So, hier nun das Update fuer Februar. Das Update fuer Maerz erfolgt Anfang April 2010. Alle Reviews, wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.

ACME SEWAGE CO.
„Raw Sewage“ CD
( Only Fit For The Bin / Detour-Records.co.uk , Release Date: 04. Januar 2010 )
„Only Fit For The Bin“ (zu Deutsch: eigentlich nur fuer die (Muell)Tonne
geeignet!) heisst das neue Unterlabel-Baby von Dizzy’s „Bin Liner Label“. Die
Idee dahinter: Das Label hat sich in der Zwischenzeit so viel Material
gesichert, was sie ganz offiziell veroeffentlichen koennten. Aber da der
Platten-Markt z.Z. doch ziemlich am Boden liegt war das finanzielle Risiko
einfach zu hoch um eine groessere Release anzugehen. So fand man den goldenen
Mittelweg, indem man dieses Label ganz fix ins Leben rief, um auf einem
sozusagen LowerPriceBudget-Format bei einer limitierten Auflage von 200 CDs, die
Moeglichkeit zu geben, doch noch die bisher unentdeckten pUnKrOcK-Perlen der
Vergangenheit einer kleinen verschworenen Allgemeinheit oeffentlich zugaenglich
zumachen. Die Inlays bzw. die Booklets werden wie bei normalen
CD-Veroeffentlichungen ganz professionell gedruckt und der CD-Silberling ist
diesmal in schwarz gewaehlt worden. Mittlerweile sind auf dem Label insgesamt
schon zehn weitere Releases in Planung. Die Acme Sewage Co. traegt dabei die
Hausnummer Drei. Am ehesten bekannt sein duerfte das Trio durch ihre beiden
Beitraege „I Don’t Need You“ + „I Can See You“ 1977 auf dem ersten „Raw
Deal“-Sampler. 1978 erschien auf „Lightning Records“ dann der zweite „Roxy
Club“-Sampler mit dem Titel „Farewell To The Roxy“, wo die Band mit der
Live-Version von „Smile And Wave Goodbye“ vertreten war. Von der Studio-Session
mit „Raw Records“ war noch der Song „I Wish You Dead“ uebrig geblieben, der nach
meinem Wissensstand das erste Mal 1993 auf der CD „Raw Records – The Punk
Singles Collection“ von „Anagram Records“ auftauchte und spaeter dann, um
genauer zu sein, viel spaeter, 2004 naemlich, auf der Re-Issue des zweiten „Raw“-Sampler
von 1978 mit dem Titel „Oh No It’s More From Raw“ als Bonus-Track aufgelistet
war. Erschienen uebrigens auf „Damaged Goods Records“. Nun was wir auf „Raw
Sewage“ vorfinden sind eben diese drei „Raw“-Tracks, sowie elf weitere Songs,
die allesamt eine einwandfreie wirklich erstaunlich gute Studioqualitaet
besitzen. Da weder im Booklet noch auf den Homepages vom Label und der Band zu
erfahren ist, ob diese auch tatsaechlich aus dem Jahre 1977 stammen, bleib mir
wohl nichts anderes uebrig, als mit gutem Gewissen davon auszugehen. Einen
Hinweiss gib es dann aber doch noch. Der letzte Song „Freedom“ ist
gekennzeichnet mit „Revistited“, was soviel bedeutet, wie, noch einmal neu
aufbereitet, sprich, neu eingespielt. Aber wann das genau geschah, steht da
leider auch nicht. So tappt man ein wenig im Dunkeln, was die genauen
Aufnahmetermine anbelangt. Gerade bei solch alten Bands finde ich ist es schon
wichtig, dass diese Daten erwaehnt werden sollten. Zur Musik braucht man
eigentlich nicht sehr viel mehr zusagen, ausser vielleicht, das, wenn die Band
eine Single gemacht haette, wuerde sie sich heute unter dem Banner „KILLED BY
DEATH“-pUnKrOcK bei all den anderen raren und gesuchten britischen Singles von
der dritten oder vierten Band-Garde wunderbar einreihen.
( * * * * * )
BETONTOD
„Glaube Liebe Hoffnung“ CD
( Better Than Hell / Gordeon Promotion , Release Date: 19. Februar 2010 )
Eigentlich genau das, was ich auch erwartet habe. Ueberrascht war ich
allerdings zunaechst von den ersten rein instrumentalen Toenen des Opener
„Nichts“. Yep, ganz ordentlich. Doch das Grauen ging auf grosse Fahrt, als der
Gesang einsetzte. Betont hart, betont erdig, betont maskulin, und schon ist mein
anfaengliches Interesse gleich null. Der Saenger macht einen tuechtigen Strich
durch die ansonsten gute Qualitaetsarbeit an Gitarre/Bass/Schlagzeug, obwohl die
Deutschrock- und Metal-Elemente streng genommen ebenfalls erheblich daneben
sind. Gute Ansaetze sind zwar da, aber zu viele klassische Eigentore halten mich
nicht laenger als noetig an dieser CD auf. Und raus bis du.
(PS: Das Cover ist so ein prolliges Scheiss-Poser-Picture,
dessen Anblick ich hier keinem zumuten moechte!! Deswegen noch ein fettes Minus
hinter den zwei Sternchen!)
( * * – )

COCKNEY REJECT von Jeff Turner mit Garry Bushell
„Cockney Reject – Fussball, Oi! und Krawalle“ (Buch)
( I.P. Verlag / ip-verlag.de , Release Date: 25. Januar 2010 )
Jeff „Stinky“ Turner, der Cockney Rejects-Saenger packt aus! Fangen wir aber
mal direkt mit einigen Spekulationen an. War Turner dabei wirklich so objektiv
genug, um all diese Ereignisse so nuechtern wie nur moeglich aufzuschreiben?
Nun, ueber dem Buch schwebt auch noch der Name von Garry Bushell. Das Bushell
viel erzaehlt, wenn der Tag lang ist, duerfte hinlaenglich bekannt sein. Und
wenn Turner auch so eine Quasselstrippe ist, der gerne ein wenig uebertreibt,
na, dann hatten sich die richtigen Leute ja gefunden. Die deutsche Uebersetzung
uebernahm ein gewisser Andreas Schiffmann. Ich hab im Internet nur einen Andreas
Schiffmann ausgemacht, der seinen Magister in Artium Anglistik/Germanistik hat,
und als Freier Journalist und Uebersetzer beim Business-Netzwerk XING angemeldet
ist. Nun, das muesste er eigentlich sein. Die Frage ist nur, wie weit er
ueberhaupt vorher mit pUnKrOcK und speziell mit der Musik der Rejects in
Beruehrung gekommen ist. Denn bei solch einer Uebersetzung sollte das schon von
Bedeutung sein. Sich so richtig in den Slang hineinzuversetzen, stelle ich mir
verdammt schwierig vor. Der Uebersetzer nahm auf jeden Fall die Herausforderung
an. An manchen Stellen wirkt seine Fassung betont laessig, zu laessig fuer meine
Begriffe, aber ansonsten kann man sich mit seinem Stil ganz gut anfreunden. Fuer
mich waren die Rejects schon damals immer mehr pUnK als Oi!. Oi! verband ich mit
schwerfaelliger Stampfmucke von bierbaeuchigen Glatzkoeppen. Die Rejects
hingegen waren immer voll auf Draht und machten ihre Wut in Songs wie „Bad Man“
oder „I’m Not A Fool“ gehoerig Luft. Das hatte Schneid! Und wir jungen Kids sind
damals alle voll drauf angesprungen! Es gab keinen Punker in der Gegend, der
nicht die Songs des ersten Album „Greatest Hits Vol.1“ kannte. Schon frueh wurde
Jeff „Stinky“ Turner in seinem Viertel mit Gewalt konfrontiert, logische
Schlussfolgerung war, das er sich auf den Boxsport konzentrierte. Dann kam Punk
und bald gruendete er mit seinem aelteren Bruder Mickey die Rejects. Da beide in
jungen Jahren nicht sehr diplomatisch waren und auch keinerlei Angst zeigten,
waren sie fuer eine Schlaegerei immer zu haben. Sie gingen keinem Aerger aus dem
Weg, sondern schlitterten in voller Fahrt hinein in die naechste Schlacht. Und
dabei waren das zwei schmaechtige Kerlchen, denen man solche Aktionen auf den
ersten Blick nicht zutraute. Bei all den Erzaehlungen und Geschichten ist es ein
Wunder, das die Jungs das alles ohne groessere Verletzungen heil ueberstanden
haben. Nach fast jedem Gig hinterliessen sie einen zerstoerten Konzertsaal und
einige gebrochene Nasen. Aber es ist gut zu lesen, das Jeff „Stinky“ Turner
nicht damit rumprahlt, sondern heute genau weiss, das so einige Sachen, die sie
da abgeliefert haben unterste Schublade oder einfach nur voellig asozial waren.
Das ist immer wieder deutlich rauszulesen. Aber zu jener Zeit, kannten sie es
nicht anders. Das East End und speziell Custom House, galt als das haerteste
Pflaster Londons. Dann gab es noch die unbedingte Treue zum Fussballverein West
Ham, wo es auch nicht gerade zimperlich zuging, allerdings damals wurde nur mit
den Faeusten gekaempft. Messer, Weichmacher und Totschlaeger kamen erst viel
spaeter zum Einsatz, aber da war Jeff schon wieder raus aus dem Geschehen. Das
Buch hat eigentlich alles, was ein richtig gutes Buch ausmacht. Es ist
unterhaltsam, selbstironisch, schockierend, lustig und schonungslos offen. Die
Vorlage des Buches eignet sich daher hervorragend fuer einen abendfuellenden
Kinofilm. Ich koennte mir dabei sehr gut eine Mischung aus „Trainspotting”, „This
Is England“, „Fight Club”, „Clockwork Orange“ und „American History X”
vorstellen. Auf ihrer Webseite werben sie schon eine ganze Zeit lang mittels des
Trailers „Join The Rejects…Get Yourself Killed“, um potentielle Investoren zu
gewinnen. Hoffentlich klappt es ja.
( * * * * * )

HEARTBREAK STEREO
„Carried Through This Waltz“ CD
( Rookie Records / RookieRecords.de , Release Date: 05. Maerz 2010 )
Ich schlage die erste Seite vom Booklet auf und mich grinst ein Shirt der
unsaeglichen Dropkick Murphys von der Brust des Heartbreak Stereo-Schlagzeugers
an. Eine Band, die ich in den letzten Jahren geschickt ausgeblendet habe.
Genauso wie die blamablen Street Dogs. Bands, die in der heutigen
StreetpUnKer-Szene leider einen viel zu hohen Stellenwert geniessen. Ich fuer
meinen Teil finde sie nach wie vor ziemlich fragwuerdig! So wollte ich diese
Besprechung sicherlich nicht beginnen, aber warum traegt der Drummer auch solch
ein Scheiss-Shirt? Okay, noch einmal auf Anfang. Eine Weiterentwicklung zum
ersten Album ist auf jeden Fall schon zu sehen, aber das reicht mir persoenlich
nicht. Die nicht ganz so wild durchgepowerten Songs wie etwa „Stepping Out Of
Line“ oder „Is This It“ dringen bei mir noch am ehesten durch. Bei mir funkt es
einfach nicht so richtig und das hat sicherlich nichts mit meinem kleinen Intro
zu tun. Eine Spur zu glatt, mir fehlt der pUnKrOcK-Rotz, die Melodien kommen
nicht vollstaendig an, bei 80% ist fast immer Feierabend. Der Gesang erinnert
manchmal leider auch zu sehr an RANCID-Timmi. Ein Beispiel, waehrend eine Band
wie ANTI-FLAG oder etwa auch die BOMBSHELL ROCKS bis zum Ausstieg ihres Saengers
immer neuere musikalische Herausforderungen gesucht und tatsaechlich auch
gemeistert haben, bleibt bei den drei Jungs hier zunaechst alles wie gehabt.
Aber, die sind ja noch so verdammt jung und bestimmt aeusserst lernfaehig. Und
wenn man ihren Text zu „2Kids“ Glauben schenken darf, wollen sie es ja bis zur
pUnKrOcK-Rente durchziehen. Und, nur so als Tip(p): Schmeisst das Murphys-Shirt
bis zur naechsten Fotosession fuer das dritten Album bitte in die Tonne!
( * * * * )

I WALK THE LINE
„Language Of The Lost“ CD digi-pak
( Rookie Records / RookieRecords.de , Release Date: 26. Februar 2010 )
Ich glaub mit „Language Of The Lost“ bespreche ich nun bereits das dritte
Studio-Album der Band aus Helsinki. Und irgendwann muesste es doch schon bei mir
laengst klick gemacht haben. Aber ich bin ehrlich. Nachdem ich ihre letzten
beiden Scheiben besprochen habe, sind sie bei mir niemals mehr in den CD-Player
zurueckgekehrt. Und auch hier bleibe ich am Schluss etwas ratlos zurueck. Die
Produktion hat hier maechtig was aufgefahren, so dass die Songs beinahe komplett
ueberrollt werden, sprich, es ist einfach zu viel des Guten geschehen, und somit
ist das Endresultat gleichzusetzen, mit einem ueberladenen Packesel, der unter
seiner zentnerschweren Last nach wenigen Schritten zusammenbricht. Die Melodien,
die Strophen + die Refrains klingen leider meist wie schon mal gehoert, die
Aufbereitung hat nicht sehr viel Sorgfalt erlebt. I Walk The Line sind dabei
alles andere als durchschnittlich oder gar richtig schlecht. Ganz im Gegenteil!
Sie wirken sehr ueberzeugend an ihren Instrumenten, der Saenger ist absolut auf
der Hoehe, wie gesagt, daran liegt es nicht. Ich erkenne aber nicht das, was
eine Band ganz speziell macht. Was sie einzigartig erscheinen laesst! Es gibt
Bands, die erkenne ich aufgrund ihrer Exklusivitaet auf Anhieb unter hundert
anderen Bands wieder, das ist bei I Walk The Line nicht der Fall. Sie gehen
irgendwie unter, obwohl sie mit allem ausgestattet sind, was das Tafelsilber so
hergibt. Okay, vielleicht klappt es ja dann mit uns beim naechsten Mal! Ich
wuerde mich freuen!
( * * * * )

KEVIN K & TEXAS TERRI
„Firestorm“ CD digi-pak
( Realkat Records / MySpace.com/KevinKRock , Release Date: Februar 2010 )
Kevin K macht auf dieser 9-Song-CD (inkl. Hidden-Track!) zum ersten Mal mit
Texas Terri gemeinsame Sache. Zwei aus seiner REAL KOOL KATS-Backin’ Band-Gang
aus Frankreich sowie Ricky Rat, der Ex-TRASH BRATS mischen dabei ebenfalls
ordentlich die Karten mit. Herausgekommen ist natuerlich mal wieder ein
erstklassiges Rock’n’Roll/pUnKrOcK-Blatt. Wie es sich fuer einen echten
Gentlemen gehoert, gewaehrt Kevin Texas bei den ersten vier Songs den Vortritt.
Texas Terri roehrt dabei wie aus dem letzten Loch. Das rotzt sie da einfach mal
mit ihrer knochigen Stimme so hin. Einsame Klasse! Ab Track 5 darf dann Kevin
das Mikro uebernehmen. Dabei auch das JOHNNY THUNDERS-Cover „London Boys“, was
ja auch wirklich an der Zeit war, mal nachzuspielen. Texas Terri konnte sich
zuvor an „What Love Is“ von den DEAD BOYS versuchen. Stiv Bators braucht sich
dabei nicht im Grab umzudrehen, denn auf Texas ist natuerlich auch in diesem
Fall unbedingt Verlass. Berlin hat es Kevin mittlerweile wohl ziemlich angetan.
Die Fotos auf Front/Backcover sowie im Booklet stammen vom letzten
Zusammentreffen mit Texas auf der Buehne des „Wild At Heart“ in
Berlin-Kreuzberg. Logischerweise heisst dann auch der letzte Titel der CD „In
Berlin“. Vielleicht tut es Kevin ja in absehbarer Zeit Texas Terri gleich, die
ja nun schon eine ganze Weile in der Hauptstadt lebt. Fuer gemeinsame Sessions
im „Wild At Heart“ wird sich dabei sicherlich immer eine freie Minute einrichten
lassen. Uebrigens: eine sehr interessante CD-Ausstattung!
( * * * * + )

THE PUSHUPS
„Dressed Up Straight On Blown Down“ CD
( Arsen Records / ThePushups.de , Release Date: 01. Februar 2010 )
Der Anfangsriff vom ersten Song kommt mir scheisse-bekannt vor, aber zum
Verrecken will mir nicht einfallen, woher ich das Teil so gut kenne. Etwa von
TURBONEGRO? Ich bin mir nicht wirklich sicher! Fragen wir den RealShock? Ach
nee, das bin ich ja selbst! Aber yes, beim zweiten Track bin ich wieder voll in
der Spur. Das Schlagzeug-Intro, ganz bestimmt abgekupfert von „Janie Jones“ (THE
CLASH). Die Pushups aus Hamburg haben sich auf ihrem zweiten Studioalbum einen
Haufen Sachen lustig zusammen geklaut und da will es gelernt sein, diese so zu
verarbeiten, das der Ursprung nicht mehr wirklich eindeutig zurueckzuverfolgen
ist. Dieses Risikobehaftete Unterfangen ist nur zum Teil geglueckt. Denn wenn du
waehrend eines Songs permanent an die eigentliche Ausgangsbasis erinnert wirst,
geht die Konzentration auf das eigene Liedgut manchmal ganz schoen schnell
floeten. „These Days“ hoert sich im ersten Moment etwa nach den RADIO DEAD ONES,
dann hatten wir schon THE CLASH und TURBONEGRO angefuehrt, und ja auch die
BACKYARD BABIES, AC/DC, und MOTORHEAD kommen bei verschiedenen anderen Lieder da
noch ins Spiel. Zurueck noch einmal zu „These Days“, und zwar zum Text. Die vier
Bubis duerften sicherlich noch nicht die 30 ueberschritten haben, erinnern sich
aber schon wie die Alten an ihre Vergangenheit. Wenn antiquierte pUnKrOcK-Fuerze
ueber 45 darueber sinnieren, finde ich das voellig in Ordnung, aber mit knapp 30
schwamm ich zumindest noch in einer grossen glueckseligen Dunstwolke aus Bier
und endlosen punkrock-Gigs/Partys, und machte mir keinen Kopp ueber die
Vergangenheit, da die Gegenwart einfach noch viel zu aufregend war. Wenn ihr
ueber die 45 kommt und immer noch pUnKrOcK macht, koennen wir darueber gerne mal
reden. (Hehehe…., RealShock, immer diese Seitenhiebe, lass das doch endlich mal
sein! Ja, okay Chef!) Leider verhageln einige richtig aetzende
Schweinerock-Gitarren die gute Grundstimmung. Fuck diesen Shit! Und ploetzlich
aus dem Nichts hauen die Jungs so einen hammermaessig guten Anfang zu „Soundtrax“
raus, geht voll in eine gut verwertbare CLASH-Richtung! Da ist sie wieder die
pUnKrOcK-Gaensehaut-Gitarre, die einen nie und nimmer los laesst. Direkt im
Anschluss rutschen sie mit „CRS“ in den Hardrock-Sumpf ab, boar voll Scheisse,
echt, ich fuehle mich direkt nicht mehr angesprochen und wende mich angewidert
ab, klingt ganz ganz uebel nach den von mir so verhassten 80er
Spandex-L.A.-Fritzen. Vielleicht treffen bei den Pushups zu viele Geschmaecker
aufeinander um einen konsequenteren Weg zu gehen. Das Resultat klingt mitunter
arg verfahren. Die besten Momente mache ich hier ganz klar bei den fuenf Tracks
„Roseate Dreams“, „S.O.S“, „These Days“, „Soundtrax“ und „Butterflies“ (inkl. „Pretty
Vacant“-Gitarrenhandhabe) fest, wobei „Soundtrax“ mit seinen cool angehauchten
Reggae-Parts noch einige Stufen hoeher anzusiedeln waere. Die restlichen Songs
koennen mich nie wirklich zu 100% ueberzeugen. Aber Moment Mal, wir haben ja
schliesslich 2010 (33 Jahre nach 77!), da ist das wirklich keine schlechte
Ausbeute, bei insgesamt 13 Tracks (den Hidden-Track nicht mitgerechnet!), wie
ich finde. Viel Schatten, aber auch verdammt viel Licht! Ich bin absolut
Zwiegespalten. Ich kann den eigenen Stil der Band leider noch nicht so richtig
sehen. Reisst die AC/DC und MOTORHEAD-Poster von der Wand und ersetzt sie durch
CLASH und SEX PISTOLS!
( * * * * + )
RADIO DEAD ONES
„Berlin City/So True“ 10”inch/CD
( XNO Records / XNO.net , Release Date: 26. Februar 2010 )
Die Radio Dead Ones kommen mir schon wie gute alte Bekannte vor! Nicht das
ich die Jungs persoenlich kenne, aber das ist eine Band genau nach meinem (pUnKrOcK)-Geschmack.
Das wussten auch die TOTEN HOSEN zu schaetzen und luden sie auf ihre letzten
Weihnachts-Shows kurzerhand fuer einen Abend nach D-dorf als support act ein.
Fuer diese erstaunlich coole Geste steigen die Duesseldorfer nach sehr langer
Zeit wieder ein wenig auf der Beliebtheitsskala vom ollen Saftsack RealShock.
Nun, die zugezogenen Berliner legen bei ihren Veroeffentlichungen immer mehr
Wert auf ein aeusserst schickes exklusives Design. Vermutlich unter der
Praemisse, das der zu kurz gekommene Vinyl-Junkie in ein paar Jahren ganz
rappelig auf der Suche nach dieser limitierten 500er 10“inch-Auflage wird.
Zunaechst dachte ich allerdings, dass die Produktion ein wenig schlaffer daher
kommt, als auf ihrer ersten full-length, aber das hatte ich mir fuer wenige
Augenblicke nur eingebildet. Wahrscheinlich war ich da mit dem falschen Ohr
aufgestanden. Die 10“inch gibt es zusammen im Package mit einer CD. Auf dieser
befinden sich die sieben Songs der A-Seite. Die B-Seiten-Songs sind nur auf
Vinyl vertreten. Dabei handelt es sich um das SWINGIN’ UTTERS Cover „Last
Chance“ (was eigentlich fuer die anstehende Tribute-CD der Frisco-Band gedacht
war), sowie der Song „Girl Like You“, der aus der ersten Recording Session 2002
stammte und im „Wild At Heart“-Studio eingespielt wurde. Der erste Track „So
True“ ist hingegen brandneu und war der erste Demo-Song, den die Band fuer ihr
kommendes zweites Album eingespielt hat. Die A-Seite haelt ebenfalls einige
Ueberraschungen parat. „Rik’s Song“ zum Beispiel ist von Rich Jones (Ex-BLACK
HALO, jetzt THE LOYALTIES) geschrieben worden und er und sein Bandkollege Lee
sind auch auf dem Song zuhoeren. Weitere Gastmusiker sind Koefte de Ville von
MAD SIN und Archi von der dahin geschiedenen TERRORGRUPPE, die beide auf der
deutschen Version des Song „Berlin City“ fuer tatkraeftige stimmliche
Unterstuetzung sorgen. Die 10“inch koennte man ganz locker als sehr
zuversichtlicher Bote im Hinblick auf das zweite Album sehen. Musikalisch hat
sich rein gar nichts zum ersten Album geaendert. Und das ist auch verdammt gut
so! Denn die Band hat laengst zu ihrem eigenen Stil gefunden und ist diesen
fleissig am weiterentwickeln. Und dabei koennen sie mit ihren Talenten
jonglieren wie sie wollen, sie fallen stets auf die Fuesse.
( * * * * * + )

THE SEX PISTOLS
„Who Killed Bill? – The Sex Pistols In The News” DVD
( Odeon Entertainment / OdeonEnt.co.uk , Release Date: 22. Maerz 2010 )
Aus den britischen „Independent Television News“-Archiven zusammengestellt,
kommt diese neue DVD ueber die Sex Pistols auf eine satte Spielzeit von 120
Minuten. Nicht schlecht, oder? Die Kapitel sind im einzeln wie folgt aufgeteilt:
Who Killed Bill? / 1976: Where It All Begins / 1977: Jubilee & Fame / 1978: Punk
Rock Explosion / 1978: Pistols In The USA / 1978: The End Of The Pistols / 1978:
Sid & Nancy / 1979: PiL / 1980: Memories Of The Pistols / 1989: John Lydon /
1990: Vivienne Westwood Fashion Icon / 1995: Sex Pistols Retrospective / 1996:
Sex Pistols Reformed / 1998: Malcolm's Views / 2000: Malcolm For Mayor / 2002:
Sex Pistols Back Again / 2007: Sex Pistols The End?. So einiges von den aelteren
Sachen kenne ich zwar von schlecht kopierten VHS-Aufnahmen. Aber es sind
natuerlich auch genuegend Berichterstattungen zu sehen, die ich so auch noch
nicht kannte. Die Qualitaet des Bildes ist dabei komplett neu ueberarbeitet
worden, und allein das rechtfertigt schon den Kauf dieser DVD. Es handelt sich
somit nicht um eine lieblos dahin geklatschte RipOff-DVD. Da man nicht die
Musik-Rechte der Sex Pistols sichern konnte, sind einige Live-Aufnahmen der Band
durch so eine Art Soundtrack Of The Pistols unterlegt worden. Das stoert
vielleicht im ersten Moment, aber ich zumindest hatte mich schnell daran
gewoehnt. Einzig und allein bei den Aufnahmen zu der Probe fuer den Gig im
„Crystal Palace“, 2002 in London, haette man schon gerne den richtigen Sound
dabei gehabt. Ein weiteres Highlight der DVD ist sicherlich das
Exklusiv-Interview mit John Lydon, 1978 auf London’s Strassen, was Janet Street
Porter nach dem Split der Pistols gefuehrt hatte. Dass unser JohnnyBoy im
Interview gerne seinen Gespraechspartner im Regen stehen laesst ist hinlaenglich
bekannt. Davon kann man sich auch hier das ein oder andere Mal von ueberzeugen
lassen. Aber auch der Wurf mit dem Mikro auf einen Journalisten bei der
Pressekonferenz 2007 zu „Guitar Hero 3“ duerfte mittlerweile schon legendaer
sein. Rotten ist eben Punk durch und durch! Ich koennte den Mann eigentlich
stundenlang „bei der Arbeit“ zuschauen/zuhoeren. Denn man weiss eigentlich nie,
was er in der naechsten Sekunde vom Stapel laesst. Das Rotten da allerdings
nicht schon mal eins auf die Mappe zurueck bekommen hat, liegt wahrscheinlich
auch daran, das sein Sandkasten-Kumpel John Rambo immer in seiner Naehe weilt.
Und der ist nicht ohne, genau wie Rotten selbst. Malcolm McLaren und Vivienne
Westwood kommen auch zum Zug. Gehoert einfach dazu, wie ich finde. Die DVD
duerfte mit ziemlicher Sicherheit jeden loyalen Freund der Sex Pistols auf das
Koestlichste amuesieren.
( * * * * * + )

STIFF LITTLE FINGERS by Roland Link
„Kicking Up A Racket – The Story Of Stiff Little Fingers, 1977-1983” (Buch)
( Appletree Press / KickingUpARacket.com , Release Date: 26. November 2009 )
Die SEX PISTOLS hatten ihren McLaren, die CLASH hatten ihren Rhodes, und bei
Stiff Little Fingers hatten zu Anfang direkt auch zwei faehige Leute die Haende
mit im Spiel. Und so bloed es auch klingen mag, ohne Colin McClelland
(Co-Manager der Band von 1977 bis 1979) und besonders Gordon Ogilvie
(Bandmanager von 1977 bis 1983) waere es wahrscheinlich nie so gut gelaufen.
Nun, mit den PISTOLS und den CLASH beschaeftige ich mich schon seit Ewigkeiten.
Und da kommt ja auch alle Naselang etwas Neues in Buchform raus. Aber bei Stiff
Little Fingers sah es da bisher immer sehr mau aus. Das dachte sich auch vor
sieben Jahren ein gewisser Roland Link und nahm die Aufgabe einfach mal selbst
in die Hand. In jungen Jahren waren die Stiffs immer seine fave band gewesen.
Was als pures Fanprojekt gestartet war, entwickelte sich langsam aber sicher zu
einer richtig serioesen Angelegenheit. Roland spuerte sie wirklich alle auf! Und
das Schoenste ist: Sie kommen auch alle zu Wort! Herausgekommen ist dabei ein
packendes Stueck irischer Punk Rock Geschichte. Das Buch ist gleichzusetzen mit
der brillanten Biographie von PAT GILBERT „Passion Is A Fashion – The Real Story
Of The Clash“, weil es so aehnlich aufgebaut ist und genauso akribisch
recherchiert wurde. Aktuelle Interviews vermischen sich mit Statements und
Gespraechen, die damals in den Musicpapers zu lesen waren. Das Ganze ist
aufbereitet wie aus einem Guss. Es gibt keine Haenger, keine Seite die man
ueberblaettern will. Hier werden knallhart die Fakten auf den Tisch geknallt,
Meinungen prahlen aufeinander, die genuegend Stoff fuer weitere Diskussionen
geben. Das alles verpackt, in einem sachlichen und voellig objektiven Stil. Ich
geniesse dabei jede Seite, denn die Stiffs waren damals die Band, die neben den
SEX PISTOLS und THE CLASH bei mir am meisten Eindruck hinterlassen haben. Was
jetzt eigentlich noch fehlt ist eine ausfuehrliche filmische Dokumentation ueber
den Punk Rock in Irland. Beim Lesen musste ich erneut feststellen, das die
irischen Punks tagtaeglich echten Problemen ausgesetzt waren. Sie lebten in
einer gefaehrlichen Zeit! In ihren Strassen herrschte Krieg. Ausnahmezustand!
Dagegen wirkte London oder New York wie ein Streichelzoo. Ganz zu schweigen von
den deutschen Grossstaedten. Die irischen Punks hatten einfach die absolut
haertesten Bedingungen. Punk brachte es tatsaechlich fertig, dass die Kids der
verfeindeten Gruppierungen friedlich zusammenkamen. Das Interesse an der Musik
war staerker als die Herkunft. Das kann man einfach nicht oft genug erwaehnen!
Das Buch hat mich dermassen begeistert, das ein Interview mit Roland Link in
Planung ist. Soviel darf ich schon mal verraten: Roland arbeitet bereits an
einem Photo/Memorabilia-Buch, ebenfalls aus der Zeit um 1977 bis 1983.
Arbeitstitel lautet: „What You See…Is What You Get“. Fuer einen kleinen
Vorgeschmack hat er aber auch schon in diesem Buch gesorgt. Zwei Fotostrecken
von zuvor nicht veroeffentlichen Material findet man auf insgesamt 32 Seiten.
( * * * * * * )

TONY SLY
„12 Song Program” CD
( Fat Wreck Chords / HereWeGoAgency.com , Release Date: 16. Februar 2010 )
Ich zaehle mich sicherlich nicht zu den echten Freunden von komplett
ausgelegten Akustik-Alben. Bin aber auch nicht voellig abgeneigt, obwohl ich es
lieber hab, wenn die Gitarre mit reichlich Storm versorgt ist. So rein
akustisch, das hat fuer mich immer noch etwas von glueckseliger
Lagerfeuer-Romantik, und das sollte man doch nach wie vor den geschulten
Alt-Hippies mit ihrer Ikea-Einbaukueche zu Hause ueberlassen. Das NO USE FOR A
NAME-Saenger Tony Sly wunderschoen singt und dazu aus seiner Klampfe herrlich
melodische Toene entlockt, war mir natuerlich bekannt. Mit einer angemessenen
Latte an Gastmusikern, die sich wirklich sehen lassen, angefangen von Fat Mike (NOFX)
ueber Darius Koski (SWINGIN’ UTTERS) und Joey Cape (LAGWAGON) bis hin zu Karina
Deniké (DANCE HALL CRASHERS) hat sich Tony an seinen „12 Song Program“-Auftrag
gewagt und auf ganzer Linie gepunket. Der Plan ging in allen Belangen auf, und
so kann der geneigte Hoerer sich in aller Ruhe zuruecklehnen und das Spektrum in
vollen Zuegen geniessen. Zwischen T'ai-Chi und Yoga wird sich das sicherlich
einrichten lassen, oder?
( * * * * )

TREAT ME LIKE DIRT by Liz Worth
„An Oral History Of Punk In Toronto And Beyond 1977-1981” (Buch)
( Bongo Beat / New Music Distribution , Release Date: 12. Januar 2010 )
Yes, endlich wird auch mal die kanadische Punkrock-Szene in einem Buch
ausfuehrlich gewuerdigt. Und was fuer ein Waelzer ist es geworden! 384 Seiten!
Ganz ehrlich! Ich bin noch nicht ganz durch, aber das ist an dieser Stelle
voellig egal. Denn was soll jetzt noch schief gehen? Die Autorin Liz Worth legte
in den vergangenen Jahren sicherlich so einige Meilen in ihrem Land zurueck, um
auf alle noch lebenden Zeitzeugen des fruehen kanadischen Punk Rock zu treffen.
Im klassischen „Please Kil Me“-Style geht es direkt in die Vollen. So erfaehrt
man aus erster Hand, wie sich der Einfluss von Punk Rock langsam ueber das Land
legte. Man bekommt ungeschnitten sofort Einblick in die einzelnen Szenen von
Toronto und Umgebung, sprich Hamilton und London. Und man meint, man sei per
Zeitmaschine live dabei, wenn Mitglieder von Bands wie THE DIODES, THE VILETONES,
TEENAGE HEAD, THE MODS oder FORGOTTEN REBELS auspacken. Aber auch Fans der
ersten Stunde kommen nahtlos zu Wort! Um solch eine Thematik wirklich in all
seinen Facetten gruendlich zu erschliessen, ist der Echtzeit-Stil, der vom „Please
Kill Me!“-Buch vorgegeben wurde, der Effektivste. Das einzige Manko, was das
Buch vorzuweisen hat, nenn es von mir aus einen Fluechtigkeitsfehler, ist, dass
der „Cast Of Characters“-Abschnitt nicht alphabetisch sortiert wurde. Das
stiftet beim Lesen etwas fuer Unruhe, denn unsereiner kennt zwar die
Hauptakteure aus England, Irland und aus den Staaten, aber mit den Namen von all
den Musikern aus Kanada ist man einfach nicht so sehr vertraut. Und so geht dann
ein wenig mehr Zeit dabei drauf, wenn man unbedingt wissen will, wer nun gerade
das Wort ergreift. Denn es ist unmoeglich all die Namen im Kopf zu behalten.
Stoert den Lesefluss ein wenig, denn wer hat schon vorher mal was von einem
Steve Koch, Marty Thau, John Catto oder Joe Csontos gehoert? Ich jedenfalls
nicht. Das Buch ist in seiner ersten Pressung auf 500 Stueck limitiert.
Hoffentlich verkauft es sich ganz schnell aus, damit es einen Nachdruck gibt.
Verdient haette es eine Auflage in die Tausende, auch was schreibe ich hier, in
die Zehntausende!
( * * * * * + )

V.A.: „THE BEST OF FRIED EGG RECORDS – (Bristol 1979 – 1980)”
CD
( Bristol Archive Records / BristolArchiveRecords.com , Release Date: 01.
Februar 2010 )
Das Label „Fried Egg Records” wurde 1979 von Andy Leighton, dem
Administrator des Bristoler „Crystal Theatre“ gegruendet. Erste Release war eine
Single der Theater-Hausband SHOES FOR INDUSTRY. In der nur zweijaehrigen
Existenz des Labels kamen immerhin satte 13 Singles und 2 Alben bei rum.
Rekordverdaechtig! 1980 wurde bereits schon ein erstes Resuemee gezogen und es
erschien der Sampler „E(gg)clectic“, mit insgesamt 12 Tracks, die hauptsaechlich
von besagten Singles stammten, und nun auf dieser CD in einer re-mastered
Version komplett zu hoeren ist. In dem Jahr erschien auch noch eine limitierte
7“inch-EP (on white vinyl) mit dem Namen „Fried Alive 1980 World Tour“, die nur
auf Gigs mit Beteiligung von „FriedEgg“-Bands verkauft wurde. Von dieser EP sind
im BonusTrack-Part auch einige Lieder zuhoeren, wobei der Song „Angels In The
Rain“ von THE VICEROYS wirklich eben nur auf dieser EP erschienen war. Die
restlichen Songs wurden von den offiziellen Singles des Labels entnommen. Wenn
ich solche Sampler hoere, die die damalige Aufbruchsstimmung mit all ihren
verschiedenen Musikstilen einfing, muss ich automatisch an JOHN PEEL denken, der
dafuer bekannt war, sich besonders dem Output der kleinen Labels ausgiebig zu
widmen. Bei ihm hoerte ich auch zum ersten Mal die WILD BEASTS und ihr
sagenhaftes „Minimum Maximum“, was ich mir einige Jahre spaeter dann auch auf
Single zulegte. Ich meine mich auch zu erinnern, dass er die FANS spielte, denn
auch von ihnen kaufte ich mir irgendwann deren erste Single „Giving Me That Look
In Your Eye“. Das sind aber auch die einzigen Songs, die ich sofort wieder
erkannt habe. Welcher Song mich direkt vom Fleck weg begeistert hat war
„Original Mixed Up Kid“ von den VARIOUS ARTITS (genialer Bandname, uebrigens!).
Ein hypermelodischer PowerPop/ModPunker, dessen Refrain sich ohne Probleme
kurzerhand in mein Hirn gefraest hat, und so typisch fuer diese Zeit war. Bloed
finde ich nur, dass man es schlicht weg versaeumt hat, die Titel
durchzunummerieren. Das Durchzaehlen nervt ein wenig, bis man den richtigen
Titel dann endlich hat. Ein weiteres Highlight ist sicherlich „Johnny Runs For
Paregoric“ von EXPLODING SEAGULLS. Ein voellig eigenstaendiger „Post-Punk“-Stil.
Die STINGRAYS lassen mit „Exceptions“ den „C’mon Everybody“-Basslauf in einem
ganz anderen Kontext aufleben. So einfach und doch so genial! Mit „Countdown“
gibt es dann noch einen weiteren PowerPop/ModPunk-Hoehepunkt zu vermelden. „Fit
Of Pique“ von ART OBJECTS haut einen auch erst einmal weg. New Wave-Elektro-Punk
so wie er damals zu klingen hatte. Impulsiv und ein wenig aus der Spur geraten.
Mit dem einsA Reggae „Sheepdog Trial Inna Babylon“ von SHOES FOR INDUSTRY klingt
die 20-Track-CD schoen entspannt aus.
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