So, hier nun das Update fuer Januar. Das Update fuer Februar erfolgt Anfang Maerz 2008. Alle Reviews, wie immer, besprochen von Ralf Real Shock, mit einer Ausnahme diesmal, und zwar das Buch von Frithjof Jacobsen.

ANDI SEX GANG
„Blind!“ CD
( Cherry Red Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 15. Oktober 2007 )
Nachdem „Cherry Red” im Juni 2005 das Album „Song And Legend“ von der SEX
GANG CHILDREN wieder-veroeffentlicht hat, legt das Label nun mit dem Solo-Werk
ihres Saengers Andi Sex Gang nach, was urspruenglich aus dem Jahr ´85 stammt.
Nun, da ich mit dem Gothic-Sound der Sex Gang Children schon recht herzlich
wenig anfangen konnte, hab ich hier mit „Blind!“ logischerweise auch so meine
kleinen Problemchen. Bei der Sex Gang Children hatte ich ja noch mit dem Song
„Killer ´K´“ wenigstens ein Liedchen, woran ich mich ein bissel hochziehen
konnte, aber da suche ich auf dieser 16-Song-CD – angereichert uebrigens mit
fuenf raren Bonus-Tracks – wirklich vergeblich. Andi hat echt den Dreh gefunden,
wie man mich extrem langweilen kann. Spricht mich so gar nicht an. Freunde der
Sex Gang Children werden sicherlich einen Freudentanz veranstalten, da es neben
den schon erwaehnten Bonus-Sachen auch eine ausfuehrliche Story im Booklet zu
lesen gibt, und neben den Texten zusaetzlich einiges an vorher schwer
zugaenglichem Fotomaterial zu bestaunen gibt. Da ich heute einen relativ guten
Tag habe, gibt es aus rein objektiver Sicht von mir drei Sternchen.
( * * * )

COCK SPARRER
„Here We Stand” CD
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 01. Oktober 2007 )
Was hab ich die „Shock Troops“ ´82 rauf- und runtergespielt! Dann verblasste
ihr Charme bei mir und ich begab mich fuer einige Zeit auf den unheilvollen
Hardcore-Pfad. Anfang der 90er verkaufte ich dann die Original-LP fuer gutes
Geld an keinen Geringeren als an Tom van Laak von „Radio Blast Recordings“!
Uebergabe war damals im „Metaluna 5“ in Duisburg an einen der Punkrock-Abende
mitten in der Woche auf einen Donnerstag, wo Roman Romero als DJ fungierte, und
ein hoffnungslos betrunkener Bernie Blitz den Dreadlook-Hippie hinter der Theke
mit den Worten: „´ey Momo, mach noch ma ´n Bier!“ aufforderte ihm eine weitere
Flasche Pils in die Hand zu druecken. Ich bin neben Blitz bei dem Spruch vor
Lachen beinahe zusammen gebrochen! Aber das tut ja nicht sehr viel zur Sache.
Cock Sparrer-Stuff bekam ich dann im Laufe der vergangenen Jahre in CD-Form zum
Besprechen auf ein Neues zugeschickt, worueber ich ganz froh war. Obwohl ich
dabei nicht gerade behaupten koennte, das ich mich der „Shock Troops“ wieder auf
Anhieb genaehert habe. Trotzdem schoen, dass sie als CD wieder in meinem Besitz
gelangt ist. Auf „Here We Stand“ haben die Sparrer Cocks rein musikalisch
voellig unkomplizierte Songs im Studio eingespielt, aehnlich wie es die RAMONES
ueber Jahre erfolgreich praktiziert haben. Da ist man erst mal voellig baff,
dass so was 30 Jahre spaeter noch klappt! Denn dies schnoerkellose Muster geht
nach nur wenigen Sekunden aeusserst effektiv auf und man bekommt wunderbar
hymnischen Punk Rock in Form von 14 Tracks vor den Latz geknallt. Beste
Beispiele hierfuer „Don´t Stop“, „Spirit Of ´76“, „Too Late“ oder „Last Orders“.
Aufgenommen wurde in London mit Pat „Boyfriend“ Collier (Ex-VIBRATORS) und
abgemischt in den Staaten u.a. von Lars „Rancid-Bastard“ Frederiksen. Da hat man
wirklich nichts dem Zufall ueberlassen. Ganz klar, nach der „Shock Troops“ ist „Here
We Stand“ das beste Album von Cock Sparrer. Aber das naechste Mal bitte ein
wenig freundlicher in die Kamera schauen, Mr. Colin McFaull!
( * * * * * + )

FRITHJOF JACOBSEN
„101 – Ein Jahr auf Tour mit Gluecifer“ Buch
( Iron Pages Books / IP-Verlag.de , Release Date: 18. Januar 2008 )
2004 machten GLUECIFER erneut Europa live unsicher, um eindeutig klar zu
stellen, dass sie ihren Titel: KINGS OF ROCK nowadays zu Recht tragen durften.
Von diesem Jahr 2004, in dem GLUE an die 101 Concerte spielten, hat nun ihr
ehemaliger Saenger Biff Malibu ein Buch raus gebracht, dass runtergeht, wie 1A
norwegische Fruchtbuttermilch - will heissen: Ein absolut lesenswerter Rock 'n'
Roll Trip vom allerfeinsten mit allen Tiefen und Hoehen, die ein Rocker so on
the Road ueberhaupt erleben kann. Man koennte dieses gut 190 seitige Buch
eigentlich in einem Schub durchlesen, aber da ich es zur besinnlichen
Weihnachtszeit bekam, las ich es ganz in Ruhe und genuesslich Abend fuer Abend
immer 1-3 Kapitel und hatte mehr als nur einmal einen guten Smeck. Biff, der
eine der tieferen charismatisch wirkenden Stimmen des ROCKS hat, hat auch einen
sehr eigenen Lebensstil, bzw., Lebensgeschmack mit ziemlich soften
Underground-Einstellungen, bei denen ich oefters ganz klar conform mitgehen
kann. Das betrifft einen guten Teil seines coolen Musikgeschmacks, und er kennt
sich wirklich bestens aus. Was er so an aelteren damaligen New Wave und Punk
Bands erwaehnte und die dazugehoerigen Teenage Underground Rituale der fruehen
'80er Jahre rufen da so einige eigene Jugenderfahrungen mit Bier und Punk Rock
wieder in mir wach. Was ich von Anfang an sehr bemerkenswert finde, ist, dass er
seine ehemaligen Bandmates, Roadies und sich selbst bei ihren und seinem
richtigen Vornamen erwaehnte. Sowas zeugt von erwachsener Klasse, und glaubt
mir, ich spreche da aus Erfahrung, denn es ist so gut wie unmoeglich von seinem
Nickname loszukommen. Da muss man schon John Mellor heissen und Frontman der
CLASH gewesen sein, damit man da vehement mit durchkommen kann. Anyway, hierbei
holt sich Frithjof bei mir schon von Anfang an die ersten Pluspunkte. Diese 101
Tage mit GLUE, die sie da zusammen aufgetreten waren, ziehen sich durch ganz
Europa, von Norwegen rueber nach England & Irland, Frankreich, durch Holland,
Belgien, dann Deutschland, zuueck nach Skandinavien in Schweden, Finnland,
Daenemark, wieder nach Deutschland, auch die Schweiz, Oesterreich, weiter in den
Sueden nach Italien, Spanien & und wieder Frankreich und wieder Deutschland,
noch mal England und dann wieder Norwegen und hin und her und komplett quer
durch Europa and so on, ya know ... Was fuer eine Wahnsinns-Tournee - Hut ab vor
den Jungs bis Kante! Ueber England schrieb er, wie uebel vieles dort war -
kaltes Wetter und mieses Essen, bzw. ueberhaupt kein Essen, herunter gekommene
Auftrittsorte und ein Publikum, das sich (k)einen abbrach, ihnen eine Chance zu
bieten, sie gut zu finden. Man kann sich alles bestens ausmalen. Von den
suedlicheren Laendern schrieb er viel ueber die kulinarischen Vorzuege, von
denen sie oft vorlieb nahmen und manchmal laeuft einem dabei schon ein bisschen
das Wasser im Munde zusammen. Auch erwaehnte er hier und da historische Bauten
und Gebaeude und auch kulturelles Shopping, meistens in der Form von Buechern,
wurde betrieben. Es wirkt alles wie ein soft-cooler Rock 'n' Roll Reisefuehrer.
In den Benelux Laendern trafen sie auf riesige Concertbesucher ueber 2 Meter
gross, die auch schon mal Gitarrist Arne neben anderen beruehmte(re)n
Rocklegenden bildlich auf ihren Van gesprayt haben. Sieht cool aus! Die
Fruehjahrstour 2004 absolvierten sie als Vorband von MONSTER MAGNET. Da fangen
die Unterschiede schon bei den Nightlinern an. Die ganzen Groupies- & J.
Daniels-Geschichten der MMs gleichen aufs Haar den Klischeevorstellungen, die
unser einer von solchen Rockstars so hat - dabei aber immer wieder mit einigen
Bruellern versehen. 4 mal habe ich GLUE in ihrer Karriere live gesehen. 4 mal
traten sie 2004 in Deutschland auf und auf kein einziges dieser 4 Concerte in
diesem Jahr 2004 war ich anwesend gewesen. Irgendwie gagig. Zuerst spielten sie,
wie gesagt mit MM, dann im Sommer mit den AERZTEN ein paar Festivals in
Deutschland, wobei GLUE diese Concerte wohl sehr genossen haben. Unter anderem
spielten sie in Berlin zusammen mit den AERZTEN den JUDAS PRIEST Song 'Breakin'
The Law' als Zugabe in der Waldbuehne. Ueber Berlin und Nuernberg gibt er einem
einen gekonnten Eindruck ueber unsere damaligen 3. Reichs-Bauten, und ich kann
mich nicht erwehren, zu bemerken, dass Norweger ein ganz spezielles
Vorstellungsvermoegen ueber die Deutschen im 3. Reich haben. TURBONEGRO tun sich
da auch sehr merkwuerdig mit, und auch mit der Kleidung, wie Euroboy z. B. mit
der SS-Muetze und den ganzen Schaeferhunden in deren Booklets, anyway ... Dann
spielten sie noch ein Showcase im KNAACK Club und schliesslich im SO 36. So it
goes. Mit DANKO JONES traten sie auch zusammen auf. Dieser rockte wieder total
das Haus. Der trinkt wohl auf der Buehne sehr viel Milch. Weiter gings auf der
Tour, wie er gut betrunken, ziemlich nervenden Bordsteinschwalben in Hamburg den
Laufpass gab, weil er einfach nur ins Hotel wollte, sich ausschlafen. Sich einen
krassen Magendarm Virus inklusive totalen Stimmverlust einfing, die ihn beide
fuer ein paar Gigs lahm legten, und er wieder nach Norwegen zurueck musste, sich
erstmal auskurieren. Immer, wenn er seine gedanklichen Abschweifungen verfasste,
wo & wie sie z. B. in norwegischer Provinz unterwegs waren, und er sich zurueck
erinnerte, wie GLUE frueher dort behandelt wurden, als sie in ihren Anfangstagen
dort auftraten, und die damalige Dorf Punk Police sie mit verschraenkten Armen
misstrauisch begutachtete, dann kann man sich dass wieder wunderbar bildlich
vorstellen. In Wien, da war alles so schlecht, dass sie in ihrer Umkleide einen
Ofen hatten, den sie selber befeuern sollten und trocken stellte er fest, dass
keine Mozartkugel in Sicht war oder wie sich ein Roadie auf 'ner Skandinavia
Faehre zwischen zwei Geldspielgeraeten den Kopf einklemmte. Fazit: Spielsucht
ist gefaehrlich! Was hab ich gelacht ueber solch trockenen Humor. Auch ein
Treffen mit den ONKELZ kam zustande, wobei diese ihnen ein Angebot machten, dass
sie sie als Support haben wollten. GLUE lehnten aber ab, weil viele Leute im
Musikbiz ihnen erzaehlt haetten, dass, wenn sie vor den ONKELZ als Vorband
auftreten wuerden, sie dann ihre Karriere so gut wie begraben koennten. Ein paar
Gigs nach Polen, Tschechien und Slowenien absolvierten sie auch und schlafen im
Tourbus kann schon ganz schoen holprig werden, wenn nicht sogar einfach
unmoeglich und oefters setzte er sich nach vorne zum Busfahrer und zog sich die
Highways rein und wenn dann, wie in Italien gesehen, ab und zu sau-schnelle
Ferraris an einem vorbei rauschen mit Panorama von hohen Bergen an den Seiten,
bzw. weit vor einem, dann kommt das schon stark beeindruckend. Etliche gute, ein
paar sehr gute und some weniger gute Gigs, die oeffentlichen und privaten
Aftershowpartys und die ganzen Restaurant-Besuche, (Fr)ess-und Trinkgelage und
auch die Aufnahmen zum letzten GLUE-Album etc. etc. .... machen dieses Buch zu
einem tollen Lesevergnuegen (nicht nur) fuer eingefleischte GLUE Fans und
absolut kaufenswert. Abzuege in der B-Note gibt's einzig und allein fuer die
Uebersetzung, da diese mehr als nur einmal 1:1 uebernommen wurde und dass liest
sich dann leider, tut mir leid, wirklich ziemlich arm, weil man sich dann auch
mit noch so grosser Fantasie einfach keinen richtigen Reim auf einige
Textabschnitte machen kann. Da fehlt(e) dem Uebersetzter einfach eben diese so
wichtige Phantasie und auch mal zwischen den Zeilen probieren zu lesen, waere
nicht schlecht oder einfaches Ummuenzen von selbst erlebten Rock 'n' Roll & Punk
Rock Erlebnissen sind da manchmal ganz nuetzlich, da man einfach das englische,
bzw. das norwegische nicht einfach von Wort zu Wort ins deutsche uebersetzen
kann. Freedom bedeutet dann auch immer noch Freiheit und nicht Frieden. Anyway,
ein sehr cooles authentisches Rock 'n' Roll Buch ueber eine der coolsten KICK
ASS ROCK 'N' ROLL Bands, die dieser Planet jemals hervor geschleudert hat und
machen wir uns doch nichts vor, das Abschiedsconcert von GLUE in 2005 war der
Oberhammer und die Band wird bestimmt eines Tages wieder fuer ein paar Gigs
zusammen kommen. Das steht fest - wir werden's ja sehen und auch egal, ob ich
sie dann noch einmal sehen werde oder nicht. Ihre DVD, ihr Abschiedsgig und eben
dieses hier cool geschriebene und auch cool erlebte Buch werden fuer immer und
ewig in meinem PUNK ROCK & ROLL HERZ wohnen bleiben, TIL I DIE FOR SURE !!!! CUZ
IT's VERY AUTHENTIC & THAT's WHAT I LIKE, YA KNOW !?!?!
Bedanken moechte ich mich hiermit ganz herzlich bei R. R. S. und den Verlegern
Jeske & Mader, die mir dieses Buch freundlicherweise zur Besprechung zugeschickt
haben in NO TIME. FANX A LOT !!!
An alle anderen GLUE Fans & TRUE ROCK 'N' ROLLER: Einfach kaufen, denn hier
schreibt kein anderer, als Frithjof Jacobsen, bekannt(er) unter dem Namen BIFF
MALIBU, ausgestiegener Saenger von GLUECIFER, den (ehemaligen) KINGS OF ROCK,
die 1 so wichtiger Teil von den SKANDINAVIAN BIG 4 sind/waren, weil sie fuer gut
mehr als 'nur' 5 Jahre lang in den Mit/Spaet-'90ern des 2. und auch gut hinein
ins 3. Jahrtausend mit die Gefahr zurueck in den Rock 'n' Roll gebracht haben.
SOMETIMES !! Hell, Yeah !!!! Cheers & Stay Free !!
( * * * * * )
THE GO-A-WAY-MAN

GREEDY BEES
„Makeshift Wings To The Stars” CD
( 808 Records / LeechRedda.com , Release Date: 05. Oktober 2007 )
Vielleicht einer der etwas „haerteren Produkte” aus dem Hause „Leech“. Diese
acht Buben aus Saarbruecken froenen seit 2001 ungeniert ihre Leidenschaft fuer
Punk, Ska, Jazz(?) und Hardcore. Dies ist nun ihr zweiter offizieller Longplayer
auf dem man ihre konstant musikalische Weiterentwicklung sehr gut beobachten
kann. 14 Songs, die sicherlich fuer eine gewisse melodische Qualitaet sprechen.
Aber mir sind das eindeutig zu viele Einfluesse, die man da teilweise in die
Songs verarbeitet. Da werden nach meiner Ansicht zu oft die Stilrichtungen
innerhalb eines Songs gewechselt. Das geht gar nicht! Und so viele Instrumente
auf einen Fleck verwirren mich einfach!
( * * * )

HELL’S BENT ON ROCKIN’
„A History Of Psychobilly" Buch
( Cherry Red Books / CherryRed.co.uk , Release Date: 08. November 2007 )
Ein ausfuehrlich gestaltetes Buch um die Historie der Psychobilly-Musik
einzufangen und einen wuerdigen Rahmen zu geben schien laengst ueberfaellig zu
sein. Und so finden vom Autoren Craig „Bracko“ Brackenridge (bekennender
Psychobilly-Liebhaber seit den fruehen 80ern) zunaechst alle wegweisenden Bands
(THE METEORS, GUANA BATZ, KING KURT, THE KREWMAN, FRENZY, DEMENTED ARE GO) eine
respektable Erwaehnung in den ersten Kapiteln. Aehnlich wie im Punk Rock kamen
diese Bands einem Flaechenbrand gleich, der sich zuerst in Windeseile im
gesamten Vereinten Koenigreich ausbreitete. Aber es dauerte nicht lange und
Psychobilly hatte das Festland erreicht und macht auch die Clubs im Rest von
Europa unsicher. Amerika liess natuerlich auch nicht lange auf sich warten und
so wurden dort auch die ersten Flats gesichtet. Bis heute hat sich Psychobilly
im Underground beachtlich gehalten und es erscheinen immer wieder neue
aufregende Bands, die der Szene frischen Wind einhauchen. Und es ging sogar so
weit, das sich heute auf Festivals neben Psychobilly-Bands auch problemlos
Punkrock- und Oi!-Bands einreihen, was in den Anfangstagen sicherlich eher mit
aufgeplatzten Lippen, Rippenbrueche und blauen Augen geendet haette. Das beste
Beispiel, wie man es heute allerdings ohne Aerger schafft, ist das „Speedfreaks
Balls“, das jedes Jahr in England veranstaltet wird. Von diesen ganzen
Geschichten erzaehlt das 232-seitige Buch in all seinen Einzelheiten.
( * * * )

THE HOAX
„…And So It Went 1979 – 1981“ CD
( Bin Liner Records / Detour-Records.co.uk , Release Date: 10. Dezember 2007 )
War doch sehr angenehmen ueberrascht als mir Dizzy Detour eine komplette
full-length von diesem englischen Trio schickte. Der Bandname sagte mir noch
was. Anfang der 80er kaufte ich mir ihre „Blind Panic“-EP mit ihren
Killer-Tracks „Pig Farm“ und „This Is My Life“. Warum die 7“inch allerdings dann
wenige Jahre spaeter auf einer meiner ersten Verkaufslisten landete, ist fuer
mich heute ein echtes Raetsel. Ich war jung und brauchte das Geld! Aber diese
Verbrechen an meiner Vinyl-Sammlung will ich an dieser Stelle nicht laenger
vertiefen, sonst laufe ich hinterher noch Amok in meiner guten Stube! Zurueck zu
Hoax! Die drei Jungs aus Manchester gruendeten sich 1979 und brachten in einem
relativ kurzen Zeitraum von September ´79 bis November ´81 vier Singles raus.
Die sind hier auch mit all ihren Tracks vertreten, sowie noch einige
unveroeffentlichte Studio-Outtakes und zwei Live-Beitraegen. So kommen wir auf
22 Lieder! Der Sound ist im feinsten britischen ´77er-Punkrock-Antike gehuellt!
„Killed By Death“ motivierte Mid-Tempos mit einem herrlich rotzig abnoelenden
Saenger und ein koenglich primitiver Gitarrensound mit dieser unverkennbar
abgefuckt wirkenden Schraeglage, wirklich, hier kommt so einiges an
Punkrock-Geschichte zusammen!!! Die Hoax waren damals auf jeden Fall eine
weitere ausbaufaehige Small Wonder-Band gewesen! Leider, wie so viele Combos
damals, loesten sie sich bei ersten internen Problemen auf.
( * * * * * + )

JOEY KEITHLEY
„Ich, Shithead. Mein Leben als Punk“ Buch
( Iron Pages Books / IP-Verlag.de , Release Date: 11. September 2007 )
Joey „Shithead“ Keithley´s Buch, was urspruenglich zunaechst 2003 in Kanada
veroeffentlicht wurde, ist nun von Tommy Molotow (Saenger bei MOLOTOW SODA), ins
Deutsche uebersetzt worden. Tommy macht dabei eine gute Figur. Normalerweise
beginnt eine selbst geschriebene Biographie eigentlich damit, wie alles
angefangen hat. Wie man z.B. zum Punk Rock kam, wie man ihn speziell fuer sich
entdeckt hat, wie man beispielsweise auf die ersten Gleichgesinnten traf, und
warum man sich gerade diesen ungemuetlichen Weg ausgesucht hat. Nicht so bei Mr.
Shithead! Darueber wird im Grunde genommen kein Sterbenswoertchen verloren. In
seinen Erzaehlungen ist Punk Rock schon da und man koennte auch beinahe den
Eindruck bekommen, das dies zunaechst gar nicht so wichtig erscheint. Denn bevor
es mit DOA losging, spielte Joey u.a. in der langweiligen Rock-Band STONE CRAZY.
Als sie merkten, dass der ganze Rock’n’Roll-Standard sie nicht wirklich weiter
brachte, meinte einer aus der Band: „Vielleicht sollten wir lieber eine
Punk-Rock-Band werden?“ Fuer meine Ohren hoert sich das zunaechst so an, als
wenn ein paar altkluge Hippies auf den aktuellen Trendzug aufspringen. Nun, das
hat sich ja gluecklicherweise nicht bei Joey bestaetigt, denn erst so ganz
langsam fuegt er sich in das Leben eines Punkrock-Musikers ein. Shithead
beschreibt in dem 224-Seiten-Buch hauptsaechlich die Erfahrungen, die die Band
auf Konzerten und monatelangen Touren erlebt hat. Von daher koennte man auch von
einer Art Tourbuch sprechen und weniger von einer persoenlichen Biographie.
Vielleicht wollte Shithead auch nicht zu viel Privates an die
Punkrock-Oeffentlichkeit dringen lassen. Von daher enttaeuscht mich das Buch
schon ein wenig, denn eigentlich haette ich viel lieber mehr von Shithead selbst
erfahren, ausser die staendigen zum Teil doch etwas uebertrieben wirkenden „Ich
markiere den harten Mann“-Tour-Erzaehlungen. Nun, am Ende des Buches war es gut
raus zu lesen, das Shithead Mr. DOA persoenlich ist. Es war und ist ganz klar
seine Band und ein Mitspracherecht wurde/wird „zwischen den Zeilen“ nur bedingt
den anderen Bandmitgliedern zugesprochen.
( * * * * + )

THE LAST ROCK’N’ROLL BAND
s/t CD
( Revolution Records / myspace.com/thelastrocknrollband , Release Date: 25.
November 2007 )
Honest John Plain und Casino Steel von THE BOYS taten sich mit Petter Baarli
(u.a. JOHNNY THUNDERS BAND), Robbie Rushton (u.a. THE CRYBABYS) und Mat Sargent
(u.a. CHELSEA und SHAM 69) zusammen, um ein Rock’n’Roll-Monster zu erschaffen!
Als selbsternannte Last Rock’n’Roll Band hatten sie sich ja erheblich unter
Druck gesetzt! Aber kein Grund zur Sorge, es ist ihnen zum groessten Teil
verdammt gut geglueckt! Vor allem freut es mich, das Plain und Steel ganz klar
dem Sound ihren BOYS-Stempel aufdruecken! Als Beispiel einfach mal in „She
Thinks I Still Care“, „I Won´t Do It“ oder in „A Selfish Brat“ reinhoeren. Da
schimmert dieser typische „Beatles Of Punk“-Sound doch sehr gut durch. Man
koennte da auch fast schon von einer nigelnagelneuen BOYS-Scheibe sprechen! So
frisch und kraftvoll kommen die Songs naemlich daher! Und obendrauf gibt es gut
ausgewaehlte Cover von JOHNNY CASH „Folsom Prison Blues“ und THE WHO „Substitute“.
Die brillant abgemischte Produktion erledigt zudem den Rest. Zu allen Songs noch
die Texte im Booklet und auf dem grossartig gezeichneten „Das letzte
Abendmahl“-Cover entdeckt man neben der Band auch noch SID VICIOUS und JOEY
RAMONE. Punkrocker, wat willste mehr? Die „alten Herren“ des britischen Punk
Rock haben sich mehr als nur eindrucksvoll mit dieser Scheibe zurueckgemeldet!
( * * * * * + )

MACHINES
„Weekend“ MCD (Promo)
( The-Machines.com / MySpace.com/77Machines , Release Date: November 2007 )
Viele schon laengst vergessene Punkrock-Bands aus den 70ern haben erst durch
“MySpace” so richtig an Zuspruch gewonnen. Ich glaub, dass es auch so aehnlich
den britischen Machines ergangen ist. Sie hatten Anfang 1978 die „True Life“-EP
auf „Wax Records“ veroeffentlicht, dessen roher Gewalt-Akt „Everythings
Technical“ bei JOHN PEEL im Radio Hochkonjunktur hatte. Die EP haette auch
optimal zu „Raw Records“ gepasst, dem damaligen Zuhause u.a. von THE USERS, THE
KILLJOYS, THE UNWANTED und SOME CHICKEN. Wie so viele Punkrock-Songs hoerte ich
auch diesen Killer-Track zu der Zeit bei John Peel´s „Rock Today“ auf BFBS das
erste Mal. Einige Jahre spaeter fand ich in einem Londoner Secondhand-Store eine
akzeptabel erhaltene Copy der Single. Zu erwaehnen waere vielleicht noch, dass
die vier Songs zunaechst sehr leise beginnen, aber dann zunehmend lauter werden.
Wer da wohl am Mischpult geschlafen hatte? Von der damaligen
Trio-Originalbesetzung ist nur noch Saenger und Gitarrist Nick Paul uebrig
geblieben. In Stephen Reddihough am Bass und Steve Pegrum am Schlagzeug fand er
wieder zu einem Trio zusammen, was auch nach ueber 30 Jahren durchaus eine
Berechtigung hat. Mit „Weekend“ ist ein erstes reines Promo-Werk erschienen. Der
Titelsong ist dann auch zugleich der beste Song unter den insgesamt fuenf Tracks
und erinnert besonders im Refrain an „Seven Day Weekend“ von JOHNNY THUNDERS
HEARTBREAKERS. Die restlichen vier Songs sind voellig in Ordnung gehende ´77er
Mid-Tempos, die ein wenig mehr an Spielwitz und Schnelligkeit vertragen koennten.
Eine Studio-CD soll in der Mache sein.
( * * * * + )

THE MOB
„May Inspire Revolutionary Acts“ CD
( Overground Records / OvergroundRecords.co.uk , Release Date: 26. November 2007
)
Da die erste CD auch nach fast vier Wochen nicht bei mir ankam, schrieb ich
„Overground“ noch einmal an, ob man evtl. bereit waere eine zweite CD in die
Post zu geben. Da ich weiss das die englische Post nicht zu den zuverlaessigsten
zaehlt und es auch noch einige Wochen vor dem Weihnachtsgeschaeft passierte,
dachte ich, das die erste Lieferung einfach verschuett gegangen war. „Overground“
war so nett und gab eine weitere CD in die Post, die dann auch ziemlich
puenktlich bei mir eintraf. Allerdings staunte ich nicht schlecht, dass Anfang
Februar dann auch tatsaechlich noch die urspruengliche erste CD ploetzlich bei
mir im Briefkasten lag, mit Abstempeldatum vom 01. Oktober 2007!!! Somit war die
CD wackere vier Monate von England nach Deutschland unterwegs gewesen!!!! Hab
ich so bisher auch noch nicht erlebt. Nun gut, jetzt habe ich zwei Kopien, wobei
mir natuerlich die eine voll und ganz gereicht haette. Eigentlich hatte ich ja
insgeheim gehofft, das auf der 20-Track-CD von der einstigen Anarcho-Punk-Band
aus dem engeren Umfeld von CRASS auch ihr Single-Song „The Mirror Breaks“ drauf
waere, den ich Anfang der 80er immer wieder verdammt gerne gehoert habe, und der
bis zum heutigen Tage ganz klar mein fave song von the Mob geblieben ist. Aber
nach einer ersten Bestandsaufnahme konnte dieser Song gar nicht mit dabei sein,
da es sich hier hauptsaechlich um Demo-, Cassetten- und Live-Songs handelt.
Allerdings ist es mir etwas schleierhaft, warum ihre Single-A-Seite, „No Doves
Fly Here“ es dann geschafft hat. Aber bei naeherem Betrachten des Booklet ist
diese Angelegenheit schnell geklaert. Es handelt sich naemlich um die bisher
unveroeffentlichte Testpressing-Version. Trotzdem faellt die Aufnahme allein
schon wegen der guten Aufnahmequalitaet aus dem Rahmen. Denn sonst laesst die
Qualitaet doch arg zu wuenschen uebrig. Dieses Release zaehlt nicht gerade zu
den goldenen Stunden vom „Overground Label“. Und muss man wirklich nicht
unbedingt veroeffentlichen. Da reichte einfach das musikalische Know-How der
Band nicht aus, auch wenn es sich u.a. um die beiden raren Kauf-Cassetten „Ching“
(1981) und „A Tribute To Bert Weedom“ (1980) handelt, die es zu der Zeit nur auf
der Tour oder via Mailorder bei der Band zu bestellen gab. Ein kleines
Trostpflaster findet sich am Ende dann doch noch fuer mich in einer ziemlich
rauen Cassetten-Version des Liedes „The Mirror Breaks“.
( * * * )

PUNK ROCK
„Die ganze Geschichte” Buch > von John Robb <
( Ventil Verlag / Ventil-Verlag.de , Release Date: Oktober 2007 )
Nicht ganz so durchgeknallt gestalten sich die Geschichten, wie etwa aus dem
amerikanischen Gegenentwurf des Buches „Please Kill Me“, wo es echt an ein
Wunder grenzte, das es z.B. ein IGGY POP dort lebend rausgeschafft hat! In
England´s Punkrock-Story ging es nicht um schlechte Drogen und Groupies
abziehen, sondern der musikalische Faktor genoss den unbedingten Vorzug. Das
liesst man immer wieder sehr gut aus den kleinen Storys raus. Auf satten 512
Seiten wird relativ sachlich und nuechtern versucht wiederzugeben, wie es damals
angefangen hat. Dabei hat Autor John Robb (auch seit den Punkrock-Anfaengen
dabei, frueher mit THE MEMBRANES unterwegs, heute allerdings besser bekannt als
Saenger von GOLDBLADE) beachtliche Namen aus dem Register gezogen, wie etwa
BILLY BRAGG, ARI UP, BRIAN YOUNG, CHRISSIE HYNDE, DON LETTS, JAKE BURNS, JIMMY
PURSEY, MALCOLM McLAREN, MARCO PIRRONI, MARK PERRY, MICK JONES, NICK CASH,
PAULINE MURRAY, RAT SCABIES, SEGS, SIOUXSIE SIOUX, STEVE DIGGLE oder TONY JAMES.
Schon allein dieser kurze Auszug vermittelt, dass die wirklich wichtigen
Vertreter dabei zu Wort kommen. Seien es Musiker, Veranstalter oder
Fanzine-Schreiber. Was ebenso elementar wichtig ist, dass man auch Fans mit ins
Geschehen eingebunden hat und sie schildern somit Erlebtes aus ihrem ganz
persoenlichen Blickwinkel. Jeder versucht auf seine Art sich all die
Geschehnisse wieder so gut es geht ins Gedaechtnis zu rufen. Genau das macht das
Buch so unglaublich spannend, das man es am liebsten an einem Stueck lesen will.
Und es ist wohl auch als eine kleine Meisterleistung zu betiteln, das John Robb
olle JOHNNY ROTTEN fuer dieses Buch begeistern konnte. Allerdings sollte Mr.
Rotten in manchen Erzaehlungen besser seinen Mund halten, denn einen CHARLIE
HARPER macht man nicht so mir nichts dir nichts bloede von der Seite an. Voellig
unbegreiflich! Aber daran merkt man aber auch ganz schnell, das good old Rotten
mit der Punkrock-Szene an sich herzlich wenig mit am Hut hat. Den
ungerechtfertigten Angriff auf Charlie Harper erkannte auch Mr. Robb sofort und
in einer Fussnote bezieht er mal kurz Stellung zu dem unqualifizierten
Duennpfiff von Rotten, und nimmt dabei unseren Charlie in Schutz! So geht es ja
schliesslich nicht Herr Rotten! Aber bei den Amerikanern hat man ja da noch eine
ganz andere Theorie, warum Rotten sein zynisches Grossmaul nicht mal fuer eine
Sekunde halten kann! DEE DEE RAMONE soll angeblich in ein Bier gepisst haben,
was er Rotten dann angeboten hatte. Denn auch an der Ami-Scene und insbesondere
an den RAMONES laesst Rotten im Buch kein gutes Haar! Ich denke ganz einfach,
dass man Rotten in all den Jahren noch nie wirklich mal die Meinung ins Gesicht
geschleudert hat, wie beschissen er sich manchmal auffuehrt.
Die Uebersetzungen sind gut gelungen, man merkt einfach, dass man sich die Muehe
gemacht hat, auch die Untertoene richtig zu treffen.
Das Buch werde ich schon sehr bald ein zweites Mal lesen. Und ich kann mir beim
besten Willen nicht vorstellen, dass es beim dritten oder vierten Durchlesen
langweilig werden kann! God Save John Robb!!! Einen Super-Job hat er da
hingelegt!!!
( * * * * * * )

RADIO DEAD ONES / FUNERAL MARCH
„Nothing…Just The Same As Before Birth“ Split-LP
(True Rebel Records / True-Rebel-Records.com , Release Date: Oktober 2007 )
Seit den Punkrock-Anfaengen hat sich rein optisch jede Menge veraendert. Ich
kann mich z.B. nicht daran erinnern, das Ende der 70er bis zum Ende der 80er
Taetowierungen eine massgebliche Rolle gespielt haben. Okay, es gab hier und da
mal wat Buntes auf den Oberarmen zu betrachten, aber meistens waren das auch
noch ziemlich schlecht gestochene Motive. Ich hatte ja immer mal mit dem
Gedanken gespielt gehabt, mir auf dem Oberarm ein „1977 - ?...“ stechen zu
lassen, weil ich das mal im Sommer ´82 bei einem Alt-Punker in London waehrend
eines U.K.SUBS-Gig im „Klub Foot“ auf seinem Arschlappen gesehen hatte. Fand ich
damals wie heute umwerfend gut! Nur gut, das ich dies nie in die Tat umgemuenzt
habe. Denn mit Taetowierungen konnte ich mich im Grunde genommen nie wirklich
anfreunden. Erst als Mike Ness sich in den 90ern so nach und nach zupikte, war
das nach meiner Ansicht bei vielen Leuten der alles entscheidende Kick gewesen,
und so wurde den Taetowierern foermlich die Bude eingerannt! Auch diese Bands
sind von diesem Fieber befallen! Nun, jeder so wie er moechte, aber ich
beurteile ja schliesslich nicht die Optik, sondern ich versuche lediglich mein
ganz persoenliches Urteil ueber die Musikleistungen zu protokollieren. Aber
meine Guete, was sind die jungen Menschen von heute doch zu gerotzt. Die RADIO
DEAD ONES mausern sich so langsam! Angenehm faellt mir sofort auf, das ihr
Saenger sich im Gegensatz zu ihrer Mini-LP doch stark zurueck genommen hat, und
nicht mehr so extrem kraechzend daher kommt. Tut dem allgemeinen Soundgewand
sehr gut! Musikalisch koennte das auch jederzeit auf „TKO Records“ seine
Berechtigung haben. Und irgendwie klingt alles viel harmonischer, so das mir die
spaeten US BOMBS-Scheiben spontan in den Sinn kommen. So eine zweite Gitarre
macht in dem speziellen Fall immer viel mehr was her! Die Songs klingen
keineswegs abgeschmackt oder ideenlos, wie es ja eigentlich sonst eher der
Normalfall ist. Die Songs haben eine gewisse Tiefe, das unterscheidet die Radio
Dead Ones von vielen anderen sogenannten Streetpunk-Bands, und hebt sie deutlich
ab. Die Jungs sind meines Erachtens nun auf jeden Fall auf dem richtigen Weg.
Ganz klare Hits sind „Radical Capital“ und „Middle Of The Road“. Bei der zweiten
Band, FUNERAL MARCH aus Dortmund, gibt es allerdings noch viel zu tun! Das Tempo
ist viel zu hoch, da gibt es keinen Unterschied zwischen Strophen und Refrains
auszumachen. Stimmlich ist das auch etwas duenn besiedelt! Ich empfehle, das
Tempo zu drosseln, verstaerkt an den Songmelodien arbeiten und dabei mehr
Gewicht auf die Stimme zulegen. Dann wuerde der ADOLESCENTS-Touch wie auf „Riskless
Life“ vernommen, deutlich besser zur Geltung kommen. Denn darauf legt es die
noch sehr junge Band ja auch an, sich wie die Radio Dead Ones vom
Durchschnitts-Streetpunk abzuheben, und ein kleines Extra-Leckerli einzubauen.
( * * * * + )

THE SKUZZIES
„Shotgun Romance“ 7“ (Promo-CD)
( Framingo Records / FramingoRecords.com , Release Date: 03. Dezember 2007 )
Der Titelsong praesentiert sich aber um Laengen besser als ihr langweiliger
Einstiegs-Song von ihrer ersten Split-7” vom September 2007. Das Schlagzeug
kommt schoen trashig, die Stimme ist nun auch um einiges klarer, und es bietet
sich sogar noch Platz fuer ein rasantes Gitarren-Kurz-Soli! Hier passiert
einfach viel mehr! Kurzum, „Shotgun Romance“ ist ein kleiner Hit geworden, den
ich immer wieder und zu jeder Tageszeit hoeren kann. Die restlichen beiden
Tracks fallen da ab, aber wirklich nur ganz minimal. „My Wings“ ueberrascht mit
coolen Reggaelaeufen und „Dissatisfied“ mit einen aeusserst treibenden Sound,
den ich in der Form am ehesten mit dem Album „Beyond Rebellion“ von SHOTGUN
RATIONALE aus dem Jahre ´92 spontan in Verbindung bringen wuerde. Das Trio der
Skuzzies, was uebrigens von NINA ANTONIA gemanagt wird, ist nach kurzen
Anlaufschwierigkeiten nun auf dem richtigen Weg, um den Englaendern nach all den
beschissenen Jammer-Jahren mit Bands wie den fuckin´ Oasis oder fuckin´
Babyshambles endlich mal wieder zu zeigen, wat eine echte Rock’n’Roll-Harke ist.
( * * * * * )

THIS IS ENGLAND
2 DVD Disc-Set
( Ascot Elite Home Entertainment / VollKontakt.com , Release Date: 06. Dezember
2007 )
Durch Zufall bin ich durch die Homepage von den U.K. SUBS auf den Film
gestossen. Unter „News“ wurde vermeldet, das die Subs im Film mit dem Song „Warhead“
vertreten sind. Nun, schnell auf die englische Page von „This Is England“
gegangen und mir den Trailer angeschaut. Sah alles ziemlich viel versprechend
aus! Haette aber niemals fuer moeglich gehalten, das der Film auch fuer den
deutschen Markt synchronisierst wird, geschweige denn das es da mal eine
deutsche DVD-Fassung von gibt. Dachte eher, dass dies eben ein typisch
britischer Film ist, der niemals die Insel verlassen wuerde. Nun falsch gedacht,
zum Glueck! So bekam ich nun das Deluxe-Paket zugeschickt! Also, zum regulaeren
Film eine sehr gut gemachte Bonus-DVD, u.a. mit den Sektionen Interviews, Behind
The Scenes, Deleted Scenes, Casting, Drehorte, Make-up und Hairstyles! Teilweise
basiert die Geschichte des Film auf das was Regisseur Shane Meadows als
13jaehriger selbst Anfang der 80er in dem englischen Provinznest Uttoxeter
erlebt hat. Im Film hingegen ist der „Held der Geschichte“ der 12jaehrige Shaun,
dessen Vater bei der britischen Armee war und im Kriegseinsatz um die
Falklandinseln getoetet wurde. In der Schule wird Shaun wegen seinen Schuhen und
Haaren von den Mitschuelern andauernd getriezt. Erst als eine Gruppe von
Skinheads sich ihm annimmt veraendert sich sein Leben von heut auf morgen. Aus
dem kleinen Bubi wird rein optisch ein echter Vorzeige-Skin! Alles ist gut, bis
zu den Tag, als der wesentlich aeltere Combo aus dem Knast entlassen wird und
die Gruppe wieder fuehren will. Nur mit dem gravierenden Unterschied, das Combo
sich waehrend der Zeit im Bau zu einem rassistischen Arschloch entwickelt hat!
Das will er mit aller Macht in die Gruppe „reinpruegeln“, die vorher keinerlei
Anstalten machten rassistisch zu sein. Combo sprengt sozusagen die Gruppe und
versucht alles, um sie fuer die National Front zu begeistern. Einige lassen sich
von seinem Hass anstecken und folgen ihm. Auch Shaun, der in Combo aber in
erster Linie eine Art Vaterfigur sieht. Soweit die Story. Man will ja auch nicht
zuviel verraten! Nun, schauspielerisch werden hier sicherlich keine Glanzstuecke
abgeliefert. Viele der jungen Darsteller liefern hier ihr Debuet ab! Der Einzige
der wirklich in seiner Rolle voll und ganz ueberzeugen kann ist Combo, gespielt
von Stephen Graham, und bekannt als Tommy aus Guy Ritchie´s Film „Snatch“, sowie
aus Martin Scorses´s „Gangs Of New York“. Wirklich schade ist es, dass so einige
Filmszenen wegen der halbgaren Synchronisation auf der Strecke geblieben sind.
Nun, davon mal abgesehen ist der Film aber sonst verdammt authentisch
ausgefallen. Die Szenen, wo die Gang in ihrem kleinen Kaff um die Haeuser ziehen
sind einfach nur brillant umgesetzt worden. Genau wie der Vorspann, dessen
Zeitraffer zeigt was in England 1983 passierte. Das hat wirklich Stil! Auf jeden
Fall anschauen!
( * * * * * )

V.A.: „PSYCHOBILLY & ROCKABILLY MAYHEM”
„The Western Star Promo Collection” DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: 26. November 2007 )
Das scheint auf jeden Fall ein echter Leckerbissen fuer alle Psychobillys &
Rockabillys zu sein! Alan Wilson, besser bekannt als Gruendungsmitglied und
Frontmann der 80er Psychobilly Pionier-Band THE SHARKS hing in den spaeten 90ern
nach zwanzig Jahren „kontinuierlich in einer Band zu spielen“ seinen ollen
Telecaster an den Nagel, um sich nun die andere Seite der Medaille mal genauer
unter die Lupe zu nehmen. Bedeutete, das er sein „Western Star Label“ gruendete,
wo man nicht nur seine Songs aufnehmen konnte, sondern in den Studios wurde auch
zahlreiche Promo-Videos produziert. Von den 27 Mitschnitten, die auf der DVD
enthalten sind, waren bisher nur drei wirklich bekannt. Die restlichen 24 sind
hier zum ersten Mal in voller Laenge zu sehen. Bekanntere Bands duerften
natuerlich THE FRANTIC FLINTSTONES, THE SHARKS und FRENZY sein, aber auch damals
noch unbekannten Gruppen wie etwa LUNA VEGAS, THE VALENTINE VILLAINS, THE
BONNEVILLE BARONS und PRETTY GRIM wurde eine Chance eingeraeumt. Ausserdem sind
jeweils drei Promo-Videos von JACK RABBIT SLIM und THE BAD DETECTIVES zu sehen,
beide bis heute sehr bekannte Bands aus dieser speziellen Szene. 85 Minuten
dauert dieser DVD-Spass!
( * * * + )