So, hier nun das
Dezember-Update. Das naechste Update erfolgt dann Ende Januar 2005. Alle Reviews,
besprochen von Ralf Real Shock.
AGNOSTIC FRONT
„Another Voice” CD
( Nuclear Blast Records / Gordeon Promotion , Relases Date: 22. November 2004 )
Oh je, ein neues Album der New Yorker Hardcore Veteranen um Mr. Miret und Sir
Stigma. Das verspricht fuer meine Ohren permanent nichts wirklich Gutes, wenn es
um meinen ganz individuellen Musikgeschmack bestellt ist. Well, aber ich hab
mich ja nicht so, und wer weiterhin sein Pferd auf die kleinen Muskelpakete
setzt, wird seinen Einsatz sicherlich noch mit etwas Gewinn dazu wieder rein
bekommen. Inkl. dem Video zu dem Song „Peace”, was mich eher an eine grausame
Hip-Hop Veranstaltung erinnern laesst. Das veranlasst mich zum Punkte….aeh….Sternchenabzug.
( * * )

AMERICAN HEARTBREAK
„Postcards From Hell / You Will Not Getting Paid!” DoCD
( People Like You Records / Starkult Promotion , Release Date: 15. November 2004
)
Im Januar werden American Heartbreak endlich wieder in Europa zu Gast sein. Im
Vorfeld gibt es eine Zusammenfassung ihrer bisherigen Releases. Sozusagen als
kleine Auffrischung des Gedaechtnis. Denn wie singt Mike Ness auf der neuen
SxDx-CD im Song „Live Before You Die“ so treffend „So Close Your Eyes And
Embrace Your Memories“. Yep, wird gemacht Meister Lampe! Starten moechte ich mit
CD Zwo. Zehn Songs sind hier verewigt, fuenf satt produzierte Live-Aufnahmen
ihrer letzten Europa-Tour und fuenf bewaehrte Songs als reine Akustikversionen.
Diese Darbietungen kamen 2003 in den Staaten unter der CD „You Will Not Be
Getting Paid!“ raus, sozusagen als kleine Ueberbrueckung, um die Wartezeit fuer
das neue Studioalbum – an dem die Band in diesen Stunden hoffentlich fleissig am
Arbeiten fuer ist – zu verkuerzen. Ohne ein neues Album braucht ihr erst gar
nicht Anfang 2005 einzureisen. Hehehe…., anyway, weiter geht es mit dem zweiten
Silberling. Ein Remix ihres eigentlichen Debuet „What You Deserve“ von 1997, was
zunaechst nur als Demotape gedacht war. 2003 wurden die sieben Tracks re-mastert.
Der dichte Sound von ihrer ersten LP „Postcards From Hell“ wird hier doch noch
schmerzlich vermisst. Es klingt alles noch ein wenig unbeholfen und holperig.
Trotzdem ist schon die ein oder andere musikalische Brillanz, wie bei „Another
Wasted Day“ oder „Nobody Likes Me“ zu erkennen. Leider hat man das Cover von
GENERATION X „Kleenex“ fuer diese Neuauflage unter den Tisch fallen lassen. Fuer
mich absolut unerklaerlich. Galt das Cover doch in Fachkreisen als sehr gut
eingespielt. Na ja, was solls. CD 1 beinhaltet das komplette Klassikeralbum aus
dem Jahre 2000, damals auf fucking „Coldfront Records“ herausgekommen. Die
LP-Version wurde ja einige Zeit spaeter vom „Radio Blast“-Tom in einer
limitierten Auflage unter die Vinyljunkie-Meute geworfen. Als Bonus gibt es
neben den mittlerweile zu Klassikern der Glam-Punk-School gewordenen Tracks wie
etwa „Superstar“, „Please Kill Me“, „Brain Vacation“ oder „I Wish You Where (Dead)“
zwei weitere zeitlose Musikstuecke, „Angeline“ und „Postcards From Hell“. Auch
hier finde ich es schade, das der X-Mas Song von der „Radio Blast“-Single nicht
auch noch Platz gefunden hat. Den Abschluss bilden die zwei Videos zum Titelsong
und zum bisher noch nicht veroeffentlichten „Rotten Apple“, ebenfalls ein wahrer
Heartbreaker! Wem die Band bisher ueberhaupt nichts sagte, aber Scheiben der
BLACK HALOS, SOCIAL DISTORTION, BACKYARD BABIES, TRASH BRATS und D-GENERATION
bei sich im Regal stehen hat, dem kann ich mit diesem Teil hier nur eine
besondere Empfehlung aussprechen. Und wenn Zeit ist, sich die Band bei der
kommenden Tour im Januar anzuschauen. Siehe Dates unter Termine.
( * * * * * )

AUTOMATICS
„Forty Virgins In The Afterlife“ CD/LP
( Trash 2001 Records / Trash2001.de , Release Date: September 2004 )
Das ist ja schoen das es am Ende doch noch geklappt hatte und ich jemanden in
Deutschland davon ueberzeugen konnte, das dritte Album von Dave Philp´s
Automatics zu veroeffentlichen. Nun, ich hatte das Album schon in der No. 24,
damals noch als Roh-Mix ausfuehrlich besprochen gehabt. Seit der ersten Fassung
hat sich auch noch jede Menge getan. Zum einen wurden drei Songs vom Roh-Mix
entfernt und sind durch die drei neuen Tracks „Trash“, „She Devils Of Beverley
Hills“ und „Broken Doll“ ersetzt worden. Reihen sich wunderbar in den für
England so typischen mid-tempo PowerPopPunk-Sound der spaeten ´70er ein.
Besonders der letzte und sehr ruhige Track „Farewell And Fuck You“ haette ein TV
SMITH oder ein KEVIN K. nicht besser schreiben koennen. Dave gelang es auch noch
in der Endphase Steve Jones von den SEX PISTOLS dazu zu gewinnen. Steve spielte
da einige Gitarrenparts ein. Uebrigens arbeitet Dave zur Zeit am vierten Album,
zusammen mit Gitarrist Ian McCallum von STIFF LITTLE FINGERS.
( * * * * * )
BONECRUSHER
„Fractured“ DoCD
( Knock Out Records / Knock-Out.de , Release Date: 25. Oktober 2004 )
Das passt doch! Ueber einen Monat hat der Kaeufer dieses Pappschuber Zeit
gehabt, um ausfuehrlich Bekanntschaft mit der „Single Collection“ und dem ersten
Studioalbum fuer „Knock Out“, „Followers Of A Brutal Calling“ zu machen, bevor
er sich Anfang Dezember dann auf einer der zahlreichen Konzerte von Bonecrusher
in Deutschland nach vorne schmeisst und mit geballter Faust die Refrains
entgegen grölen kann. Die „Single Collection“, urspruenglich vor vier Jahren auf
dem US-Label „Outsider“ rausgekommen, ist um insgesamt acht Songs reicher. Das
heisst im einzeln, das die komplette „The Good Life“ vertreten ist, der Vorbote
ihrer aktuellen CD „„Tomorrow Is Too Late“, sowie die mir voellig unbekannte EP
„For Your Freedom“, und zu guter letzt der Song „She´s The One“, ein Outtake
letzt genannter EP. Das Booklet zur „Single Collection“ hat auch noch einige
Seiten mehr zu bieten, u.a. wurde dabei das Titelbild vom 3RD No. 15 verwendet,
wo der einstige Saenger der Band, Raybo, sich auf dem T-Shirt „Die Helden sind
tot“ extra fuer das Heft gekritzelt hatte. Die Titelstory werde ich uebrigens
sehr bald auch auf die Homepage setzen, mit jeder Menge zuvor unveroeffentlichen
Fotos aus Rick Bain seiner Schatztruhe. Sein OKay hab ich mir schon eingeholt!
Aber zunaechst muss noch DSL angeschlossen werden. Das wird in ein paar Tagen
auch geschehen. Yep, die „Warum warten Wochen“ sind dann endlich Schnee von
gestern. Wer Rick Bain nicht kennt, der kennt auch nicht Bonecrusher, geschweige
denn kennt das 3RD, und hat sich auf dieser Homepage womoeglich verirrt, weil er
dachte, er waere auf eine externen DEAD BOYS-Seite im Web gestossen. Das soll
heissen, das ich ueber Bonecrusher schon laengst alle gesagt bzw. in der
Vergangenheit geschrieben gehabe. Gerne haette ich auch das Interview, was ich
Bassisten Mike Kanel – der nach dem Weggang von Raybo jetzt auch den Gesang
uebernommen hat - Mitte August zugemailt habe, auf meine Page gestellt. Aber
leider hat er es irgendwie so richtig verpeilt mir nach dreimaliger Anfrage das
Teil rueber zu senden. Tja, wer nicht will, der hat schon. Schad….., unbedingt
zu erwaehnen waere noch, das es den Pappschuber zum Preis von einer CD ist. Na,
wenn das mal kein Angebot ist. Coole Aktion, Mosch…..
( * * * * )
THE CARAVANS
„The Best Of The Caravans“ CD
( Anagram Records / CherryRedRecords.co.uk , Release Date: Oktober 2004 )
Oh je! „Cherry Red” ueberschuettete mich in der letzten Zeit mit fast jeder
neuen Label-Release. Und das sogar auch noch fuer kurze Zeit doppelt. Soll
heissen, das ich ungefaehr vier oder fuenf CDs oder DVDs nach ein paar Tagen
noch einmal zugeschickt bekommen habe. Damit das nicht Ueberhand nehmen sollte,
wurde von mir brav ein eMail aufgesetzt, und auf diesen Vorgang hingewiesen.
Nur, war ich es irgendwie leid, schon wieder darauf hinzuweisen, das das 3RD in
erster Linie, in zweiter Linie und ueberhaupt mit Psychobillys null Verbindungen
hat. Aber, vielleicht liest das ja gerade jemand, der sich neben the BONES und
anderen Greaser-Combos, auch die ein oder andere diverse Band aus diesem Genre
mit Vorliebe in den Player wirft. Von daher werde ich diese Teile hier, voellig
objektiv besprechen, weil ich mich in der Materie nicht ein Funken auskenne.
Also, gibt es nur die Fakten, alles andere liegt bei dir. „Um das 20jaehrige
Bestehen der Band aus dem englischen Portsmouth richtig anzugehen, hat „Cherry
Red“ entschieden, eine 24-starke-CD mit den besten Songs, inkl. „Easy Money“, „Dirty
Little Town“ und „Restless Heart“ zusammen zustellen. Die Band wurde kuerzlich
fuer eine amerikanische Psychobilly-Dokumentation namens „Rumble In New York“
gefilmt. Gerne werden die Caravans auch mit dem Titel „Neo-Rockabilly“ bedacht.“
PS: Ich mag kein Psychobilly!
( * * )
COFFIN NAILS
„Let´s Wreck – The Gravest Hits“ CD
( Anagram Records / CherryRedRecords.co.uk , Release Date: September 2004 )
Dies ist das erste „Best Of”-Album der Psychobilly Band Coffin Nails, die sich
1986 gegruendet haben und bis zum heutigen Tage sieben Alben raus gebracht
haben. 26 Tracks sind es fuer diesen Silberling geworden, wobei der Kenner bei
Songtiteln wie „Let´s Wreck“, „If Only Mother“ oder „Skeleton Swamp“ mit der
Zunge schnalzen wird. PS: Ich mag kein Psychobilly!
( * * )
DEMENTED ARE GO
„Call Of The Wired” CD
( Anagram Records / CherryRedRecords.co.uk , Release Date: Oktober 2004 )
Auch diese Psychobilly Band hat schon ueber zwei Dekaden auf den Buckel, denn
seit den fruehen ´80er treiben sie ihr Unwesen. Bei „Call Of The Wild“ handelt
es sich um einen Live-Mitschitt aus dem Jahre 1994, aufgenommen im damals
angesagten Psychobilly Club „The Charlotte“ in Leicester. U.a. finden sich bei
den 16 Songs auch der Indie Chart Hit „Holy Holy Jack” sowie die live favourites
„PVC Chair“, „Brand New Corpse“ und „Night Life“. Danke, liebes Infoblatt, was
waere ich manchmal ohne diese sehr hilfreiche Schreibstuetze. PS: Ich mag kein
Psychobilly!
( * * )

THE DONKEYS
„Television Anarchy“ DoCD
( Detour Records / Detour-Records.co.uk , Release Date: Oktober 2004 )
Auf „Detour Records“ ist nach wie vor Verlass. Mit dieser Release hat das Label
mir einen Herzenswunsch erfuellt. Denn, seit ich Anfang der ´80er ihre Debuet-7“
„What I Want“ aus dem Jahre 1979 bei einem damaligen guten Kumpel das erste Mal
gehoert hatte, war mir sofort klar, das ich dieses kostbare Vinyl auch bald mein
Eigen nennen wollte. Bei seinem naechsten London-Trip brachte mir mein Kumpel
die Single aus zweiter Hand mit. Spontan kann ich mich nicht daran erinnern, ob
JOHN PEEL irgendetwas von ihnen im Programm hatte. Ich glaube aber eher nicht.
Nun, „What I Want“ und besonders die mitreissend gespielte B-Seite „Four Letters“
waren ein famoser Einstand und entfachten die Magie einer damals so typischen
Debuet-7“ aus dem Vereinten Koenigreich. Gleichzusetzen, von der Machart her,
mit den ersten Singles der CHORDS, der VAPORS, TV21, der AUTOMATICS und den
AUTOGRAPHS. Leider gelang es der Band danach nie mehr an diese Single
anzuknuepfen. Sie machten zwar noch in den Jahren 1980 und 1981 vier weitere
7“inches, aber diese Songs konnten dem Debuet zu keiner Sekunde das Wasser
reichen. Obwohl auch diese Singles absolut empfehlenswert sind. Keine Frage! Die
vier Jungs aus Wakefield existierten als Band nicht sehr lange. Ihre letzten
Aufnahmen stammen aus dem Jahr 1982. „Detour“ versichert, das mit dieser
32-Track-DoCD alle Recordings der Band abgeschlossen sind. Disc 1 haelt die
fuenf Singles parat, plus zwei alternative Versionen ihrer 7“inch A-Seiten „Let´s
Float“ und „Listen To Your Radio“. Auf dem zweiten Silberling befinden sich
insgesamt 20 Songs aus den Jahren 1978 bis 1982. Eine Zusammenstellung, u.a. aus
einigen Live-Aufnahmen und zwei Demotracks die vor ihrer ersten Single
eingespielt wurden. Allerdings stammt der groesste Teil aus verschiedenen
Studiosessions, dessen Aufnahmen die Vorboten einer ersten full-length sein
sollten. Dabei kristallisiert sich besonders der Song „Monkey Business“ raus,
der damals das Zeug dazu hatte eine weitere PowerPop-Mod-Perle der Donkeys zu
werden. Deshalb sei an dieser Stelle noch einmal ein ausdruecklicher Dank an
Dizzy von „Detour“ gerichtet, der uns diesen Klassiker 22 Jahre spaeter
offenbart. Fuer das Gesamtkonzept gibt es die volle Punktzahl!
( * * * * * )
EATER
„Live At Barbarellas 1977“ CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: Oktober 2004 )
Als mich die CD Mitte Oktober erreichte, war mein erster Gedanke nicht gerade
sehr positiv gestimmt. Musste das jetzt auch noch sein? Eine verschollene
Aufnahme vom August 1977 mit 14 Tracks aus dem beruechtigten Birminghamer
Punkrock-Club „Barbarellas“ im Jahr 2004 auf CD zu verewigen? Als die ersten
Klaenge mein Gehoer erreichten, skippte ich sofort meinen ersten Gedanken weg.
Denn, jeden einzelnen Ton rechtfertigt diese Release hier. Die Qualitaet ist
zwar nicht so optimal wie bei ihren beiden Tracks auf dem „Live At The
Roxy“-Sampler, aber das tut nicht sehr viel zur Sache. Hier spuert man rein
akustisch ein ´77er Live-Erlebnis des original englischen Punkrock mit seiner
enormen Spielfreude und der Begeisterung im Publikum. Hand aufs Herz, wer waere
damals nicht gerne zu ihren Smashern wie „Lock It Up!“, „Room For One“ oder
“You“ vor Andy Blade & Co auf- und abgehuepft? Im Anschluss gibt es von Andy
noch „Spoken Word Extracts“ aus seinem Buch „The Andy Blade Chronicles“, und der
verwirrende Remix zu „Got No Brains“.
( * * * * * )

EATER
„Outside View – Eater Live“ DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: November 2004 )
Eater hatten sich ja bekanntlich 1996 beim ersten “Holidays In The Sun”-Festival
mit den zwei Originalmitgliedern – Andy Blade am Gesang und Brian Chevette an
der Gitarre – reformiert und einen, im Gegensatz zu ihren Shows in den ´70ern,
verhaltenen Eindruck on stage hinterlassen. Zu diesem Schluss komme ich auch
nach der Durchsicht dieser knappen einen Stunde DVD-Laufzeit. Aufgenommen 1997,
im Londoner „Dublin Castle“, kommt die Band nur sehr schwer in die Gaenge. Auch
sieht man Andy Blade hier mit einer Gitarre um den Hals, was ihn noch ein wenig
mehr am Mikrophonstaender bindet, und ihn fast zur Salzsaeure erstarren laesst.
Sieht so aus, als wollte er sich voll und ganz auf die Setliste konzentrieren,
um die Songs so gut wie moeglich wiederzugeben. Die Action, die man da vom
Auftritt aus dem „Punk Rock Movie“-Video her kennt, bekommen die paar Punks vor
der Buehne zugesprochen. Und die gehen zuweilen ab wie Flummis. Besonders ein
blondierter Punkie pogt nonstop bis er am Ende selbst auf der Buehne zu sehen
ist und den Text von „Thinkin´ Of The USA“, zusammen mit Andy ins Mikro shoutet.
Das sich die komplette Band in Anzuegen mit Fliegen auf der Buehne praesentiert,
verstaerkt nur noch mehr den Anblick eines gediegenen Altherrenabend.
Eingeleitet wird die DVD vom ehemaligen „Roxy“-DJ Don Letts, dem Andy nach gut
25 Jahren rein zufaellig bei der DVD-Fertigstellung im „Metropolis Studio“ in
Chiswick ueber den Weg gelaufen ist. Netter Zug, das Don Letts ein paar warme
Worte zu Eater findet und dabei auch den legendaeren Schweinekopf-Wurf aus dem
„Punk Rock Movie“ nicht aussen vorlaesst. Don Letts war uebrigens deshalb im
Studio, weil er an der Neubearbeitung seines „Punk Rock Movie“ beschaeftigt war.
Na hoffentlich kommt der dann auch bald auf DVD raus. Das waere schon klasse!
Abgerundet wird die Eater-DVD mit einem Interview von Andy und weiteren
Geschichten, die er aus seinem Buch vorliest. Der Nostalgie wegen vier
Sternchen, aber mehr war bei aller Liebe nicht drin!
( * * * * )
FALL OF A SEASON
„Decades In A Bleeding World“ CD
( Circulation Records / Gordeon Promotion, Release Date: 06. Dezember 2004 )
Welches Schwein pfeift denn da aus dem letzten Loch? Fuenf harmlos aussehende
Vorstadtkinder suchen ihr Glueck im Metal Gegrunze und outen sich recht bald als
abgründige DoubleBass-Perfektionisten. Das gibt vom Real Shock einen Freischein
direkt in die Hoelle. Auf Nimmerwiedersehen, meine Herrschaften! Derweil
schmeiss ich die CD lieber schnell raus, bevor ich auf einen ganz schlechten
Trip lande.
( * )
FRANK ZANDER
„Rabenschwarz“ CD
( Zett Records / Gordeon Promotion , Release Date: 25. Oktober 2004 )
Einer meiner ersten Singles war „Ich bin der Ur-Ur-Enkel von Frankenstein“. Ich
war keine zehn damals, Punkrock gab es noch nicht, und den Frank den fand ich
und die Nachbarskinder unheimlich dufte. Dann kam ein paar Jahre spater die
erste RAMONES raus und den Frank fand ich urploetzlich ganz schoen doof. Fast
drei Dekaden spaeter erreicht mich diese CD hier. Ich ahne nichts Gutes beim
Anblick. Irgendwelche Schlagersongs werden von Zander´s versoffener Raeuberkehle
auf Rammstein-Niveau runtergepruegelt. Was fuer ein schlechter Film!!!
Rammstein, Fuck Off! – Schlager, Fuck Off!, demzufolge Zander, Fuck Off!
( * )

FRONTKICK
„Underground Stories“ CD/LP
( Bronco Bullfrog Records / Knock-Out.de , Release Date: 25. Oktober 2004 )
Mein lieber Scholli, was hat sich dieses Berliner Quartett aber weiter
entwickelt! Ich bin erst mal so richtig schoen platt. Die bringen genau das
Feeling rueber, was ich heutzutage bei etlichen Bands vermisse. Sirenengitarre
und Reggaeparts, wat will man als CLASH-Punker mehr? Versteht mich nicht falsch,
aber man koennte im ersten Moment auch denken, man haette es mit einer neuen
Scheibe von der ONE MAN ARMY zu tun. Nur, das Frontkick nicht so lahm, wie die
letzte One Man Army klingen. Absolut empfehlenswerter und sehr eigenstaendiger
Punkrock, der sich wunderbar zwischen den BOMBSHELL ROCKS, the FORGOTTEN, RANCID
und the CLASH einreiht. Von Joe Strummer & Co covern sie dann auch noch
stilsicher „Career Oportunities“. Ein sehr intensiver und richtig cooler
Punk-Videoshot zum besten Song auf der CD „36 Guns“ gibt es dann im Anschluss an
die 16 Song-CD, sowie zusaetzlich der spanisch gesungene Hiddentrack „We´re
Gonna Be Together“. Fuer den Ueberraschungsmoment gibt es ein dickes fettes
Extrasternchen. Ganz klar! Im Februar gehen Frontkick auf ausgedehnte
Europatour. Sobald die Termine bekannt sind werden sie selbstverstaendlich bei
mir auf der Homepage stehen. Und ich glaub, ich lasse es mir nicht nehmen, die
Band live zu sehen. Bis dahin gilt fuer diese CD hier, Kaufempfehlung vom Real
Shock!
( * * * * * )

GOLD BLADE
„Psycho“ MCD
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: Oktober 2004 )
Mit dem Song „Psycho“ bekommt man einen kleinen hoechst explosiven Vorgeschmack
auf das kommende Album zu hoeren. Titel: “Rebel Songs” und soll Anfang Fruehjahr
2005 erscheinen. Hier haben Gold Blade einer ihrer besten Songs abgeliefert. Der
Song geht so was ins Ohr, rockige Punk-Power, so wie es die musikalische Ader
von Gold Blade eben ist. Ich hab die Band schon sehr oft mit den RUTS der
Neuzeit verglichen. Und auch hier kann ich meine kuehne Behauptung nur noch
unterstreichen. Des weiteren werden fuenf Live-Aufnahmen nachgelegt, „Black
Elvis“, „AC/DC“ und „Hairstyle“ werden von der Band selbst wiedergegeben. Dann
folgt zweimal ein Cover von „Strictly Hardcore“, nachgespielt von OUTL4W (vier
11jaehrige Kids aus Nordengland!!!!) und BUZZBOMB, eine schottische Punkcombo.
Dabei schneiden die Kids ganz klar am besten ab. Verdammt rotzig gespielt,
erinnert mich etwas an die Single von KIDZ NEXT DOOR. Nee, da muss auf jeden
Fall noch ein Sternchen dazu.
( * * * * * )
G.B.H.
„Punk Junkies“ CD
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: Oktober 2004 )
„Punk Junkies“ gilt als sehr gesuchte full-length unter den regulaeren
G.B.H.-Releases. 1996 wurden die 20 Tracks mit dem neuen Drummer Scott, einem
langjaehrigen Freund der Band, aufgenommen. Auch er beherrschte den typischen
DoubleBass-Schlagzeug-Stil wie aus dem FF. Ansonsten konnte man zur Freude aller
G.B.H.-Fans feststellen, das sich ihr metallischer HC-Punk mit den Jahren kaum
veraendert hatte. Vielleicht waere in dem Zusammenhang zu erwaehnen, das sich
die Gitarren eher am Heavy Metal als am puren Punk Rock orientieren. Saenger
Colin schreibt im Booklet, was u.a. mit allen Songtexten bestueckt ist, noch
eine aktuelle Story zur CD. Obwohl G.B.H. sicherlich heute nicht mehr zu meinen
Aufgabengebieten zaehlt, kann ich keinen nachvollziehbaren Grund finden, das
Album mit einer vernichtenden Kritik in den Abgrund zu reissen. Eigentlich ist
dies auch mal ein guter Zeitpunkt, um einige kurze Erklaerungen zu meinen
augenblicklichen „Review-Stil“ abzugeben. Ich werde ab sofort nur noch Sachen
verreissen, die nach meiner Ansicht voellig am Punk vorbeizielen, aber sich dort
mit ihren vertrackten Stilen und schleimigen Posen einnisten wollen. Material,
was zu einer anderen Gattung wie etwa Psychobilly angehoeren werden einer
objektiven Bewertung unterzogen. Denn von solchen Klamotten hab ich noch nie
Ahnung gehabt. Natuerlich vertraue ich dann weiterhin meinem ganz persoenlichen
Geschmack und es kann auch vorkommen, das ich gruendlich daneben liege. Na ja,
warten wir es ab.
( * * * )

JACKSON UNITED
„Western Ballads“ CD
( Sore Point Records / Cargo Records , Release Date: 08. November 2004 )
Grosse Namen kuendigen sich in der Besetzung an. Fuer die vierzehn Einspielungen
trafen sich unter der Schirmherrschaft von Chris Shiflett (the FOO FIGHTERS, NO
USE FOR A NAME, ME FIRST & THE GIMME GIMMES) die beiden Ex-FACE TO FACE Musiker,
Chris sein Bruder Scott am Bass und Pete Parada am Schlagzeug. Produzent ist
auch ein ehemaliges Mitglied von Face To Face, Gitarrist Chad Blinman. Bei den
Foo Fighters markierte Chris den Bass und liess sich dezent in den Hintergrund
fallen. Bei Jackson United ist natuerlich alles anders. Hier spielt er die
Gitarre und singt dazu. Verstaerkung kam noch in Form eines zweiten Gitarristen
fuer Liveshows hinzu, Doug Sangalang (LIMP, NO USE FOR A NAME). Allerbeste
Voraussetzung also, um richtig gut Eindruck zu schinden. Und das ist der Band
auch ueber weite Strecken ihres Album geglueckt. Bei den hochmelodischen und
auch manchmal recht melancholischen „Pet Sounds“-Punkern koennte man allerdings
den Titel der Platte falsch interpretieren, denn mit Western Balladen hat dieser
Sound wirklich null gemeinsam. Das Chris auch eine Vorliebe fuer the CLASH hat
bekommt man sehr deutlich bei „Down To You“ mit, ein Song, der sichtlich unter
einen hohen Einfluss der „Sandinista!“ stand. Auch spuert man nach sehr kurzer
Zeit besonders bei den Refrains eine enge Verbundenheit mit spaeteren Werken der
kanadischen DOUGH BOYS. Ein recht spannendes Werk baut sich somit hier vor einem
auf.
( * * * * )

ME FIRST AND THE GIMME GIMMES
„Ruin Jonny´s Bar Mitzvah“ CD
( Fat Wreck Chords / FatWreck.de , Release Date: 18. Oktober 2004 )
Zugegeben, ich bin seit der ersten Scheibe ein Freund ihrer ulkigen Darbietung.
Da macht es auch ueberhaupt keinen Unterschied, ob die Coversongs im Studio oder
wie im Fall von „Ruin Jonny´s Bar Mitzvah“ zum ersten Mal nun live eingespielt
sind. Denn auch hier macht die Band eine unbestritten professionelle Figur. Der
angefuegte Rompart laesst nur einen Bruchteil davon erahnen, was auf dieser
Party wirklich abgegangen ist. Eine DVD-Release wuerde hier wirklich Sinn
machen. In Ruecksprache mit Nanette, der deutschen Sprecherin von „Fat Wreck“,
bekam ich auch noch die Bedeutung von diesem Fest nachgereicht. „Mitzvah“ ist
ein juedischer Brauch, so eine Art Firmung bzw. Konfirmation die die Jungs mit
13 bekommen, quasi als vollwertig in die Gemeinde aufgenommen werden. Und so
rauschen die fuenf Gimme Gimmes durch einen 14-Song-Set, der von den BEATLES,
ueber the CARPENTERS und LED ZEPPELIN bis hin zu BLONDIE reicht. Bei so einem
Unterfangen muss man ja auch schliesslich jedes Partymitglied irgendwie
zufrieden stellen. Und Jonny hatte am Schluss seiner Feier bestimmt eine Menge
Freunde hinzu gewonnen gehabt.
( * * * * * )
THE METEORS
„These Evil Things“ CD
( People Like You Records / Starkult Promotion , Release Date: 25. Oktober 2004
)
Den Meteors konnte ich noch nie was abgewinnen. Da straeube ich mich auch
irgendwie ´ne objektive Besprechung hinzubekommen. In der Vergangenheit hab ich
zu viele schlechte Dinge ueber den ihr Gehabe gehoert. Ich erinnere da nur an
die „Wrecking Crew“. Das bleibt natuerlich im Gedaechtnis. Im Info muss ich dann
auch noch lesen, das sie so Typen wie Michael Myers, Charles Manson und John
Lennon´s Moerder, Mark Chapman verehren. Da es absolut nicht ersichtlich ist, ob
das nun ironisch oder ernst gemeint ist, egal, mit solchen Aussagen macht man
heutzutage einfach keine Spaesse mehr. Automatisch kommt mir da die Galle hoch!
PS: Ich mag kein Psychobilly!
( * )

RAMONEZ 77
„Rest In Peace“ CD
( Mata Hari Enterprises / Mata-Hari.de , Release Date: 02. November 2004 )
Kaum zu glauben, aber die vier Hamburger Steinzeit-Punx bekamen es, seit ihrer
Gruendung vor zwanzig Jahren, bisher nicht auf die Kette, eine full-length
einzuspielen. Vielleicht war dieser Zustand auch damit zu erklaeren, das sich
die Band eher auf Liveshows konzentrierte, als in langweiligen Studios
abzuhaengen. Und das sich auch die Ramonez 77 nach einigen Jaehrchen des
kollektiven Abschwitzen auf Deutschlands Buehnen wieder in alle
Himmelsrichtungen verstreuten, gehoert ja mittlerweile schon zum guten Tone
unter Hamburgs Punkrock-Musiker. Doch nach dem Joey 2001 und Dee Dee 2002
verstorben waren, war wohl der Augenblick gekommen, um unseren New Yorker
Lieblingen mit einer schoen knallig produzierten 15-Song-CD zu huldigen. Zum
Zeitpunkt als die Songs im April 2003 aufgenommen wurden, weilte Johnny
allerdings noch unter den Lebenden. Sonst waere er womoeglich auch noch mit
einem Tribute-Song, wie Joey mit „Mr. Ramone“ und Dee Dee mit „Dee Dee Is Dead“
(als Gastsaenger ist hier Felse zu hoeren), bedacht worden. Obwohl, waren Dee
Dee und Joey nicht die Herzchen der Fanmassen gewesen? Und Johnny, wie sich
spaeter herausstellte, ein treuer Anhaenger von George W. Bush?
Gewissenskonflikt, oder? Das bringt mich auch zu dem Video auf der CD-Rom zum
Song „Beat On The Bush“. Nee, glaub kaum, das Johnny da eine wichtige Rolle für
die Produktion zu „Rest In Peace“ eingenommen haette.
( * * * * )
RED FLAG 77
„Stop The World“ CD
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: Oktober 2004 )
Wie es der Bandname schon vorweg nimmt, spielen die vier Briten einen Sound, der
vom ´77er Punk Rock Virus schwer beeinflusst worden ist. Ziemlich simpel und
zuweilen etwas eintoenig spielen sie sich durch 12 Eigenkompositionen und dem
Cover der CLASH „What´s My Name?“. Sie machen ihre Sache gut, mehr aber auch
nicht. Schwaechstes Glied in der Kette, der Mann am Schlagzeug. Und auch die
Produktion laesst so einige Wuensche offen. Mitunter kann man kaum die
Uebergaenge von Strophe zu Refrain unterscheiden. Es fehlen die Kicks, die so
manchen Song ungeheuer nach vorne haette pushen koennen. Denn da war auf jeden
Fall sehr viel mehr drin, da die Band streckenweise ueber das noetige
musikalische Potential verfuegt. Besonders ihr Saenger Rikki Flag, der beste
Mann im Team, wird hier vom Rest der Band straeflich vernachlaessigt.
( * * * )
RESTLESS / FRENZY
„Baby Please Don´t Go“ / „Just Playing Thru…“ DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: September 2004 )
Hier folgt mal wieder eine voellig objektive Besprechung mit der „Keine Ahnung
Zwei Sternchen Bewertungsgarantie“. Okay, dann schiess ich mal los! Beide
Aufnahmen der ´80er Psychobilly Bands stammen aus dem Jahre 1987. Restless
spielten im „Sugarhouse“ in Lancaster und Frenzy in Birmingham´s „Barrel Organ“.
Beide Bands hoere, oder vielmehr sehe ich hier das erste Mal, und wahrscheinlich
auch das letzte Mal. Die Mitschnitte bringen es zusammen auf 79 Minuten
Spielzeit. Beide Bands sind, nach einigen laengeren Ausfaellen in ihrer
musikalischen Laufbahn, bis zum heutigen Tage aktiv. Gerade Restless haben sich
zum Beispiel 2004 in ihrer Originalbesetzung nach sechsjaehriger Pause abermals
gefunden und tingeln wieder durch die Clubs. PS: Ich mag kein Psychobilly!
( * * )
SALEM
„Love It Or Leave It” MCD
Sore Point Records / Cargo Records , Release Date: 22. November 2004 )
Ja, was haben wir denn hier Feines? Such Hasso, Such! Gutes Hundi! Auf jeden
Fall schon mal ein recht interessanter CD-Titel, wo es mir nur so in den Fingern
juckt, diese Besprechung so schnell wie moeglich zum Ende zu bringen. Wenn man
sich so mal die „Thank You“-Liste anschaut, und Bands wie etwa the BLED (baeh!),
the EARLY NOVEMBER (pfui!) oder AGAINST ME! (Boar Alter, nicht die!) entdeckt,
kann man sich ungefaehr ausmalen, welche Richtung auf den insgesamt sechs Tracks
gefahren wird. Und nur weil die Stimme ganz entfernt vielleicht ein ganz klein
wenig an Mr. Smith von the CURE erinnert, braucht man das im angefuegten
Infoblatt sicherlich nicht als ersichtlichen Einfluss auf das Basiskonzept zu
waehnen. Ich haette hier mit wenigen Abstrichen sogar fast ein mittelpraechtiges
Review abliefern koennen, aber dank der Unausgegorenheit in der B-Note, komme
ich hier nicht ueber zwei Sternchen hinaus. Merkwuerdige Review, merkwuerdige
Band. Passt doch, oder?
( * * )
SALIVA
„Survival Of The Sickest“ CD
( Island Records / Gordeon Promotion , Release Date: Herbst 2004 )
Was kitzelt mich denn da an den Ohren? Ja, ist denn schon Weihnachten? Schoene
Gruesse senden uns Josey, Chris, Paul, Dave und Wayne direkt aus der Hoelle der
langhaarigen Luftgitarrenspringer. Magste du MONSTER MAGNET mit einem Schuss
AC/DC? Bist du so ein Suedstaaten Rockerlein und klemmst dir och ma eine Pussy
aus Nashville unterm Arm? Hast du eine METALLICA-Tattoo auf dem linken Oberarm?
Stehste immer noch auf Ozzy? Dann, mein lieber Freund, bist du hier fuer einen
kurzen Moment an der richtigen Stelle angelangt. Ich lasse dich aber gerne zum
„Rock Hard“ oder „Metal Hammer“ weiter ziehen. Da ist diese Band und ihre
Zuhoerer viel besser aufgehoben. Wirklich, ich weine dir keine Traene hinterher.
Machs gut, mein kleiner tapferer metallischer Freund. „Ich will nach Hause
telefonieren….., ja Mami ist schon unterwegs…..“
( * )
SICK OF IT ALL
„Outtakes For The Outcast” CD
( Fat Wreck Chords / FatWreck.de , Release Date: 18. Oktober 2004 )
Auch in hundert Jahren werde ich mich nicht mit Sick Of It All anfreunden
koennen. Da gehen die Geschmaecker einfach zu weit auseinander. Trotzdem ist
dies kein Grund, die CD in Grund und Boden zu stampfen. Deswegen auch hier nur
die Fakten. Wie es das Info so schoen vorsagt, eine 15-Song-Retrospektive von
Raritaeten, die sich aus Bonus-Tracks von europaeischen Vinyl-Releases,
Single-Flipsides, Covers (SHAM 69 „Borstal Breakout“ + „Rip Off“, the MISFITS
„All Hell Breaks Loose“, the LAST RESORT „Working Class Kids“, HÜSKER DÜ „Target),
unveroeffentlicte Live-Aufnahmen und dem „House Of Pain“-Remix zusammensetzt.
Bei dieser Zuordnung wird es dem HC-Fan wahrscheinlich ganz warm ums Herz. Die
Coverstuecke sind uebrigens im typischen Sick Of It All-Stil runtergebrettet.
Wie gesagt, mir sagt das nicht zu.
( * * * )
THE SPITTIN´ VICARS
„The Gospel According To“ CD
( Radio Blast Recordings / Cargo Records , Release Date: 06. Dezember 2004 )
Och nee, nicht schon wieder solche Superlativen im Info hinschmieren. Das koennt
ihr vielleicht mit irgendwelchen „Vision“-Kritikern machen, aber doch nicht mit
dem ollen Real Shocker? Was soll der Satz, „……um im Spaetsommer 2004 ein Album
aufzunehmen, das eines der besten englischen Punkalben der letzten 20 Jahre sein
wird“. Wie kann man nur so anmassend sein? Das soll doch lieber, bitte schoen,
ein jeder selbst raus finden. Ich koennte hier jetzt aus dem Stehgreif direkt
zehn Alben aus dem Hut zaubern, die ganz locker an dem Erstlingswerk der Spittin´
Vicars vorbeiziehen. Oder was geht mit den Alben, die Bands wie MEGA CITY FOUR,
LEATHERFACE, MANIC STREET PREACHERS, RED LONDON, PARTISANS, GUITAR GANGSTERS,
BUZZCOCKS und CHELSEA seit 1984 veroeffentlicht haben? Haeh? Da denkt keiner
dran, oder? Wie gesagt, mit solchen Spruechen sollte man doch sehr vorsichtig
sein, denn sonst kann der Schuss ganz schnell nach hinten losgehen. So, nach dem
sich die erste Aufregung gelegt hat, koennen wir ja mal endlich zum eigentlichen
Grund dieser Besprechung kommen. Die drei Punker, Peter, Paul & Mary…..aeh……,
Vom Ritchie (am besten bekannt als TOTE HOSEN-Drummer), John Codger (the STAINS)
und Vince Incredible (HDQ) haben aufgrund ihrer Vorkenntnisse ein typisch
britisches Punkrock-Album eingespielt, was mir stellenweise doch zu gleich
bleibend und auch zu vorausschauend klingt. Man braucht gar nicht grossartig um
die Ecke zu linsen, man weiss schon vorher was im naechsten Moment auf der
Scheibe passiert. Die 13 Songs sind wirklich in Ordnung, keine Frage, aber es
gibt nur einen richtigen echten Smasher, und der hoert auf den Namen „Oddball“.
Evtl. kann da noch „This Is Our Day“ mithalten, wo Vom´s guter Freund TV SMITH
bei den Backin´ Vocals zu hoeren ist. Das erscheint mir etwas zu wenig, um die
Bewertung auf vier Sternchen aufzustocken.
( * * * )
STREET DOGS
„Tale Of Mass Deception“ MCD
( DRT Entertainment / Starkult Promotion , Release Date: Oktober 2004 )
Keine Ahnung, ob die vier-Song-Maxi auch ganz regulaer im Plattenstore stehen
wird, oder ob es sich nur um eine reine Promo handelt, um auf das zweite Album
der Street Dogs aus Boston aufmerksam zu machen, was Anfang naechsten Jahres
unter dem Titel “Back To The World” veroeffentlicht wird. Nun, die Insider-Hasen
unter euch wissen laengst Bescheid, wer sich hinter dieser Band verbirgt. Doch
drehen wir zunaechst das Rad der Zeit ein wenig zurueck. 1999 erklaert der
Saenger der DROPKICK MURPHYS, Mike McColgan, seinen Ruecktritt aus der Band, um
fortan seinen Traumjob als Feuerwehrmann nachzugehen. Bis 2002 kam er ohne Band
aus, dann gruendete er mit Bassist Johnny Rioux (the BRUISERS, ROGER MIRET & THE
DISASTERS), Schlagzeuger Joe Sirois (the MIGHTY MIGHTY BOSSTONES) und dem
22jaehrigen Gitarristen Marcus Hollar aus Dallas die Street Dogs. Es dauerte
nicht lange, da war das Debuet-Album „Savin Hill“ fertig gestellt. Zwei Songs
sind hier auf der Maxi vertreten, u.a. eine rasant gespielte Version vom SHAM 69
Klassiker „Borstal Breakout“. „In Defense Of Dorchester“ und der Titelsong
stammen von der kommenden CD. Der Stil ist schnell ausgemacht. Irgendwo zwischen
den SWINGIN´ UTTERS und den DROPKICK MURPHYS. „Declaration“ ist dabei der
heimliche Hit unter den vier Songs. Es stimmt mich zufrieden, das Mike wieder
aktiv in der Streetpunk-Szene ist. Und auch heute noch bleibe ich dabei, das er
der bessere Saenger war und ist, als der damalige Murphys- Nachfolger Al Barr.
( * * * * )
STRUNG OUT
„Exile In Oblivion“ CD
( Fat Wreck Chords / FatWreck.de , Release Date: 01. November 2004 )
Wenn ich gut aufgepasst habe im studieren des Info, dann liegt mir hier nun das
fuenfte Studioalbum von Kaliforniens Strung Out vor. Stetig haben sie sich im
musikalischen Bereich verbessern koennen und bringen mit „Exile In Oblivion“ 14
Songs zusammen, die den besonderen Mix aus schnellen Punk-Passagen und
melodischen Hardcore-Bloecken weiterhin erfolgreich fortsetzen. Als Produzent
wurde Matt Hyde verpflichtet, der auch schon die Finger am Mischpult bei Bands
wie SLAYER, SUM 41 und HATEBREED hatte. Vielleicht erklaert das auch den
leichten Metal-Unterton in so manchen Liedern. Strung Out bewegen sich mit
diesem aktuellen Werk auf sicherem Gebiet und werden bestimmt noch jede Menge
mehr Leute mit ihrer Art von Musik anziehen koennen. Das Booklet bedarf der
besonderen Beachtung. Hut ab vor dieser layout-technischen Meisterleistung!
( * * * )
TOY DOLLS
„Our Last Album?“ CD
(SPV.de , Release Date: 22. November 2004 )
Nee, was sind wir wieder lustig beieinander. Bezeichnend soll der Titel der
Scheibe sein. Glaubt mal keiner, das Olga mit seinem Baby das Zeitliche in
absehbarer Zeit segnen wird. Mit dieser markanten Micky Mouse-Stimme hatte ich
in der Vergangenheit immer schon meine liebe Not mit gehabt, und so nerven die
neuen Songs dank Olgas Zirkusgesaenge schon nach kurzer Wartezeit extrem ab.
Auch mit der Einspielung von „She´s So Modern“ (BOOMTOWN RATS) ist keine
Besserung in Sicht. Rein instrumental gesehen waere das ueber weite Strecken ein
durchaus ansprechendes flottes Punkrock-Brett, mit deutlicher Tendenz zu 1977
England. Aber diese Stimme?! Nee, nee….
( * * )
TV SMITH
„Xmas Bloody Xmas“ MCD
( DamagedGoods.co.uk , Release Date: 29. November 2004 )
So, nun hat TV auch einen Christmas-Song unter den Weihnachtsbaum geparkt. Kann
sich hoeren lassen und gedeiht praechtig neben denen von den TOTEN HOSEN, the
YOBS, AMERICAN HEARTBREAK, the BLACK HALOS, PETER & THE TEST TUBE BABIES und the
REVOLVERS. Wen hab ich jetzt auf die Schnelle vergessen? Oder anders rum
gefragt, welche Punkband hat noch alles einen Weihnachtssong bisher eingespielt?
Alles aufzeigen bitte! Bin ja schliesslich nicht allwissend. Ach ja, in grauer
Vorzeit gab es ja noch den „Bollocks To Christmas“-Sampler. Das ist ja beinahe
gar nicht mehr wahr. Okay, TV hat seinen Job als Santa Claus wirklich gut
gemacht. Nach Weihnachtspunsch und Lebkuchen werden im Anschluss noch die drei
qualitativ einwandfreien Live-Aufnahmen von „Gary Gilmores Eyes“, „Bored
Teenagers“ und „The Lords Prayer“ hinterher geworfen. Eingespielt im letzten
Jahr in Duesseldorf auf dem Xmas-Gig, u.a. zusammen mit dem lokalen Helden Vom
am Schlagzeug.
( * * * * )
V.A.: „BURNING BRITAIN – The History Of UK Punk 1980 – 1984“
DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: September 2004 )
Nach dem im letzten Review-Update das Buch mit dem gleichnamigen Titel vom
Autoren Ian Glasper – sicherlich ein potenzieller Anwaerter fuer ein baldiges
3RD-Interview – „abgefruehstueckt“ worden ist, reicht uns „Cherry Red Films“ nun
den Soundtrack nach. 30 Video-Clips, Promos und Live-Aufnahmen stehen da zu
Buche, ueber die ich gerne ein wenig sinnieren moechte. Was evtl. ein wenig
abgeschmackt wirkt, sind diverse Ueberschneidungen, die aber im Gesamtbild nicht
grossartig aus der Reihe tanzen. Aber, wenn man, wie ich jetzt im Moment dabei
ist, gleich drei „Cherry Red“-DVDs hintereinanderweg zur Rezension freizugeben,
faellt es doch schon ein wenig ins Gewicht. Auf dieser DVD, mit einer Laufzeit
von 76 Minuten – warum nicht 77 Minuten, haeh? – bekommt man schon gute bis
einzigartige Eindruecke aus der damaligen Szene geliefert, aber auch aktuelles
Filmmaterial, was nur wenige Jahre alt ist, kommt zum Einsatz. So, ich picke
einfach mal einige bekannte und weniger bekannte Bands aus dem ´30er-Pool: G.B.H.,
PETER & THE TEST TUBE BABIES, CHAOS UK, THE VARUKERS, ABRASIVE WHEELS, VICE
SQUAD, THE DESTRUCTORS, NEWTOWN NEUROTICS, DEAD MANS SHADOW, PICTURE FRAME
SEDUCTION, CHRON GEN. und ACTION PACT. Besonders sehenswert sind dabei fuer mich
ganz persoenlich die Aufnahmen von ACTION PACT und THE DESTRUCTORS, die irgendwo
1981 (!!!) in der Walachei auf einer Holzbuehne stehen, und vor der sich ein
Pogo-Haufen von spikey hair Saufbolden tummelt. Grandios! Ich weiss gar nicht,
wo ich zuerst hinschauen soll, auf die Pogo-Punx oder auf die Band. Von ACTION
PACT sehe ich nun das erste Bildmaterial! Hierbei handelt es sich um einen
Promo-Clip, so ab 1984, zu dem Song „Johnny Fontain“. Mit ganz wenigen Mitteln
wurde ein ausgelassenes und abwechselungsreiches, fuer die damalige Zeit so
typisches Videoformat abgedreht. Das nennt man in heutigen Fachkreisen pure
Punkrock-Dokumente, die einfach unbezahlbar sind. Da haue ich gerne die ganze
Ladung an Sternchen raus!
( * * * * )
V.A.: „HEARTATTACK Vol. 1”
DoCD
( Burning Heart Records / BurningHeart.com , Release Date: 25. Oktober 2004 )
Zehn Jahre „Burning Heart”. Klar, das dies ein Grund zum feiern ist. Puenktlich
zu diesem Anlass kommt nun eine CD, mit 24 Tracks aus den Alben, die bei dem
Label in juengster Vergangenheit raus gekommen sind. Da tummelt sich nun alles,
was Rang und Namen im internationalen Underground besitzt: THE (INTERNATIONAL)
NOISE CONSPIRACY, TURBONEGRO, DIVISON OF LAURA LEE, VOICE OF A GENERATION,
RANDY, THE PEEPSHOWS, BOMBSHELL ROCKS, THE LOST PATROL, THE HIVES, MILLENCOLIN
oder THE BUSINESS. Genau diese Bands wurden auch bei meiner
CD-Programmtitelauswahl beruecksichtigt. Mit „Drenched In Blood (D.I.B.)“ hat
sich das Label erfreulicherweise den besten Song aus dem aktuellen
Turbonegro-Album „Scandinavian Leather“ ausgesucht. Kommen wir nun zum
interessanteren Part dieser Besprechung. Disc 2 haelt insgesamt 14 exklusive,
fast ausschliesslich Cover-Songs parat. So spielen z.B. DIVISION OF LAURA LEE “I
Don´t Wanna Hear It” von MINOR THREAT, TURBONEGRO “Repo Man” von IGGY POP oder
MILLENCOLIN “AB Böna Och Be” von ASTA KASK nach. Ausserdem noch so als kleines
Sahnebonbon hinterher geschoben ist der Beitrag „Wrongones“ von der
All-Star-Band NOBODY´S HEROES, wo sich Mitglieder der BOMBSHELL ROCKS, VOICE OF
A GENERATION und THE BUSINESS zusammen geschlossen haben. Bei dem RANDY-Song „Beware“
kommt uebrigens auch noch Fat Mike von NOFX zum Zuge. Mit so einem Aufgebot kann
man ohne weiters bis in den frueheren Morgen durchfeiern. Happy Birthday „Burning
Heart“!
( * * * * )
V.A.: „Oi!, Oi!, Oi! – Highlights From Over 2 Decades Of UK Oi!”
DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: Oktober 2004 )
21 Filmaufnahmen, 68 Minuten Spielzeit, und zwischendurch kommen Mitglieder von
THE BUSINESS, COCK SPARRER, ARGY BARGY, LAST RESORT, SECTION 5, THE CRACK und
Oi!´s Number One Advokat Garry Bushell zu Wort. Sehenswert sind die alten zum
Teil recht verschwommenen Aufnahmen von Bands wie SHAM 69, ANGELIC UPSTARTS, RED
ALERT, THE EXPLOITED, PETER & THE TEST TUBE BABIES oder THE BLOOD, mit einem
Saenger der sich null auf der Buehne bewegen kann. Zwischendurch gibt es dann
auch Material zu sichten von Skinhead-Bands, die mir auf dem ersten und auch
zweiten und meinetwegen auch dritten Blick ueberhaupt nichts sagen, wie etwa
BOISTEROUS, BURIAL (meine ich doch schon mal gehoert zu haben, die haben auf
jeden Fall einer der sympathischsten Skinhead-Saenger, die mir bisher
untergekommen ist) oder ANOTHER MANS POISON. Auch noch lustig anzusehen wie,
SECTION 5 in einem menschenleeren Club spielen.
( * * * * )

V.A.: „PUNK AND DISORDERLY 2 – Further Changes”
DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: November 2004 )
So komme ich nun zu der letzten Besprechung in diesem Dezember Update. Punk And
Disorderly, die zweite! Randvoll mit 31 Bildstreifen. Alles dabei, vom
Promo-Clip bis zur Live-Aufnahme. Macht eine Spielzeit von 96 Minuten. Hier kurz
ein kleiner Ausschnitt der Bandauswahl: ABRASIVE WHEELS, ADICTS, BROKEN BONES,
BUZZCOCKS, CHELSEA, DRONES, MAJOR ACCIDENT, SPECIAL DUTIES, UK SUBS und
VIBRATORS. Sehenswert finde ich die Aufnahmen von Beki Bondage und ihren beiden
Bands. Zunaechst VICE SQUAD, 1982 in Bristol mit ihrem Klassiker „Last Rockers“
und dann LIGOTAGE mit einem crazy style „Keith Moon“-Drummer beim Promo zu „Crime
And Passion“. Viele Live-Aufnahmen wurden beim ersten „Holidays In The
Sun-„Festival 1996 mitgeschnitten. Auch wurden so einige Aufnahmen aus anderen Band-DVDs, die auf „Cherry Red Films“ vorher erschienen uebernommen. Da macht es
sich das Label vielleicht etwas zu einfach. Sollte man mal in einer ruhigen
Minute drueber nachdenken. Dafuer den Punktabzug!
( * * * * )
V.A.: „GIVE EM THE BOOT IV“
CD
( Hellcat Records / Starkult Promotion , Release Date: 08. November 2004 )
Hier kuendigt sich Volume Vier an, mit 26 Songs, die zum groessten Teil aus dem
vielschichtigen Labelprogramm stammen. Interessant sind dabei aber eher die
unveroeffentlichten Tracks von RANCID „Killing Zone“, DIE HUNNS „Marshall Law“,
DROPKICK MURPHYS „I´m Shipping Up To Boston“ und die Liveaufnahme „Junco
Partner“ von JOE STRUMMER´S, the MESCALEROS aus der Brixton „Academy“. Da
duerfte es niemanden verwundern, wenn in absehbarer Zeit evtl. ein komplettes
Live-Album von ihm auf „Hellcat“ folgen sollte. Ueberraschend gut finde ich auch
noch den mid-tempo von the UNSEEN „Wasted Time“, ebenfalls ein exklusiver Song.
Hoert sich fast wie ANTI FLAG an, da beide Schreihaelse diesen verzweifelten
Ausdruck eindrucksvoll auf ihre heiseren Stimmbaender legen koennen. Auch kommt
der Song von ROGER MIRET AND THE DISASTERS „Kiss Kiss Kill Kill“ ziemlich gut
weg. Ein kurzer knalliger Rock’n’Roll-Punker, der mein Interesse nun recht stark
an ihr Debuet geweckt hat. Von Bands wie BRAIN FAILURE, MERCY KILLERS und ORANGE
hoere ich hier das erste Mal ein akustisches Zeichen. Gefaellt mir auf Anhieb,
fast ausnahmslos guter RANCID-Punkrock, besonders Orange haben einen ziemlich
cool absingenden Mann am Mikro abgestellt. Wie ihr sicherlich schon laengst
bemerkt habt, werden hier nur die positiven Merkmale beachtet. Das macht von
daher Sinn, da die maessigen Darbietungen ungeachtet durchs Raster fallen.
( * * * * )
V.A.: „PUNK CHARTBUSTERS VOL. 5“
CD
( Wolverine Records / Starkult Promotion , Release Date: 22. November 2004 )
Man kann es ja auch masslos uebertreiben oder sich am Besten einfach einen
Galgen schnappen und sich am naechstbesten Baum im Stadtpark aufknuepfen. Ich
will gar nicht im Detail wissen, wie sich eine vermeintliche Punkband an
Mainstream-Shitheads der Neuzeit heranwagen kann, und das auch noch mit
Studiokosten verbindet. Die schrecken wirklich vor keiner musikalischen
Schandtat zurueck. Warum da nicht gleich bei einer der vielen Casting-Formaten
im Fernseh mitmachen, und direkt vor Ort alles abklaeren? Ich konnte auch noch
nie nachvollziehen, wenn sich irgendwelche Bands szenenintern auf
Schlagerschmusekurs begaben, und das auch noch so richtig lustig fanden.
Außerdem, was soll der Muell hier? Was ist der Sinn und Zweck solch einer
Zusammenstellung? Auf Malle am Ballermann mit einem Eimer ins Koma zu saufen?
Ja, von mir aus! Das faellt mir zu den meisten Songtiteln naemlich spontan ein.
Zwei total wahllos zusammengestellte CDs, dessen Vertreter, sich zu 90% eine
Hirnrissigkeit nach der anderen leisten. Dabei werden so einige gute Ansaetze in
der Coverauswahl voellig in den Sand gesetzt. Einzig NEVERMIND stechen da mit „Rama
Lama Ding Dong“ (ROCKY SHARPE & THE REPLAYS) noch angenehm positiv raus. Noch
nie haben sich etliche Bands aus der Szene so laecherlich gemacht wie hier. Gibt
es denn nicht zig gute Coversongs, die nur darauf warten, nachgespielt zu
werden? Hier ist Ende mit lustig. RUTS, IDEAL oder CHEAP TRICK mit (ich mag es
kaum ausschreiben) erbaermlichen trendy cunts wie (jetzt´s kommt!) O-Zone,
Overground, Modern Talking, Muenchner Freiheit, Tatu und Outlandisch
coversong-technisch auf einer CD zu koppeln? How pervert ist dat denn? FUCK,
FUCK, FUCK…., ich rede hier nicht von netten harmlosen Popsongs wie etwa „Beds
Are Burnin´“, „Breakaway“ oder „Waterloo“, das sind alles ausnahmslos sehr gut
gemachte Radiolieder. Ich verstehe nicht, warum sich richtig gute Bands, fuer
solch einen Scheiss hergeben? Denn, die gehen hier voellig baden. Ich haette das
sofort boykottiert. Gemeint sind da vor allen Dingen die REVOLVERS, die TOTEN
HOSEN, NOFX, TERRORGRUPPE und AMERICAN HEARTBREAK, die Stil und Klasse mit ihren
Darbietungen beweisen, und ueberhaupt nichts in diesem Schema zu suchen haben.
Da lobe ich mir im direkten Vergleich das Album „The ($)Hit Factory“ welches
PETER & THE TEST TUBE BABIES 1990 mal veroeffentlicht haben.
( * )
THE WONDERFOOLS
„Future Classics“ CD
( Wild Kingdom Records / Starkult Promotion , Release Date: 27. Oktober 2004 )
Diese junge norwegische Band aus einem Kaff namens Grua hat seit ihrer
Bandgruendung 1996 eine wahre Odyssee hinter sich gebracht. Staendiger Zwist im
freundschaftlichen Bereich und nervenaufreibende Umbesetzungen zwangen die Band
1999 zur ersten Aufgabe. 2001 kam man dann ueberein es noch einmal zu versuchen.
Eine zeitlang lief auch alles rund, aber dann standen wieder neue Line-Up
Wechsel an. 2004 verlief bisher ohne nennenswerte Vorkommisse und so konnten sie
ungehindert ein hervorragendes neues Album einspielen. „Future Classics“, so der
Titel greift nicht zu unrecht nach den Sternen. Die Wonderfools haben sich bei
mir durch diese 12-Song-CD in Rekordzeit einen Sonderstatus erspielen koennen.
Dabei wird keine Richtung wirklich klar abgesteckt. Extrem flott abgehender
Powersound, der eine straighte Melodie nach der anderen raushaut. Nicht zu
poppig und auch nicht zu rockig, irgendwo genau in der Mitte haben die
Wonderfools ihr Lager aufgeschlagen und haben sich dort einen Kreis von
Abgesandten erlauchter Bands wie etwa TURBONEGRO, the SAINTS, SATOR, the RAMONES,
und MEGA CITY FOUR geschaffen und holen sich von allen Seiten die optimalen
Kostenvoranschlaege rein. Ein absolut erfrischender Reihumschlag! Schwer zu
beschreiben, aber verdammt gut! Anspieltip(p)s, am Besten sich direkt die ersten
vier Songs zu Anfang geben. Danach haben die Wonderfools eh Narrenfreiheit bei
mir! „Teenage Kicks“ in 2004! Und der Bandname wird zum Programm.
( * * * * * )