Wegen des Weihnachtsurlaub hier nun bereits das Update fuer Dezember. Das erste Update im neuen Jahr erfolgt dann Ende Januar 2007. Alle Reviews, wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.
BAKERS
DOZEN
„Sent Down“ CD
( Rebellion Records / Gordeon Promotion , Release Date: 15. Dezember 2006 )
Songs wie „Fight For Your Life”, „Surrender Or You´ll Die” oder „Stand And
Fight” lassen ganz leicht erahnen das hier eine reine Oi!-Skinhead-Band des
alten Schlages am Werke ist, die sich 1995 in Scottland gegruendet hat und ihre
musikalischen Vorlieben like CONDEMNED 84, CLOSE SHAVE oder COMBAT 84 voll und
ganz auf ihren insgesamt 13 Tracks ausleben. Ich hab da wenig Verlangen, noch
laenger zu zuhoeren. Cut!
( * * )
FRANTIC FLINTSTONES
„20th Anniversary Album” CD
( Cherry Red Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 04. Dezember 2006 )
Anlaesslich ihres 20jaehrigem Bestehens hat Saenger und Mastermind der
Flintstones, Chuck Harvey eine CD mit 18 ihrer besten Tracks wie etwa „No One
Stays“, „Dog Rip“ oder „Speed Kills“ zusammengestellt. Im Anschluss folgen dann
noch zwei Bonus-Tracks von seinem Soloprojekt „Chuck & The Hulas“. Dazu gibt es
ein schoen dickes Booklet, die den Werdegang der Psychobilly-Band ausfuehrlich
beschreibt, sowie einige Coverabbildungen.
( * * * )

GBH
„A Fridge Too Far“ CD
„From Here To Reality“ CD
„Church Of The Truly Warped” CD
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 13. November 2006 )
Drei auf einen Streich!!! Kann man in dem speziellen Fall ruhig schon mal eine
Ausnahme machen, obwohl ich da kein so grosser Freund von bin, direkt drei
Reviews in einer „abzufertigen”. Okay, GBH laesst bitten! Was haben wir denn da
feines? Album 5, Album 6 und Album 7. Aufgenommen in einem Zeitraum von 1988 bis
1992. Die Musik unterscheidet sich dabei nicht wirklich. Daher auch die
Zusammenlegung der drei Scheiben, weil es einfach zu gleich klingend wirkt, und
man an sich auch hingehen koennte, um die Songs der drei CDs beliebig zu
vertauschen. Auch dem noch so geuebten GBH-Hoerer wuerde es nicht weiter
auffallen. Sie ziehen ihr Metal meets MOTORHEAD meets DISCHARGE meets EXPLOITED
konsequent durch. Da bleibt eben nicht viel Platz für Veraenderung. Die ersten
beiden Alben wurden noch mit dem Hamburger Punk Kai Reder am Schlagzeug
aufgenommen, beim dritten Album war dann allerdings Joe „The Fish“ Montanaro aus
New York dabei, der vorher auch schon bei AGNOSTIC FRONT getrommelt hatte. Mit
keiner Silbe wird leider erwaehnt, woher die Bonus-Tracks stammen, eigentlich
recht untypisch fuer die sonst so akribische Arbeit des Labels. Auf der „A
Fridge Too Far“ tauchen da z.B. die Cover-Songs „No“ (THE REZILLOS) + „I´m On
Heat“ (THE LURKERS) auf. Auf der „From Here To Reality“ wird im offiziellen Teil
der CD das Cover von THE VIBRATORS „Destroy“ nachgespielt. Natuerlich wieder
alles mit der Brechstange vorgetragen und dem heraus gekotzten Gesang eines
angepissten Colin Abrahall. Das kann er ja. Abgerundet wurden die CDs mit einer
ueberarbeiteten Master-Einheit vom Haus- und Hofverwalter Tim Turan, und die
Texte plus einer Story zur Einleitung duerfen in den jeweiligen Booklets
ebenfalls nicht fehlen.
( * * * )
HAWKWIND
„Live 1984-1995” 3-Disc-DVD-Boxset
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: 27. November 2006 )
Die erste Dreier-Disc-DVD von „Cherry Red“! Die Ehre
bekommt Hawkwind zuteil, die mit ihrem Space-Rock besonders in den 70ern sehr
bekannt waren. Die drei DVDs teilen sich wie folgt auf: Disc One laeuft unter
dem Namen „Chronicle Of The Black Sword“ an und zeigt einen Auftritt aus dem
Jahre ´85 in London´s „Hammersmith Odeon“, plus Zugaben und dem Promo zu „Needlegun“.
Disc 2 startet mit „Night Of The Hawks“ durch, gefilmt 1984 im „Goamont Theatre“
von Ipswich, wo zur Zeit ein Ripper das Rotlichtmilieu unsicher macht und durch
fuenf Prostituiertenmorde in kuerzester Zeit zwangslaeufig als der Nachfolger
von „Jack The Ripper“ genannt wird, der zwischen August und November 1888 fuenf
Dirnen im Londoner East End regelrecht abgeschlachtet hat. Wie ich da jetzt
drauf komme? Nun, heute morgen lass ich die Tageszeitung, wo von diesem neuem „Ipswich
Ripper“, wie er schon ueberall in Grossbritannien genannt wird berichtet wurde.
Uebrigens aus Ipswich stammenden auch THE ADICTS. Hat zwar beides absolut nichts
mit der Besprechung zu tun, aber ich tue mich halt manchmal etwas schwer mit
Bands, von denen ich null Ahnung habe. Und von Hawkwind kenne ich eben nur ihren
Dauerbrenner „Silver Machine“. Und das war es auch schon! Doch zurueck zur DVD.
Disc 3 nennt sich dann „Love In Space“ und wurde waehrend der „The Alien 4 Tour“
1995 in verschiedenen Venues aufgenommen, und zwar im Liverpooler „Royal Court“,
in London´s „Brixton Academy“, in Manchester´s „Academy“ und in Bristol´s „Colston
Hall“. Der Sound bei allen drei DVDs wurde komplett re-mastert und somit kommt
der Space-Rock-Fan auf satte dreieinhalb Stunden Filmmaterial.
( * * * )

THE MAHARAJAS
„Weekend Sparks“ 7“ 4-song-e.p.
( Crusher Records / CrusherRecords.com , Release Date: 15. Dezember 2006 )
Stockholm´s Garagenrock-Band, the Maharajas gibt es nun auch schon seit gut 16
Jahren. Ich hoere von der Band jetzt erst. Naja, ist ja auch ein anderes Metier,
indem ich mich zu „Glitterhouse“-Zeiten vor knapp 20 Jahren fuer kurze Zeit mal
aufgehalten habe. the Maharajas gehen mit ihren vier Songs hier voll in die
„Down Under“-Richtung. Dabei werden Erinnerungen an alte „Citadel“-Scheiben like
the STEMS oder the NEW CHRISTS wachgeruettelt. Die Produktion ist schoen einfach
gehalten und weist keine Spuren von unnoetiger Verzerrung auf. Geht mehr als nur
in Ordnung und fuer zwischendurch eine durchaus willkommene Abwechselung,
besonders die brillante Garagen-Pop-Ballade „(Take A) Look At Yourself“ hat es
mir dabei sehr angetan.
( * * * * )

MISS 45
s/t MCD
( No Talent Records / Miss45.com , Release Date: 16. August 2006 )
Werner wuerd sagen: “Das kesselt!” Direkt vom ersten Ton an fuehle ich mich
heimisch und pudelwohl! Seit den THANKLESS DOGS habe ich nicht mehr solch einen
puren Hammer-Gitarren-Sound auf die Ohren bekommen!!! Fuckin´ brillant
inszenierter Punk-Rock’n’Roll, ganz in der Tradition von JOHNNY THUNDERS, the
HEARTBREAKERS und den NEW YORK DOLLS. Ich moechte darauf wetten, dass sie in
ihrem Live-Set auch „Pills“ nachspielen. Die Donner-Gitarre kommt auf ihrem
Debuet hier voll zur Geltung und die Produktion haelt dabei alles schoen unter
Verschluss, so dass kein Ton entweichen kann. Absolut vollendete straighte
Melodien!!! Die fuenf voellig eigenstaendigen Tracks koennen das hohe Niveau bis
zum Schluss ganz locker halten. Stockholm ist um eine weitere Ausnahme-Band
reicher!!! Und ich bin immer noch ganz platt!!!!
( * * * * * )

NO MORE HEROES
„A Complete History of Punk From 1976 – 1980“ Book
( Cherry Red Books / CherryRed.co.uk , Release Date: 30. November 2006 )
Dieses Buch sprengt alle bisher gekannten Dimensionen!!! Fuer solch ein
fundiertes Buch zusammen zustellen braucht man eigentlich ein zweites Leben.
Oder aber verstaendnisvolle Menschen im persoenlichen Umfeld, die einen die
Arbeit an diesem Punkrock-Mammutwerk erheblich erleichtern. Nun, Alex Ogg, der
ehemalige Herausgeber des „Spiral Scratch”-Magazin und bestens bekannt fuer
seine Linernotes aus unzaehligen CD-Booklets von Bands wie the SEX PISTOLS,
BUZZCOCKS, the UNDERTONES, PENETRATION, the ADVERTS, the SKIDS, the RUTS oder
SHAM 69 hat das Unmoegliche Moeglich gemacht. Auf 728 Seiten, in Worten
s-i-e-b-e-n-h-u-n-d-e-r-t-a-c-h-t-u-n-d-z-w-a-n-z-i-g (!!!!!) Seiten werden
ueber 400 bekannte, nicht so bekannte und ueberhaupt nicht bekannte Bands dem
verdutzten und zunaechst voellig ueberforderten Leser vor die Optik geknallt.
Fuer diese „neue Bibel des britischen Punk Rock“ reiste Herr Ogg in den
vergangenen Jahren kreuz und quer durch das Vereinte Koenigreich, um in ueber
zweihundert, in Zahlen 2-0-0 (!!!!!) Interviews, aktuelle Fakten mit der
klassischen Punkrock-Formel, beispielsweise aus Beitraegen alter englischer
Musicpapers zu vermischen. Angereichert mit exklusiven Pictures und mit einer
kompletten Diskographie zu jeder einzelnen Band. Und die hat mir schon im
speziellen Fall der Band HORRORCOMIC immens weitergeholfen. Mir fehlte
eigentlich immer noch ihre Punkrock-Klassiker 7“inch „England ´77“. Das es die
Single natuerlich nur noch, wenn ueberhaupt für massiv viel Knete unter dem
Ladentisch geben wuerde, hatte ich ja immer noch die geringe Hoffnung, das sich
irgendwann ein Label wie etwa „Overground“ oder „Detour“ erbarmt, um sich einer
CD mit evtl. verschollenen Aufnahmen zu widmen. Doch mit grossen Erstaunen nahm
ich zur Kenntnis, dass bereits seit Maerz 2006 ein komplettes Song-Archiv der
Band auf CD existiert. Und zwar, ziemlich untypisch auf „Sanctuary Records“.
Aber, das hat natuerlich auch seinen besonderen Grund. Denn Roger Semon, der
ehemalige Saenger der Band ist bei dem Label in den oberen Etagen taetig und
nebenbei auch als „offizieller Elvis-Experte des Hauses“ bekannt. Klar, dass ich
mir die CD sofort bei AMAZON bestellt habe. Ich bin mir sicher, das da in den
anderen Band-Storys, die ein oder andere Ueberraschung noch auf mich wartet,
denn schliesslich bin ich mit dem Buch noch laengst nicht durch. Das kann noch
was dauern! Ich empfinde es auch als aeusserst interessant, das Alex Ogg zum
Ende hin in vielen Interviews „nachforscht“, was die ehemaligen „(No More)
Punkrock-Heroes“ heute so treiben. Zwei Vorworte, sozusagen als Einstimmung auf
das Buch, gibt es ausserdem noch! Eines von CAPTAIN SENSIBLE in seiner typisch
amuesanten Art und Weise vorgetragen und eines von einem gewissen David Marx,
der 1977 in Swindon´s ersten Punkrock-Band the AGGRAVATORS als Gitarrist
mitspielte. Die Bands sind alphabetisch aufgefuehrt. Also, wie sich das gehoert,
schoen uebersichtlich. Das Englisch ist dabei zum groessten Teil leicht
verstaendlich gehalten. Und um das Ganze jetzt mal auf die Spitze zu treiben,
habe ich hier von jedem Buchstaben jeweils eine weniger bis gar nicht bekannten
Band aufgelistet, die im Buch vorkommen: ANAL FLEAS, BEE BEE CEE, CLASSICS,
DOLE, EXCEL, FAKES, GT´S, HELPLESS HUW, INSTANT AUTOMATONS, JERMZ, KNIFE EDGE,
LUDUS, MUD HUTTERS, NO WAY, OUTPATIENTS, PERFECTORS, RIPCHORDS, SCREEN GEMZ,
TOILETS, URBAN DECAY, VICARS, the WORST, XL5 und ZYKLON B. Okay zugegeben, beim
Buchstaben Y gibt es nur die YOBS, die muesste ja jeder ´77er-Punker noch
kennen. Wie gesagt, no panic, die janz bekannten Combos kommen natuerlich auch
auf ihre Kosten und das nicht zu knapp. Denn schliesslich gibt es beispielsweise
ueber the CARPETTES, the DAMNED, the LURKERS, STIFF LITTLE FINGERS oder U.K.
SUBS logischerweise wesentlich mehr zu berichten, als ueber die so genannten
Eintagsfliegen im Punk Rock. „No More Heroes“ ist seine Anschaffung doppelt und
dreifach wert!!! Thanks very much, Mr. Alex Ogg!!!
( * * * * * )

THE ROGUE NATIONS
„The American Ruins” 7” 5-song-e.p.
( Suicide Watch Records / MySpace.com/TheRogueNations , Release Date: Juni 2006
)
Da hab ich doch ein wenig mehr von erwartet. Die Band schickte mir
unaufgefordert ihre erste Single zu, die auf weissen Vinyl gepresst wurde und
auf 500 Copys limitiert ist. „MySpace“ macht es eben moeglich. Das Trio aus
Charlotte (NC) sucht meines Erachtens noch nach einer genaueren musikalischen
Ausrichtung. Die Songs sind mir eindeutig zu hektisch vorgetragen und haben
irgendwie auch zu viel an Text. Wirklich schade, denn ich haette bei einem Song
wie „Alice Bag“ zu gerne etwas Positiveres geschrieben.
( * * * )

SONIC FARM
„Living Dead” 7” 3-song-e.p.
( Sonic Farm Records / SonicFarm.se , Release Date: November 2006 )
Ego T. Superstar, der durch seine eigenen Bands wie CHINESE TAKEWAY und zuletzt
the PART-TIME POSERS beim 3RD immer auf eine offene Tuer stiess, hat es
mittlerweile als Bassist zu der Sonic Farm verschlagen. Hier spielt er streng
genommen nur die zweite Geige und das wirkt sich natuerlich auch auf die Musik
aus. ´77er Punkrock hat bei der ersten Single der Band einen recht schweren
Stand. Bei Sonic Farm wird eher auf Garagen-Rock’n’Roll, mit einer kleinen
STOOGES-Leihgabe versehen, wert gelegt, der bei mir natuerlich nicht so recht
zuenden will. Die Gitarren treten mir dabei auch viel zu sehr in den
Vordergrund, so dass das leicht verzerrte Gedudel schon etwas nerven kann. Ego
T. Superstar, weil Du es bist, gibt´s drei Sternchen. Und weil das ziemlich
abgefuckt cool gespielte „I Can´t Lose“, das mich ein wenig an the FUN THINGS
und the PAGANS erinnert, noch so einiges zum Schluss rausreissen kann.
( * * * )

SONIC NEGROES
„Hallelujah, Motherfucker!” 7” 4-song-e.p.
( Inam Records / SonicFarm.se , Release Date: 2004 )
Die hat mir Ego T. Superstar mit zur ersten SONIC FARM-Single beigelegt. Ich
glaub, die waren mit denen zusammen auf Tour. Vom Sound her wuerde das schon
ganz gut zusammenpassen. Ich komme hier allerdings auf die vier Songs von Anfang
an erstaunlich besser klar. Das liegt dann wohl sicherlich am flotten Tempo, an
den recht einpraegsamen Melodien und an den doch schon eher Punkrock-belasteten
Gitarren, die klar nach vorne abzielen und aehnlich abgehen wie bei PSYCHOPUNCH.
Vom Stil wird die Bandbreite von TURBONEGRO bis zu den STREETWALKIN´ CHEETAHS
gut abgedeckt. So kann man sich taeuschen, Real Shock! Was fuer eine coole Band!
Mehr davon!!!
( * * * * )

V.A.: „PSYCHOBILLY – BEHIND THE MUSIC”
DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: 27. November 2006 )
Verdammt gut gemachte Dokumentation! „Behind The Music“ umschliesst drei
Kapitelsektionen, plus einer Song-Collection von zumeist unveroeffentlichten
Promo-Videos von Bands wie the COFFIN NAILS, FRENZY, the SHARKS und CHUCK AND
THE HULAS! Musiker wie Nigel Lewis (Ex-METEORS), Chuck Harvey (FRANTIC
FLINTSTONES), Alan Wilson (the SHARKS) und viele weitere „Persoenlichkeiten
dieses Genre“ kommen in den 90 Minuten ausfuehrlich zu Wort und machen diesen
Film fuer alle die sich schon seit den Anfaengen der STRAY CATS fuer Rockabilly
oder speziell Psychobilly interessieren zu einer echten Pflichtkuer. War Don
Letts sein Film „Punk: Attitude“ massgeschneidert fuer den Punk Rock
zugeschnitten, so sollte das fuer „Behind The Music“ unbedingt auch in Zukunft
in der Psychobilly-Szene gelten.
( * * * * )
V.A.: “STREET ROCK”
CD digi-pak
( Rebellion Records / Gordeon Promotion , Release Date: 15. Dezember 2006 )
Street Rock schoen und gut, aber was haben dann bitte sehr die Glam-Punker von
SHOCK NAGASAKI auf diesem Label-Sampler zu suchen? Wahrscheinlich sind sie
deswegen vertreten, weil sie rein zufaellig ihre erste full-length auf
„Rebellion Records“ gemacht haben. Mir sowieso bis heute ein Raetsel. Street
Rock als Oberbegriff kann ich ja noch irgendwie durchgehen lassen, aber dennoch
sind die meisten Bands wie BAKERS DOZEN, HATEFUL, THE VEROS, RAZORBLADE oder THE
CLICHES eher als reine Oi!-Bands unterwegs. Infolgedessen spricht mich der Sound
dieser 23-Song-CD auch kaum an. Trotzdem natuerlich nicht grundlegend verkehrt
und es waere von meiner Stelle aus fatal nur zwei Sternchen raus zuhauen.
( * * * )

V.A.: „THIS IS THE A.L.F“
CD digi-pak
( Mortarhate Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 06. November 2006 )
Die „Animal Liberation Front“ setzte in England auf lange Sicht hin einige
Veraenderungen in der totalen Abschaffung des Missbrauch von Tieren durch.
Punk-Bands, besonders natuerlich aus der Anarcho-Szene unterstuetzen die
Bewegung und brachten mit „This Is The A.L.F“ 1998 einen Sampler raus, der
damals auf ein reges Interesse in der Oeffentlichkeit stiess. Nun ist auf „Mortarhate“
eine Re-Release als Digital Remaster und in komplett neuer Artwork-Gestaltung
der Originalvorlage mit aktualisierten Lesematerial erschienen. Bands, die hier
vertreten sind duerften natuerlich hinlaenglich bekannt sein: CONFLICT, CRASS,
CHUMBAWAMBA, SUBHUMANS, DIRT, ICONS OF FILTH, EXITSTANCE, POISON GIRLS, LIBERTY,
CITIZEN FISH und LOST CHERREES. Nicht die Musik, sondern Sinn und Zweck dieser
CD bekommen von mir die volle Sternchenzahl. Heute macht sich vor allen Dingen
PETA gegen Tierversuche stark und ist in den Medien immer wieder sehr praesent.
Wer allerdings die Internetseite besuchen will, muss starke Nerven haben. Beim
Anblick einiger Videos dreht sich einem der Magen um und von daher kann ich es
ueberhaupt nicht verstehen, das es immer noch genuegend Menschen gibt die ganz
ungeniert Pelz tragen. Aber wir leben ja nun mal in einer voellig kranken Welt,
wo die Hemmschwelle sehr niedrig liegt.
( * * * * * )
THE VARUKERS
„Still Bollox But Still Here” CD
„One Struggle One Fight” CD
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 13. November 2006 )
Tja, die Varukers. Fuer mich eine aehnliche „Problem-Band“ wie etwa THE
DESTRUCTORS, die vom „Captain Oi!“ in diesem Jahr auch ganz schoen wieder
aufgepimpt wurde. Das liegt alles nicht auf meiner Wellenlaenge, damals nicht
und heute erst recht nicht. Also, werde ich mein dummes Laestermaul halten und
die Fakten sprechen lassen. Mit „Still Bollox But Still Here” kuendigt das Label
eine Wiederveroeffentlichung ihres Backkataloges an. 1995 galt diese Scheibe als
„Comeback“-Album der Band, was urspruenglich auch nur fuer kurze Zeit in
Deutschland ueber „We Bite Records“ erhaeltlich war, und danach knapp zehn Jahre
ueberhaupt nicht mehr in irgendwelchen Record-Shops auftauchte. Nun, da sich der
„Captain Oi!“ der ganzen Sache angenommen hat, kommt die CD natuerlich mit allen
Edel-Standards daher, sprich, komplett remastered, Uebernahme des Original
Artwork, Linernotes vom „The Day The Country Died“-Autor Ian Glasper, sowie die
Texte zu allen Songs. Obendrauf als Sahnehaeubchen sozusagen noch die Zugabe im
Bonus-Teil, die vier Songs der extrem gesuchten „Nothing´s Changed“-EP. Aber
noch mal zurueck zukommen auf das eigentliche Album. Denn dort finden sich neu
eingespielte Versionen ihrer frueheren Indie-Charts-Erfolge wie „Protest To
Survive”, „I Don’t Wanna Be A Victim“, „Die For Your Government” oder „Led To
The Slaughter“. Die Band spielte deshalb diese Versionen neu ein, weil man 1995
nicht mehr an die alten Scheiben der Band so schnell rankam. Die zweite CD im
Bunde, „One Struggle One Fight“ kam 1984 auf dem bandeigenen „Liberate Records“
raus und hat insgesamt 13 Tracks im typischen Brit-Hardcore-Punk der ´80er a la
DISCHARGE, DISORDER oder CHAOS U.K. zu bieten. Die „Captain Oi!“-Neuauflage ist
zudem mit neun Tracks aufgestockt und natuerlich derselben Prozedur unterzogen
worden, wie die „Still Bollox But Still Here”, wobei das Ergebnis gerade im
Remastern vorzueglich klingen soll. Der Anfang ist gemacht, weitere
Varukers-Re-Releases sollen dann 2007 folgen.
( * * * )