* * * * * Hit! , * * * * knapp vorbei , * * * OKay , * * Glueck gehabt , * Shit!

ONLY CRIME
"To The Nines" CD
( Fat Wreck Chords / FatWreck.de )

Ziemlich konfus gespielter Melodic-Core von einer, wenn man denn so will, besagenden "Allstar-Band", die sich u.a. aus Russ Rankin von GOOD RIDDANCE am Gesang, Bill Stevenson von DESCENDENTS am Schlagzeug, Zach Blair an der Gitarre und Donivan Blair am Bass - beide waren vorher bei den leider aufgeloesten HAGFISH mit dabei - zusammensetzt. Gerade unter der Mitwirkung von ehemaligen HAGFISH-Mitgliedern haette ich mir viel mehr erhofft. Aber unter den 11 Tracks sind groesstenteils keine Anfaenge, keine Mittelteile und keine Enden zuerkennen. Kein klarer straighter HC-Ton eben, so wie er mal in den ´80er zelebriert wurde. Dafuer ein beinahe unertraeglicher schraeger Heavy-Touch, mit einer extrem fragwuerdigen Satzstellung, der auch nicht gerade den melodischen Part auf die Gewinnerstrasse befoerdert. Eine recht wirre Zusammenstellung, die mich logischerweise absolut kalt laesst. Eine Kaltschale bitte, nach dem Hauptgang.
( Ralf Real Shock , * * )


The Partisans - Idiot Nation CD
THE PARTISANS
"Idiot Nation" CD
( Dr. Strange Rec. / DrStrange.com )

Was fuer ein Comeback-Album! Mit der vor ueber zwei Jahren veroeffentlichten MCD "So Neat" auf "TKO Records" sorgten sie schon fuer eine mehr als nur gelungene Rueckkehr, aber mit dieser full-length haben sie sich selbst uebertroffen. Die elf Aufnahmen wurden bereits im Juni 2003 fertiggestellt. Das sie jetzt erst am 19. Juli 2004 auf CD rausgekommen sind, macht herzlich wenig, denn gut gemachte Punkrock-Musik ist und bleibt vom aktuellen Zeitgeschehen stets unberuehrt. Die wohl wichtigsten Komponenten einer Band sind in erster Linie der Saenger, dicht gefolgt vom Gitarristen, an dritter Stelle avanciert der Schlagzeuger und unter ferner liefen wuerde ich den Bassisten einstufen, vorrausgesetzt er besitzt nicht das begnadete Talent wie es DEE DEE RAMONE hatte. In dieser Konstellation koennen sich die Partisans gluecklich schaetzen, denn Saenger Spike und Gitarrist Lealand sind von der ´80er Originalbesetzung uebriggeblieben und fuehren somit auch 20 Jahre spaeter durch das musikalische Programm der Partisans. Da Spike im englischen Cardiff geblieben ist und Lealand vor 18 Jahren nach Schweden ausgewandert ist, entschied man sich dafuer, hoch im Norden die Luecken am Bass und Schlagzeug zu fuellen. Und so klingt die Band im Jahr 2004, 28 Jahre nach der Geburt des Punkrock, wie eine Fortsetzung ihres letzten Album "The Time Was Right" aus dem Jahre 1984. Das da zwanzig Jahre zwischen liegen, mag man zunaechst gar nicht glauben. Doch auf dem zweiten Blick klingt ihr ange-CLASH-ter "Safe European Home"-Punksound mit teilweise heftigem SEX PISTOLS-Einschlag versehen noch ideenreicher und vor allen Dingen sehr viel ausgereifter. Hoehepunkte dieser ´77er-Praegung finden sich dazu sehr schnell in "That Girl", "Hypervalue", "This Town", "Reality TV", "All Turned Out" und "No-One Asked Us" wieder. Eine Band die sich dem Alter entsprechend verhaelt. Das liest man auch in ihren aeusserst scharfsinnigen Texten recht fix raus.
( Ralf Real Shock , * * * * * )

PETER PAN SPEEDROCK
"Loud, Mean, Fast & Dirty" CD
( Bitzcore Rec. / Rabazco Promotion )

Der Bandname dieses hollaendischen Trios konnte nichts Gutes bedeuten. Jedenfalls, was meinen persoenlichen Musikgeschmack anbetrifft. Habe mich von daher nie davor gescheut, wenn mal eine Promo besagter Band das 3RD-HQ erreichte, diese dann zum Besprechen an unsere anderen Kritiker weiter zu geben. Nun, diesmal sollte der Hase etwas anders laufen. Todesmutig und mit reichlich guten Willen trat ich dieser CD entgegen. Doch schon in den Anfangssekunden des ersten Song "Rocketfuel" verspuerte ich einen Brechreiz. MOTORHEAD-Freaks, die auf Double-Bass stehen, und auch ein wenig ZEKE lieb haben, werden von daher mit dieser Scheibe ein Freudenfeuer entzuenden. Das geht hier bei mir gar nicht! 18 Songs, die aus ihren ersten fuenf Veroeffentlichungen aus den Jahren ´97 bis 2001 stammen. Speedrock eben! Und der Morgen ist gelaufen.....
( Ralf Real Shock , * )

THE PIRANHAS
"Tom Hark - The Piranhas Collection" CD
( Anagram Rec. / CherryRed.co.uk )

"Anagram" schuf 1997 die Plattform fuer diese ersten Studioaufnahmen, die 2004 zum zweiten Mal neu-aufgelegt wurde. John Helmer, Gitarrist und Saenger der Band schrieb dazu die Linernotes. the Piranhas waren der charakteristische Ausdruck von Gruppen, die im taeglichen Radioprogramm von JOHN PEEL anzutreffen war. "Jilly", ihre erste Single ist mir aus der Zeit um ´79 bzw. ´80 bestens in Erinnerung geblieben. Etwas unbeholfen stolpert die Band von einer Nummer in die andere, aber das machte damals, wie auch heute noch den eigentuemliche Charme dieser Brightoner Band aus. Entfernt tauchen aehnliche Elemente in der Musik von the SLITS, the DISCO ZOMBIES, the DANGEROUS GIRLS und ALTERNATIVE TV auf, mit dem Unterschied, das die Piranhas ganz geschickt und sehr effektiv ein Saxophon einbauten. Dabei entstanden bei genauerem Hinhoeren grossartige melodische Zwischenparts, wie etwa im zweiten von mir favorisierten Song der insgesamt 19-Song-starken-CD, "Coloured Music". Auch die B-Seite "Happy Families" der zweiten Single "Yap Yap Yap" kann diesen Standard locker mithalten. Die drei Tracks vom "Vaultage-Sampler" mit dem grandiosen "I Don´t Want My Body", was spaeter in einer neu-eingespielten Version sogar den Sprung in die U.K. Top 75 Charts schaffte, sind als Abschlussbonus inbegriffen. Die meisten Songs fuer ihre urspruenglich geplante Debuet-LP fuer das "Attrix Label" sind hier das erste Mal ueberhaupt zu hoeren, da die Veroeffentlichung einer kommerzielleren Version ihrer Songs weichen musste, die dann schliesslich auf "Sire Records" erschien. ( aus 3RD No. 26 )
( Ralf Real Shock , * * * * )

PISTOL GRIP
"Tear It All Down!" CD
( BYO Rec. / Rabazco Promotion )

Ich will den jungen Punk-Burschen von der Westkueste ja wirklich nichts Boeses, aber mit ihrer mittlerweile dritten full-length hat sich weder positiv noch negativ (na, gott sei dank!) etwas gravierendes veraendert. Stillstand auf allen Gleisen! Das Gleiche in Gruen, wie auf dem Vorgaenger "Another Round", der aber irgendwie noch etwas stimmiger daher kam, als nun "Tear It All Down!". Denn dies hier ist nur ein schnelles mittelmaessiges Streetpunk-Einerlei. Keine Liebe zum Detail zu erkennen. Songs, heute gehoert, und die morgen schon wieder bei mir in Vergessenheit geraten sind. So leid es mir tut, aber ich kann leider keine foerderliche Verschiebung oder Weiterentwicklung entdecken. Der Stil, den die Pistol Grip gleich 12 Mal aus den Boxen powern, nutzt sich unglaublich schnell ab und verglueht im breit gefaecherten Punk-Universum ohne jegliches Aufsehen verursacht zu haben. Schade, denn auf diese Band habe ich mal grosse Stuecke gehalten. Doch vielleicht hatten sie schon mit ihrer Debuet-Scheibe "The Shots From The Kalico Rose" ihr komplettes Arsenal gepluendert gehabt, oder aber sie melden sich irgendwann ohne Vorwarnung mit einem heftigen Knall zurueck. Zu wuenschen waere es, ich hab die Hoffnung jedenfalls noch nicht ganz aufgegeben.
( Ralf Real Shock , * * * )

THE PITS
"Hanging Around In The Park" MCD
( Bunker U.K. Rec. / ThePits.org.uk )

Auf die britischen Pits ist Verlass. Wo ich gerade diese Zeilen verfasse, befindet sich die Band im Studio um ihre dritte full-length "New Conspiracies" abzumischen. "Captain Oi!" hat sich die Band unerklaerlicherweise durch die Lappen gehen lassen und erteilte ihnen fuer ihre zweite full-length eine Absage. Nun ist die Band aus Sunderland erneut auf Labelsuche. Hier also ein superber Vorgeschmack ihrer musikalischen Faehigkeiten. Zu bemaengeln waere lediglich die etwas zu dumpf abgemischte Produktion. Doch ansonsten kann man sich bei beiden Songs wieder an herzerfrischendem ´77er Singalonga Punkrock erwaermen, der die Bandbreite von den PROFESSIONALS bis zu aktuelleren Scheiben von RED LONDON sehr gut abdeckt. Waere auf jeden Fall auch ein Kandidatenanwaerter der CD-Sampler-Reihe "British Punk Invasion", aber ich glaub die ist schon vor einigen Jahren eingestellt worden, oder?
( Ralf Real Shock , * * * * )

PLASTIC BASTARD
"Across The Street From Me…" CD
( Amp Rec. / AmpRecords.com )

Diese Band aus Kanada hat hier ein astreines Punk Rock Album hingelegt. Ihre Songs klingen genauso irre, wie die langsameren Ramones Hymnen a la "Pet Sematary". Schnelle Kracher sucht man hier vergebens, das wuerde auch ueberhaupt nicht zur Platte passen. Wer auf viel Rock im Punk gut kann, wird bei diesem Album die Wände hochgehen, versprochen! Ein Wahnsinn!
( Stupid , * * * * * )

THE POP RIVETS
"Greatest Hits" CD-R
( Damaged Goods Rec. / DamagedGoods.co.uk )

Verflixt! An wen erinnert mich nur die Stimme der Pop Rivets? Auf jeden Fall an irgendeine weitere alte Punkrock-Kapelle aus dem vereinten Koenigreich. Shit, aber ich komm nicht drauf. Egal. Das Album erschien zum ersten Mal im Januar 1979 auf dem bandeigenen "Hypocrite Label". 25 Jahre spaeter gibt es nun dieses Album und das nachfolgende "Empty Sounds From Anarchy Ranch" (Review siehe unten) zum ersten Mal im komplett re-masterten Sound auf CD. Ausserdem gingen die Pop Rivets 1979 auf eine selbst-promotete Tournee durch die Schweiz und Deutschland. Sie spielten auch im Duisburger "Eschhaus". Es muss wohl die Pogo-Hoelle gewesen sein, wie mir ein damaliger stadtbekannter Punkrocker spaeter erzaehlte. Shit, mein allabendlicher Kochjob hat mir zu jener Zeit wirklich einige richtig gute Shows durch die Lappen gehen lassen. "Fun In The U.K.", der Opener der insgesamt 12 Songs ist dann auch zugleich der einzig wirkliche Hoehepunkt der Scheibe. Der Rest bewegt sich zwischen einer drei und vier Sternchen-Diagnose. Da mir leider nur eine CD-R vorliegt und ich nicht wieder den selben Fehler machen moechte, wie in der letzten Ausgabe bei der BAD RELIGION-Kritik zu ihrer aktuellen CD "The Empire Strikes Back" werde ich wohl auf vier Sterne plaedieren. Ich denke, wenn ich die offizielle CD vorliegen haette waere diese Bewertung auch gerechtfertigt, denn im Info-Sheet wird darauf hingewiesen, das Billy Childish neue Sleevenotes zu beiden Alben niedergeschrieben hat und das das gesamte Artwork voellig ueberarbeitet wurde, so das man sich wohl auf ein schoen informatives Booklet zur CD freuen darf. Und tatsaechlich, waehrend ich die letzten Zeilen dieser Review niederschreibe faellt mir noch die Band ein, die ich zu anfangs gemeint habe. Nicht nur vom Gesang her, sondern auch bei weiten Teilen des musikalischen Spektrum der Pop Rivets gibt es frappierte Aehnlichkeiten zu den ganz fruehen Scheiben der PETER AND THE TEST TUBE BABIES, wie etwa der "Loud Blaring Punk Rock" full-length, festzustellen.
( Ralf Real Shock , * * * * )

THE POP RIVETS
"Empty Sounds From Anarchy Ranch" CD-R
( Damaged Goods Rec. / DamagedGoods.co.uk )

Hier macht sich allerdings ´ne herbe Enttaeuschung breit. Denn das zweite Album der Pop Rivets ist mehr oder minder ´ne reine Live-Angelegenheit. Verdammt rockig klingt das, mit englischen ´70er Punkrock hat das leider nicht sehr viel gemeinsam. Die Aufnahmen sind so lala, kann man sich noch mit halb verkniffener Miene zum Ohre ziehen. Dabei werden allerhand Cover-Songs verbrutzelt wie etwa von the WHO oder the KINKS. Freunde des GaragenPunk - mit einem ordentlichen Schuss Pub-Rock versehen - werden sicherlich zufrieden aus dem Fenster nicken und der Nachbarin einen schoenen Tag wuenschen.
( Ralf Real Shock , * * )


The Ramones - Brain Drain CD
THE RAMONES
"Brain Drain" CD
( Captain Oi! Rec. / CaptainOi.com )

R.A.M.O.N.E.S, Take 1! Das die Ramones auch mal auf seinem Label landen wuerde, haette sich der Captain Oi! sicherlich nicht traeumen lassen. Nun ist es aber Wirklichkeit geworden und die vier Alben, die die Ramones fuer das "Chrysalis Label" von ´89 bis ´95 eingespielt haben sind mit viel Hingabe und Leidenschaft in einer Luxus-Aufmachung - inkl. eines schicken Pappschuber, einem Booklet mit allen Song-Texten, sowie ausfuehrliche Liner-Notes vom ehemaligen Tourmanager der Band, Monte Melnick, in Zusammenarbeit mit Frank Meyer von den STREETWALKIN´ CHEETAHS - seit Juni dieses Jahres wieder zu haben. Den Anfang macht da das Album "Brain Drain" mit seinen insgesamt regulaeren 12 Tracks, darunter die Singles "I Believe In Miracles" (zugleich der Opener), "Merry Christmas (I Don´t Want To Fight Tonight)" und als dreizehnter im Bunde angefuegt die Single-Version von "Pet Sematary", die hier zum ersten Mal auf CD ueberhaupt erhaeltlich ist. Die LP-Version findet man selbstverstaendlich auch auf dieser CD. Zu den Songs muss man, glaube ich nicht mehr sonderlich viel zu schreiben. Erfahrene 3RD-Leser wissen mehr!
( Ralf Real Shock , * * * * * )


The Ramones - Mondo Bizarro CD
THE RAMONES
"Mondo Bizarro" CD
( Captain Oi! Rec. / CaptainOi.com )

R.A.M.O.N.E.S, Take 1-2! Nur mal so als Zwischenfrage eingestreut: Geb ich jetzt allen 4 RAMONES-Alben 5 Stars? Mal schauen…., 4 Stars sind bei dieser Besprechung irgendwie zu wenig, wenn man bedenkt, das Hits wie "Poison Heart", "It´s Gonna Be Alright", "Tomorrow She Goes Away" und "Touring" auf "Mondo Bizarro" zu hoeren sind, die zweiten full-length, die die Band 1992 fuer das "Chrysalis Label" eingespielt haben. Nein, ich trau mich einfach nicht dieses Masterpiece mit nur 4 Stars abzufertigen. Kommt mir gar nicht in die Tuete. Als Bonus gesellt sich zum Finale "Spiderman" als Track 14 hinzu. Gab es vorher nur auf einem Japan-Import zu hoeren. Aber ich meine, ich hab den Song vorher schon mal woanders gehoert gehabt.
( Ralf Real Shock , * * * * * )

THE RAMONES
"Acid Eaters" CD
( Captain Oi! Rec. / CaptainOi.com )

R.A.M.O.N.E.S, Take 1-2-3! Fuer dieses Album hatten sich 1994 Joey & Co was ganz besonders einfallen lassen. Lange war es intern im Gespraech gewesen. Nun machten sie Naegel mit Koepfen. Ein reines Coveralbum mit ihren fave Songs aus den ´60ern sollte das zweite Album nach "Mondo Bizarro" fuer das Unterlabel "Radioactive" ihres Managers Gary Kurfirst werden. Man kam dabei auf 12 Beitraege. C.J. Ramone uebernahm bei "Journey To The Centre Of The Mind", "The Shape Of Things To Come" und DYLAN´s "My Back Pages" den Leadgesang. Um "Acid Eaters" eine spezielle Note zu verleihen, luden sich die Ramones auch noch einige "Backin´ Voc."-Gaeste ein, wie etwa Pete Townshend von the WHO zu "Substitute", Joey´s Kumpel Sebastian Bach von der Metal-Band (?) SKID ROW fuer den STONES-Song "Out Of Time" und die Dame des Porn, Traci Lords ist bei JEFFERSON AIRPLANE´s "Somebody To Love" im Refrain zu hoeren. Der Bonus gestaltet sich als BEACH BOYS "Surfin´ Safari", den ich vorher noch nie gehoert habe. Scheint wohl ein ziemlich rarer Song zu sein.
( Ralf Real Shock , * * * * )

THE RAMONES
"Adios Amigos!" CD
( Captain Oi! Rec. / CaptainOi.com )

R.A.M.O.N.E.S, Take 1-2-3-4! Das ganz offizielle Studioabschiedsalbum kaufte ich mir im Sommer 1995 bei meinem ersten Aufenthalt in den Staaten, in irgendeinem groesseren Recordstore in Chicago. Zu dem Zeitpunkt was das Album in Deutschland noch nicht erhaeltlich. Die amerikanische Ausgabe hatte ein ziemlich spezielles Booklet, mit sehr duennem Papier inside. Trotzdem glaubte noch keiner so wirklich an das Ende der Ramones als Liveband. Aber sie machten ihre angekuendigten Absichten wahr, spielten noch eine letzte grosse Tour, bevor sie dann am 06. August 1996 im "Hollywood Palace" in Los Angeles ihre allerletzte Show spielten. An diesem Album, was 13 Songs, plus den Bonus-Track, das MOTORHEAD-Cover "R.A.M.O.N.E.S" beinhaltet, hatte Ex-Mitglied Dee Dee Ramone noch einige Songs in Zusammenarbeit mit dem langjaehrigen Produzenten und Freund der Band, Daniel Rey, abgeliefert, u.a. "Making Monsters For My Friends", "The Crusher" und "Cretin Family". Auch zwei Coversongs fanden den Weg auf das Album, "I Don´t Want To Grow Up" von TOM WAITS und "I Love You" von JOHNNY THUNDERS, der auch auf dem Tribute-Album fuer Johnny "I Only Wrote This Song For You" zuhoeren war. Mein persoenlicher Favorit war das von Joey Ramone geschriebene "Life´s A Gas", das fuer mich eine aehnliche Bedeutung nach sich zog, wie "Chasing The Night" und "Daytime Dilemma" von der ´84er "Too Tough To Die"-LP. Mit "Adios Amigos!" verabschiedeten sich die Ramones aus ihrer aktiven Zeit, die weit ueber zwei Dekaden anhielt. Ihre Hinterlassenschaft drueckt sich bis heute in ein unuebersehbares Meer an treuen Fans aus, die ueber den gesamten Erdball verteilt sind. In dieser geballten Form schaffte das keine andere Punkrock-Band aus den Anfangstagen.
( Ralf Real Shock , * * * * * )

RAWSIDE
"Outlaw" CD
( Earth A.D. / Gordeon Promotion )

Bei Rawside hat sich nicht viel veraendert. Vielleicht ist die Band etwas metallischer geworden. Diese musikalische Veraenderung hatte DISCHARGE damals auch durchgemacht. Und wo wir schon gerade bei DISCHARGE sind. Das, was Rawside hier spielen geht ganz klar in diese Richtung. Mit ein ganz klein wenig SICK OF IT ALL vermengt. Rawside geht schon irgendwie in Ordnung, klingen echt und ziemlich brachial, und der Punkeinfluss bleibt deutlicher hoeher als der Metal-Anteil. Auch wenn das hier ueberhaupt nicht mein Fall ist, liegen keinerlei Gruende vor, der Band ´ne schlechte Kritik anzuhaengen.
( Ralf Real Shock , * * * )

RAZZIA / DER DICKE POLIZIST
"Live" CD
( Impact Rec. / Impact-Records.com )

Am Anfang kommt das Lob! Der Mixer hat wirklich erstklassige Arbeit abgeliefert. Wenn das wirklich Liveaufnahmen sind, dann sind die um einiges besser als das andere Bands im Studio hinbekommen. Jubelschreie oder Ausbrüche von Begeisterung hört man überhaupt nicht und wenn, kaum wahrnehmbar leise. Das kann zwei Gründe haben. Erster, man verscheissert uns gewaltig mit ihrem live, oder aber zweiter Grund, beim Gig waren nur Leute, die mit der Musik von beiden Bands nicht all zuviel anfangen konnten. Ok, einen dritten auch noch, der Mixer war so gut, das er alles ausblenden konnte. Musikalisch konnte ich mit Razzia noch nie was anfangen. Das langweilt mich gewaltig. Der dicke Polizist hat mich dann schon vom Namen her abgeschreckt. Ich wuerde persönlich nie ne Platte kaufen, von einer Band, die so heisst. Stellt euch mal vor, die gefallen mir, und ich trag dann ein T-Shirt wo der dicke Polizist draufsteht! Wär mir unheimlich peinlich. Das Schlimmste ist dabei, die sind nicht annaehernd so schlecht wie ihr Name. Nun steck ich in einer Krise! Ach, lassen wir das...
( Stupid , * * * )


Red Letter Day - More Songs About Love And War CD
RED LETTER DAY
"More Songs About Love And War" CD
( Overground Rec. / OvergroundRecords.co.uk )

"Overground" ist immer fuer die ein oder andere Ueberraschung gut. Wer haette je gedacht, das die damals voellig zu Unrecht unterbewerteten Red Letter Day aus Portsmouth von der Suedkueste Englands sich mit dieser 20-Song-Collection nach ueber dreizehn Jahren wieder ins angestaubte Hinterstuebchen rufen. Verdient haben sie es alle Male. Wenn man bedenkt, das sie gemeinsam fast zeitgleich mit MEGA CITY FOUR und MANIC STREET PREACHERS ins Punkgeschaeft einstiegen, erste Singles veroeffentlichten und in den kleinen englischen Clubs schweisstreibende Pogo-Shows ablieferten. Nun, was aus den anderen zwei Bands geworden ist, wissen mittlerweile ja alle, die sich bis heute ein wenig intensiver mit der Musikszene auf der Insel beschaeftigen. Dabei bleiben natuerlich auch Bands auf der Strecke, sowie eben es auch 1977 oder 1982 in the U.K. gang und gaebe war. Auch Red Letter Day schafften nie den grossen Absprung und verwaisten im Abseits von eben erwaehnten Bands. Die 20 Songs beinhalten die 11 Tracks ihrer LP "More Songs About Love And War", hier auf der CD in einer anderen Reihenfolge praesentiert, die beiden Tracks "Great Wall Of Leicester" und "23:23" vom ersten "Underground Rockers"-Sampler aus dem Jahr 1988, die fuenf Beitraege von der Split-LP "Soft Lights And Loud Guitars" die sie mit the SECT ebenfalls 1988 einspielten, sowie "Straight To Hell" vom ´91er the CLASH Tribute: "The Never Ending Story". Das sie fuer die CLASH einen Tributsong einspielten sagt sehr viel ueber den musikalischen Stil der Band aus. Heavy vorgetragener ´77er Rockpunk mit extrem gut rauszuhoerender CLASH-Note. So, und das Highlight hab ich mir zum Schluss aufgehoben. Bei dem Ohrwurm "Street Heat" - der 1989 auf der Double A-Side 7" "Last Night" auf "Released Emotions" in einer "strictly limited edition package" mit der Ausgabe 6 vom "20th Century Saints"-Fanzine erschienen war - handelt es sich um ein Cover, was Knox von den VIBRATORS 1979 geschrieben hatte und fuer sein ´83er Solo-Album "Plutonium Express" spaeter verwendete. Knox singt bei der Red Letter Day-Version uebrigens im Background mit. Im Booklet gibt es noch einige Liner-Notes von Saenger Ade nachzulesen. Das Album erschien am 06. September 2004, einen Tag spaeter feierte die Band mit einer Show in ihrer Heimatstadt im "The White Swan" diese Record Release. Die Band ist auch noch bis heute aktiv, und hat dabei einige weitere Alben veroeffentlicht. Anfang 2005 erscheint ihre neue full-length auf dem US-Label "Zip Records".
( Ralf Real Shock , * * * * )

RED PLANET
"We Know How It Goes" CD
( Gearhead Rec. / GearheadRecords.com )

Da werden ja wieder schwere Geschuetze im Info aufgefahren, das einem ganz schummerig vor den Augen wird. Laut Info versucht man mir weiszumachen, das Red Planet ihre Einfluesse u.a. aus den UNDERTONES, den BOYS und den REAL KIDS ziehen. Ich bin jetzt mittlerweile bei Track Fuenf angekommen und konnte keiner dieser gewagten Feststellungen raushoeren. Mag sein, das das Trio von Red Planet gerne mal ´ne Punkscheibe aus den ´70ern auf dem Plattenspieler drehen laesst, aber das heisst ja jetzt noch nicht, das sie das auch tatsaechlich in ihrer eigenen Musikerwelt umsetzen koennen. Geht es noch ´ne Ecke dicker? Das schon mal dazu. Vom rein nuechternen Standpunkt aus betrachtet spielt die Band einen netten ´80er New Wave Sound, der einfach nur als "geht in Ordnung" einzustufen ist. Nichts, was irgendwie Aufsehen erregt. Also, immer fein die Kirche im Dorf lassen. Das gibt mehr Sympathiepunkte, als man meinen moechte.
( Ralf Real Shock , * * * )

RIOT COMPANY
"Director´s Cut" CD
( DSS Rec. / DSSRecords.com )

Also fuer den Text zu "Junkie" verachte ich diese Band. Das ist schlimmste Bild-Zeitungs-Polemik. Damit der Leser weiss, was ich meine, hier ein Auszug aus dem Refrain: "Ein Leben fuer die Drogen ihr habt es so gewollt / Und ich werde lachen, wenn euch der Teufel holt". Aber von Leuten, die stolz im "Boese Menschen, boese Lieder" T-Shirt" posieren, darf ich wohl nicht mehr Hirn erwarten.
( Abel Wild , * )

THE RIOT NRRDS
"Broken Hearts & Fart Jokes" CD
( Amp Rec. / AmpRecords.com )

Yeap, die klingen ja genau wie Screeching Weasel oder Queers vor ihrer Pop Punk Phase. Besser noch wie diese Band von diesem MRR Schreiber, Mitte der 90´er. Shit wie hiess die? Gelbe Platte mit nem Affen auf dem Cover. Jetzt muss ich mich wirklich erheben und nachsehen.....Furious George und der Typ heisst George Tabb. Da faellt mir auf, ich hab lange in keinem MRR mehr geblaettert. Ist dieser Sound wieder angesagt? Hab lange nix mehr aufgelegt aus dieser Richtung. Da kommen mir die Riot Nrrds gerade recht, die ich bisher überhaupt nicht kannte. Schoen mal wieder diese musikalische Ecke aus der grossen Vielfallt der Punk Rock Music gehört zu haben. Coole Scheibe!
( Stupid , * * * * )

RIVER CITY REBELS
"Hate To Be Loved" CD
( Victory Rec. / Gordeon Promotion )

Eigentlich sollte das genau der Sound sein, der mir ohne Wenn und Aber gefallen muesste. Produziert vom NEW YORK DOLL Sylvain Sylvain, der bei "Don´t Mess With Cupid" obendrein noch einen Keyboard-Einsatz hinlegt. Und JESSE MALIN agierte als Gastsaenger fuer wenige Zeilen im Titelsong, dessen musikalische Aehnlichkeiten sich einwandfrei von dem Song "Cornered" von der letzten D-GENERATION Platte "Through The Darkness" ableiten lassen. Tja, und da kommen mir die ersten Bedenken. Jesse ist einfach der bessere Saenger fuer diese Art von Glam-Punk'n'Roll, als ihr eigentlicher Mann am Mikro, Bopper. Das wir uns aber nicht missverstehen, denn auch Bopper hat das gewisse Etwas, der mich wiederum an Saenger Sable von der laengst verblichenen New Yorker Band WHO KILLED BAMBI? erinnert. Auch empfinde ich es als aeussert stoerend, in diesen speziellen Sound ´ne Trombone und ein Tenor Sax zum Einsatz kommen zu lassen. Fuer meine Ohren hoert sich das dann ziemlich konfus an, fast so, als wenn jemand permanent den falschen Ton trifft. Hinzu kommt auch noch das die zwoelf Songs der New Yorker zu keiner Zeit an die Klasse von den BLACK HALOS, AMERICAN HEARTBREAK oder D-GENERATION herankommen. Ob da die unsaeglichen Troeten die Hauptschuld tragen, moechte ich zunaechst mal einfach unkommentiert stehen lassen. Aber die meisten Songs wuerden meiner Meinung nach einfach viel rotziger klingen, wenn man sich auf den klassischen Vierer, meinetwegen auch noch mit einer zweiten Gitarre, beschraenkt haette. Sternchenabzuege in allen Belangen, da man die Hits auch beim vierten oder fuenften Hoeren vergeblich sucht.
( Ralf Real Shock , * * * )

ROCKASS
"Strike" MCD-R
( Rockass.org )

Das ist mal ein richtig fettes Demo! Die Berliner/innen gehen gerade bei den ersten beiden Songs dermassen ab, dass ich unwillkuerlich in Bewegung ausbreche. Wie muss das erst live kommen? Stellt euch ultra harten Punk`n`Roll mit NYC HC Gesang
vor, dabei ohne primitiv einfach nur zu boellern, sondern mit gekonnten Arrangements und geschmackvoll eingestreuten Solos. Aus allen Rohren geradeaus direkt in die Fresse! Der Gesang kommt wirklich dermassen kraftvoll und aggro mit genuegend Soul rueber! Ich hoffe die Band bekommt die Chance zu einem Longplayer, mit richtigem Vertrieb usw.. Verdient haetten sie es nach nun mehr 4 Demos. Im Gegensatz zu vielen anderen Combos haetten ROCKASS ruhig ein paar weitere Liedchen auf dieses Demo brennen koennen. Wegen der kurzen Spielzeit deshalb "nur" fast die Hoechstwertung.
( Stork , * * * * )

ROCKET
"Too Hot To Be Bothered" CD
( Teenacide Rec. / TeenacideRecords.com )

Sind die sueueueueueueuess. Hinter Rocket verbirgt sich ein knuddeliges Girlie-Gesangs-Trio aus Kalifornien, welches sich voll und ganz dem Teen-Trash-Pop verschrieben hat. Fuer die Instrumentierung sorgen drei Kerle, die aber ansonsten die Schnauze handeln. Dafuer spielen sie aber perfekten minimalistischen Pop-Punk mit extremer Fuzz-Gitarre, aehnlich wie Metal Mike das auf seinen Solo-Platten hingekriegt hat. Die drei Damen singen im Wechsel, zusammen und kreuz und quer, und das koennen sie gut. Ungefaehr so gut wie Helen, denn daran erinnert "Too Hot To Be Bothered" mehr als einmal. Allerdings beschraenken sich Rocket darauf, bekannte Songs zum Thema "Sonne - Liebe - gute Laune" nachzuspielen, wobei sie durchaus guten Geschmack beweisen. Zu Ehren kommen da die Undertones, Blondie, Bay City Rollers oder Red Kross. Ein durch und durch gelungene Sommer-Platte, die auch im Herbst noch maechtig Spass macht.
( Abel Wild , * * * * * )


The Runaways - Flaming Schoolgirls CD
THE RUNAWAYS
"Flaming Schoolgirls" CD
( Cherry Red Rec. / CherryRed.co.uk )

Ich dachte "Cherry Red" haette mit der Wiederveroeffentlichung der vier vorangegangenen offiziellen Alben den Sack laengst zugemacht. Ja, denkste! Weitere Kohlen werden mit diesem "Outtake"-Album ins Feuer geworfen. Sehr schoen! Das erste Mal erschien das Album im Februar 1980, unter der Regie von ihrem ehemaligen Manager Kim Fowley. Zehn Songs, die Mr. Fowley bewusst zurueck gehalten hatte. Tja, so ist das Managervolk halt. Da hat sich bis heute kaum was Grundlegendes geaendert! Fuenf Live-Aufnahmen und fuenf Lieder, die im Studio aufgenommen wurden. Das Album ging allerdings zu seiner Zeit sang- und klanglos unter. Die eingespielten Studiosachen entlarven die Band als wahre BEATLES-Fans, denn mit "Strawberry Fields" und "Here Comes The Sun" wurden gleich zwei Cover grossartig interpretiert. Ein weiterer Song, "Don´t Abuse Me", wurde Jahre spaeter auf JOAN JETT´s BLACKHEARTS-Album "Bad Reputation" mit Steve Jones und Paul Cook von den SEX PISTOLS neu eingespielt. Ein weiteres Highlight wird sicherlich auch die Ballade "Hollywood Dream" darstellen. Wie ihr seht, offenbart dies Album die ein oder andere echte Ueberraschung und macht es zu einem aeusserst interessanten Abschluss der RUNAWAYS-Serie auf "Cherry Red".
( Ralf Real Shock , * * * * )