll ins Schwarze getroffen gehabt. Ob ich wollte oder
nicht. Er hatte verflucht noch mal absolut Recht! Nach dieser einleuchtenden
Aussage sah ich die Pistols wieder so, wie ich sie stets gemocht habe. In diesem
Buch setzt sich diese einzigartige Geschichte fort. Dabei ist es durchaus
hilfreich, wenn man sich vorher mit anderen wegweisenden Buechern des Punk Rock
wie etwa „England´s Dreaming“ (Jon Savage), „Punk Rock“ (John Robb), „Please
Kill Me“ (Legs McNeil + Gillian McCain), „Sex Pistols – The Inside Story“ (Fred
& Judy Vermorel) und natuerlich die Autobiographie von John Lydon „No Irish, No
Blacks, No Dogs“ beschaeftigt hat. So hat man ein verdammt gutes Wissen, um sich
den neuen Geschichten in diesem 240-Seiten-starken Buch zu naehern. Es ist wie
eine oeffentlich gefuehrte Gespraechsrunde unter (man moechte beinahe sagen)
„guten Freunden“, die mit hohen Sachverstand ihre Geschichten ueber seine
bisherigen Lebensabschnitte kommentieren. Neben ROB JOHNSTONE zaehlen zu ihnen
GREIL MARCUS, KRIS NEEDS, LEGS McNEIL, PAT GILBERT, CLINTON HEYLIN, JUDY NYLON,
NIGEL WILLIAMSON, BARB JUNGR und ALAN CLAYSON. Sie alle wissen wovon sie reden,
bis vielleicht auf eine Ausnahme. Aber trotzdem, ich moechte ueberhaupt nichts
verraten, was dieses Buch an Storys hergibt. John Lydon ist in viele Rollen
hineingewachsen. Und von mir aus kann er sie auch noch alle ein paar Jahre so
weiterspielen. Das Meiste davon finde ich einfach umwerfend, gerade in der
heutigen so energielosen Zeit, einiges schlaegt natuerlich auch ein wenig auf
den Magen, und fuer uns, den wir John nur aus der Oeffentlichkeit kennen, sollte
es dann auch egal sein, wie er zu Hause bei seiner Frau Nora ist. Sicherlich
nicht so, wie wir es nach aussen hin von ihm gewohnt sind. Da wird Nora ihm
bestimmt schon was anderes erzaehlen! Ob er den Muell raus bringt oder den
Abwasch taetigt und Staub wedelt. Da moechte man evtl. dann doch auch mal gerne
Maeuschen spielen, aber im Grunde genommen geht es uns nicht wirklich etwas an.
Uns Aussenstehende sollten die neuen Geschichten im Buch reichen.
( * * * * * * )

SERUM 114
„Seid Ihr bereit?“ CD digi-pak
( Bodog Music / Bukee Promotion , Release Date: 25. April 2008 )
Ganz doll boes schaut mich die Band mit geschminkten Aeugelein auf dem doch
ziemlich blasiert wirkenden Poser-Cover an. Irgendwie fuehle ich mich
persoenlich angesprochen. Wollt ihr Stress oder nur das schnelle Geld machen?
Was denn jetzt? Darunter der Titel der CD „Seid Ihr bereit?“. Na ja, bereit bin
ich schon seit der ganze Punkrock-Scheiss vor ueber 30 Jahren angefangen hat,
und das ich auch mal in der Zeit nicht nur einmal b(e)reit war ist auch kein
Verbrechen. Aber das sinnlose Besaufen gehoert laengst meiner Vergangenheit an.
Tut zwar nix zur Sache, aber mir war danach, diese Worte nun in diese Kritik
einzuflechten. Heute bevorzuge ich es in allen Lebenssituationen vollkommen
nuechtern zu bleiben. Und nuechtern betrachte ich auch dieses erste Werk von
dieser relativ neuen deutschen Band. Musikalisch voll auf Kurs mit den TOTEN „fuckin´
Rock Am Ring“ HOSEN und den DONOTS, textlich allerdings, hau mal lieber ganz
lang ab damit. Nix fuer den Opa Real Shock und wer dann auch noch meint, es
waere heutzutage extrem cool den SOCIAL DISTORTION-Song „Through These Eyes“ in
„Durch diese Augen“ einzudeutschen, ja Herrschaftszeiten, da bekommt der Opa
ganz fix schwere Atemnot. Solch abartige Peinlichkeiten passieren
gluecklicherweise nur alle zehn Jahre mal auf deutschem Gebiet. Bullshit Hoch
Zehn! Bloss weg damit!!! Da kommt mir automatisch der gute Jimmy aus „Quadrophenia“
in den Sinn, wie er im Pub auf eine Musikbox einschlaegt und sich verzweifelt
fragt, wie konnte es nur so weit kommen, das die eigentliche
Rock’n’Roll-Einstellung so unglaubwuerdig von irgendwelchen Kackvoegeln wie etwa
fuckin´ STING vertreten wird?
( * )

THE SEWER RATS
„Rat Attack” CD digi-pak
( Bitzcore Records / Dynamic Discord Agency , Release Date: 11. April 2008 )
Mich haette mal interessiert, wo die drei Bandmitglieder vorher gespielt
haben. Kann mir kaum vorstellen, dass die Sewer Rats ihre erste Band ist. Denn
dafuer ist die Band rein musikalisch viel zu gut aufeinander abgestimmt! Nun,
die Sewer Rats aus Koeln passen auf jeden Fall perfekt in die heutige
Maschinerie, wo sich alle moeglichen Combos Punk Rock auf die Fahne schreiben.
Denn was Sewer Rats spielen ist sicherlich kein lupenreiner Punk Rock! Was man
mir schon alles als Punk Rock unter die Nase gehalten hat! Nee, das gibt es
nicht! Da kommen Zutaten zu Tage, die mich auch bei vielen anderen aktuellen
Bands massiv stoeren. Wie etwa das unsaeglich nervende Rockabilly-Absaegen an
Schlagzeug und Bass. Ueberhaupt nicht mein Fall! Macht in meinen Augen den
ganzen Sound kaputt! Wer allerdings eine bunte Mischung aus RANCID, MAD SIN,
TURBO AC’s, KINGS OF NUTHIN´ und THE BONES mag, wird bei den insgesamt 14 Tracks
goldrichtig liegen.
( * * * )

SHEARER
„Eve“ CD
( Puke Music / Dynamic Discord Agency , Release Date: 02. Juni 2008 )
Vielleicht war die Band noch nicht ganz ausgereift, um direkt ein Album mit
vierzehn Songs raus zuhauen. Aber, davon ab, welche Combo bringt heutzutage (ueberspitzt
formuliert) nach drei ersten Proben und einem mageren Auftritt nicht sofort eine
hastig aufgenommene full-length unter die Leute? Der Markt ist in der Hinsicht
in den letzten Jahren foermlich explodiert. Man schaut sich dazu nur einmal die
unueberschaubare Flut an neuen Bands an, die bei „MySpace“ eine Seite mit
tausenden von „ganz tollen Freunden“ haben. Aber, darauf wollte ich gar nicht
hinaus, denn ueber diese ganzen katastrophalen Geschehnisse hab ich mich erst
letztens u.a. bei der Review zu der RADIO DEAD ONES CD genuegend ausgelassen.
Nun, Shearer sind auch in Berlin beheimatet, aber ansonsten spielt die Band doch
einen ganz anderen Schuh. Das ist dann mehr Rock als Punk. Und um noch einen
Schritt weiterzugehen, mir klingt das viel zu sehr nach biederem Mainstream.
Nichts Gefaehrliches liegt da in der Luft! Einfach nur ziemlich angepasst! Bloss
nicht bei Rot ueber die Ampel gehen! Mit Punk an sich hat der runderneuerte
Shearer-Sound nicht viel am Hut! Diesen merkwuerdigen Anflug von „Jazz-Reggae“-Verknuepfungen,
die beispielsweise besonders gerne die von der „fachkundigen“ Musikpresse so
Hochdekorierten BEATSTEAKS on masse verwenden, finden hier auch immer mal wieder
ihren Platz. Wenn da nun richtig gute straighte Rock-Songs bei rum kaemen, wie
es etwa teilweise die FOO FIGHTERS oder mittlerweile auch LINKIN´ PARK
zelebrieren, haette ich da gar nichts weiter gegen einzuwenden. Ich find einige
Songs von beiden Bands recht ansprechend, obwohl ich mir da nichts wirklich von
kaufen wuerde. Es wird stets eine Punkrock-Scheibe geben, die da Vorrang haette!
Aber wenn man ab und zu auf fuckin´ MTV in die „Rockzone“ reinschaltet, kann es
durchaus vorkommen, das ich schon mal fuer ein oder zwei Lieder haengen bleibe.
Den Weg wollen Shearer sicherlich auch gerne einmal gehen. Vielleicht, mit etwas
Glueck schaffen sie es ja! Doch ich finde es ehrlich gesagt ziemlich vermessen,
im Info-Blatt zu schreiben, dass Shearer Vergleiche zu Groessen wie den FOO
FIGHTERS weder klanglich noch musikalisch zu scheuen brauchen. Das ist doch wohl
ein Scherz, oder? Kein einziger Song von dieser CD stoesst bei mir auf
aufrichtige Sympathie!
( * * )

SKARFACE
„Longlife Legendary Bastards“ CD
( Leech Records / LeechRedda.com , Release Date: 06. Juni 2008 )
Wusste gar nicht, das Skarface aus Frankreich kommen. Um genauer zu sein,
aus Paris, wo sie sich 1991 gegruendet haben. Seitdem tourt die acht- bis
zehnkoepfige Truppe kreuz und quer durch die Weltgeschichte und nahm insgesamt
10 Alben auf. Mit „Longlife Legendary Bastards“ ist dies nun ihr elfter Streich,
der satte 21 Tracks zur Schau stellt. Ihren Ska-Sound haben sie natuerlich immer
wieder verfeinern koennen. Von Perfektion moechte ich da nicht sprechen, denn
handgemachte Ska-Musik lebt ausdruecklich von seiner beispiellosen Spontanitaet
an flotten und extrem gepfefferten Rhythmen. Der beste Beweis liefert hierfuer
dieses neue Werk von Skarface.
( * * * )
THE SKUZZIES
„Dissatisfied” MCD
( Framingo Records / MySpace.com/Framingo , Release Date: 27. Mai 2008 )
Bisher hat England´s neue Rock’n’Roll-Hoffnung binnen weniger Monate zwei
Veroeffentlichungen als Vinyl und Download auf den Tisch gelegt. Nun folgt im
laufenden Eilverfahren eine erste echte CD. Waren bei den ersten zwei Releases
noch alle Songs weltexklusiv (was fuer ein schoen bescheuertes Wort…), so sieht
das bei dieser Neuerscheinung ein wenig anders aus. „Dissatisfied“, „Ice Cold“,
„Shotgun Romance“ und ich meine auch ihr vierter Song „Psychosexual“ sind zuvor
auf den ersten beiden eher inoffiziellen Editionen nur in einem anderen End-Mix
vernommen worden. Nun, fuer mich bietet sich hier nicht wirklich was Neues,
obwohl ich vor laufender Kamera zugeben muss, dass mir der Mix von „Dissatisfied“
weitaus mehr zusagt. Ansonsten, alles wie gehabt. Guter Rock’n’Roll-Punk, der
leider immer noch ein wenig seine Form sucht.
( * * * )

SS-KALIERT
„Addiction“ CD
( Razorblade Music / Razorblade-Music.com , Release Date: Mai 2008 )
Obwohl ich der Musik von den deutschen SS-Kaliert heute nicht gerade mehr
meine komplette Aufmerksamkeit schenke, sehe ich es nach wie vor als sehr
wichtig an, dass solche Bands auch noch nach 32 Jahren Punk Rock stets am
Horizont auftauchen, um den politisch motivierten Punk-Gedanken in ihrer Balance
halten. Und auch wenn ich von dem Hardcore-Gepruegel keineswegs angetan bin,
sind mir solche Bands um einiges lieber und vor allen Dingen glaubwuerdiger, als
diese ganze Moechtegern-Generation, die sich hauptsaechlich bei fuckin´ MySpace
verabredet. Dies ist nun das zweite Album von SS-Kaliert und es macht da weiter,
wo das erste hoechstwahrscheinlich aufgehoert hat. Mit verdammt viel Wut im
Bauch sprengen sie sich da durch 12 Tracks, unglaublich schnell sind sie,
voellig angepisst und musikalisch so was von scheisse aggressiv vorgetragen.
Labile „Wal-Mart“-Punkies koennten es da evtl. mit der Angst bekommen und vor
lauter Schreck in Ohnmacht fallen.
( * * * )

TRASHCAN DARLINGS
„Real Fucking Make-Up!” CD
( Strange Doll Records / EastSideRecords.de , Release Date: Mai 2008 )
Als wenn man es irgendwie geahnt haette! „Real Fucking Make-Up!“ ist der
grandiose Schlusspunkt, den die Trashcan Darlings nach dreizehn langen
Band-Jahren setzen.
Ende Mai wurde naemlich auf der „EastSide“-Page folgendes Schreiben bekannt
gegeben: „After 13 years as Norway's uncrowned Glamour-Punk pioneers it's
getting close to the end for Trashcan Darlings. They leave behind 3 full-length
albums, a long line of singles and the DVD 10 Years Of Trash. The decision was
made when singer Strange? Gentle late in May announced that he wants to quit due
to a longtime struggle with motivation and lack of inspiration. Chris Damien
Doll, Frankie Nachtnebel, Q. Ken Rockers and Andy Hunter do not wish to continue
the band without Gentle, who has fronted the group since the beginning. It was a
unanimous vote and the band wishes to stress that there is nothing unsaid or any
hard feelings between them.
The band would like to take this opportunity to thank their business partners,
friends, supporters and first and foremost their fans who have bought records,
merchandise and come to the shows. It's because of you that we have kept it up
for this long! The announced concerts in Norway and Germany will go ahead as
planned, so everyone shall get the chance to have a solid dose of Glamour Punk
before it's all over.
The last ever Trashcan Darlings concert will take place at the John Dee club in
Oslo on Saturday the 13th of December this year. Tickets can be obtained through
the Norwegian post office, bilettservice.no, 815 33 133, Narvesen or 7-Eleven
from the 9th of August.”
Auf „Real Fucking Make-Up!“ kommt man nun also in den Genuss der kompletten
„Gore Gore Boys“ 10“inch, sowie den ersten drei Singles „I Just Wanna Die (On A
Chemical High“), „Johnny Is A Drag-Queen“ und „Holiday In My Head”. Auch einige
fruehere Songs, die bisher noch nicht veroeffentlicht waren fanden den Weg auf
die CD, genauso wie fuenf, exklusiv nur fuer diese Compilation, neu
eingespielten Tracks. Das macht insgesamt 18 Lieder, die nach meinem Wissen auch
noch einmal im Studio neu gemastert wurden. Die Songs aus der Anfangszeit der
Band fand ich dabei immer noch am Besten! Fuer die Zukunft alles Gute Jungs!
( * * * * * )

U.K. SUBS
„Warhead” MCD
( Jet 13 Records / Jet13Records.co.uk , Release Date: 09. Juni 2008 )
Nein, am Schlagzeug sitzt nicht der weltberuehmte Koch Jamie Oliver. Ist
purer Zufall dass der Typ genauso heisst! Schade, dass ich das Video zu „Warhead“
nicht geoeffnet bekomme. Hab doch eigentlich alle Vorrausetzungen dafuer auf
meinem Computer installiert. Warum im Jahr 2008 eigentlich eine Neuverfilmung
von „Warhead“? Die Antwort ist ganz einfach. Der Song wird nie langweilig, ist
D-I-E Punkrock-Hymne der Subs, wie beispielsweise „White Riot“ fuer THE CLASH
oder „Suspect Device“ fuer STIFF LITTLE FINGERS. Der Song bleibt aufgrund des
politischen Hintergrunds stets aktuell und fand deswegen auch Gehoer in dem Film
„This Is England“ von Shane Meadows (siehe dazu das Review-Update vom Januar
2008). Neben der neu eingespielten „Warhead“-Version gibt es von einem weiteren
Subs-Knaller ein Update, und zwar von „I Live In A Car“. War uebrigens neben „C.I.D.“
der erste Song, den ich von den Subs im Sommer ´78 bei JOHN PEEL hoerte. Auf der
5-Track-CD sind dann noch mit „Creation“ und „Knuckleduster“ zwei voellig neue
Songs vertreten, hingegen es sich bei „Straighten Out“ um einen anderen Mix von
der letzten Single „666 Yeah“ handelt. Wieder einmal spielte Charlie Harper die
Songs mit einer neuen Band ein. Jet, dem das Label „Jet 13 Records“ gehoert und
ehemals bei den SONIC BOOM BOYS dabei war, ist an der Gitarre akustisch zu
vernehmen, und ein gewisser Brian Barnes bedient den Bass. Jeder Song klingt wie
ein Subs-Song eben zu klingen hat. Charlie´s snotty voice scheint dabei
unverwuestlich zu sein. Und das mit beinahe 65 Jahren!
( * * * * + )