ONLY CRIME
"To The Nines" CD
( Fat Wreck Chords / FatWreck.de )
Ziemlich konfus gespielter Melodic-Core von einer, wenn man denn
so will, besagenden "Allstar-Band", die sich u.a. aus
Russ Rankin von GOOD RIDDANCE am Gesang, Bill Stevenson von
DESCENDENTS am Schlagzeug, Zach Blair an der Gitarre und Donivan
Blair am Bass - beide waren vorher bei den leider aufgeloesten
HAGFISH mit dabei - zusammensetzt. Gerade unter der Mitwirkung
von ehemaligen HAGFISH-Mitgliedern haette ich mir viel mehr
erhofft. Aber unter den 11 Tracks sind groesstenteils keine
Anfaenge, keine Mittelteile und keine Enden zuerkennen. Kein
klarer straighter HC-Ton eben, so wie er mal in den ´80er
zelebriert wurde. Dafuer ein beinahe unertraeglicher schraeger
Heavy-Touch, mit einer extrem fragwuerdigen Satzstellung, der
auch nicht gerade den melodischen Part auf die Gewinnerstrasse
befoerdert. Eine recht wirre Zusammenstellung, die mich
logischerweise absolut kalt laesst. Eine Kaltschale bitte, nach
dem Hauptgang.
( Ralf Real Shock , * * )
THE PARTISANS
"Idiot Nation" CD
( Dr. Strange Rec. / DrStrange.com )
Was fuer ein Comeback-Album! Mit der vor ueber zwei Jahren
veroeffentlichten MCD "So Neat" auf "TKO Records"
sorgten sie schon fuer eine mehr als nur gelungene Rueckkehr,
aber mit dieser full-length haben sie sich selbst uebertroffen.
Die elf Aufnahmen wurden bereits im Juni 2003 fertiggestellt. Das
sie jetzt erst am 19. Juli 2004 auf CD rausgekommen sind, macht
herzlich wenig, denn gut gemachte Punkrock-Musik ist und bleibt
vom aktuellen Zeitgeschehen stets unberuehrt. Die wohl
wichtigsten Komponenten einer Band sind in erster Linie der
Saenger, dicht gefolgt vom Gitarristen, an dritter Stelle
avanciert der Schlagzeuger und unter ferner liefen wuerde ich den
Bassisten einstufen, vorrausgesetzt er besitzt nicht das
begnadete Talent wie es DEE DEE RAMONE hatte. In dieser
Konstellation koennen sich die Partisans gluecklich schaetzen,
denn Saenger Spike und Gitarrist Lealand sind von der ´80er
Originalbesetzung uebriggeblieben und fuehren somit auch 20 Jahre
spaeter durch das musikalische Programm der Partisans. Da Spike
im englischen Cardiff geblieben ist und Lealand vor 18 Jahren
nach Schweden ausgewandert ist, entschied man sich dafuer, hoch
im Norden die Luecken am Bass und Schlagzeug zu fuellen. Und so
klingt die Band im Jahr 2004, 28 Jahre nach der Geburt des
Punkrock, wie eine Fortsetzung ihres letzten Album "The Time
Was Right" aus dem Jahre 1984. Das da zwanzig Jahre zwischen
liegen, mag man zunaechst gar nicht glauben. Doch auf dem zweiten
Blick klingt ihr ange-CLASH-ter "Safe European Home"-Punksound
mit teilweise heftigem SEX PISTOLS-Einschlag versehen noch
ideenreicher und vor allen Dingen sehr viel ausgereifter.
Hoehepunkte dieser ´77er-Praegung finden sich dazu sehr schnell
in "That Girl", "Hypervalue", "This Town",
"Reality TV", "All Turned Out" und "No-One
Asked Us" wieder. Eine Band die sich dem Alter entsprechend
verhaelt. Das liest man auch in ihren aeusserst scharfsinnigen
Texten recht fix raus.
( Ralf Real Shock , * * * * * )
PETER PAN SPEEDROCK
"Loud, Mean, Fast & Dirty" CD
( Bitzcore Rec. / Rabazco Promotion )
Der Bandname dieses hollaendischen Trios konnte nichts Gutes
bedeuten. Jedenfalls, was meinen persoenlichen Musikgeschmack
anbetrifft. Habe mich von daher nie davor gescheut, wenn mal eine
Promo besagter Band das 3RD-HQ erreichte, diese dann zum
Besprechen an unsere anderen Kritiker weiter zu geben. Nun,
diesmal sollte der Hase etwas anders laufen. Todesmutig und mit
reichlich guten Willen trat ich dieser CD entgegen. Doch schon in
den Anfangssekunden des ersten Song "Rocketfuel"
verspuerte ich einen Brechreiz. MOTORHEAD-Freaks, die auf Double-Bass
stehen, und auch ein wenig ZEKE lieb haben, werden von daher mit
dieser Scheibe ein Freudenfeuer entzuenden. Das geht hier bei mir
gar nicht! 18 Songs, die aus ihren ersten fuenf
Veroeffentlichungen aus den Jahren ´97 bis 2001 stammen.
Speedrock eben! Und der Morgen ist gelaufen.....
( Ralf Real Shock , * )
THE PIRANHAS
"Tom Hark - The Piranhas Collection" CD
( Anagram Rec. / CherryRed.co.uk )
"Anagram" schuf 1997 die Plattform fuer diese ersten
Studioaufnahmen, die 2004 zum zweiten Mal neu-aufgelegt wurde.
John Helmer, Gitarrist und Saenger der Band schrieb dazu die
Linernotes. the Piranhas waren der charakteristische Ausdruck von
Gruppen, die im taeglichen Radioprogramm von JOHN PEEL
anzutreffen war. "Jilly", ihre erste Single ist mir aus
der Zeit um ´79 bzw. ´80 bestens in Erinnerung geblieben. Etwas
unbeholfen stolpert die Band von einer Nummer in die andere, aber
das machte damals, wie auch heute noch den eigentuemliche Charme
dieser Brightoner Band aus. Entfernt tauchen aehnliche Elemente
in der Musik von the SLITS, the DISCO ZOMBIES, the DANGEROUS
GIRLS und ALTERNATIVE TV auf, mit dem Unterschied, das die
Piranhas ganz geschickt und sehr effektiv ein Saxophon einbauten.
Dabei entstanden bei genauerem Hinhoeren grossartige melodische
Zwischenparts, wie etwa im zweiten von mir favorisierten Song der
insgesamt 19-Song-starken-CD, "Coloured Music". Auch
die B-Seite "Happy Families" der zweiten Single "Yap
Yap Yap" kann diesen Standard locker mithalten. Die drei
Tracks vom "Vaultage-Sampler" mit dem grandiosen "I
Don´t Want My Body", was spaeter in einer neu-eingespielten
Version sogar den Sprung in die U.K. Top 75 Charts schaffte, sind
als Abschlussbonus inbegriffen. Die meisten Songs fuer ihre
urspruenglich geplante Debuet-LP fuer das "Attrix Label"
sind hier das erste Mal ueberhaupt zu hoeren, da die
Veroeffentlichung einer kommerzielleren Version ihrer Songs
weichen musste, die dann schliesslich auf "Sire Records"
erschien. ( aus 3RD No. 26 )
( Ralf Real Shock , * * * * )
PISTOL GRIP
"Tear It All Down!" CD
( BYO Rec. / Rabazco Promotion )
Ich will den jungen Punk-Burschen von der Westkueste ja wirklich
nichts Boeses, aber mit ihrer mittlerweile dritten full-length
hat sich weder positiv noch negativ (na, gott sei dank!) etwas
gravierendes veraendert. Stillstand auf allen Gleisen! Das
Gleiche in Gruen, wie auf dem Vorgaenger "Another Round",
der aber irgendwie noch etwas stimmiger daher kam, als nun "Tear
It All Down!". Denn dies hier ist nur ein schnelles
mittelmaessiges Streetpunk-Einerlei. Keine Liebe zum Detail zu
erkennen. Songs, heute gehoert, und die morgen schon wieder bei
mir in Vergessenheit geraten sind. So leid es mir tut, aber ich
kann leider keine foerderliche Verschiebung oder
Weiterentwicklung entdecken. Der Stil, den die Pistol Grip gleich
12 Mal aus den Boxen powern, nutzt sich unglaublich schnell ab
und verglueht im breit gefaecherten Punk-Universum ohne jegliches
Aufsehen verursacht zu haben. Schade, denn auf diese Band habe
ich mal grosse Stuecke gehalten. Doch vielleicht hatten sie schon
mit ihrer Debuet-Scheibe "The Shots From The Kalico Rose"
ihr komplettes Arsenal gepluendert gehabt, oder aber sie melden
sich irgendwann ohne Vorwarnung mit einem heftigen Knall zurueck.
Zu wuenschen waere es, ich hab die Hoffnung jedenfalls noch nicht
ganz aufgegeben.
( Ralf Real Shock , * * * )
THE PITS
"Hanging Around In The Park" MCD
( Bunker U.K. Rec. / ThePits.org.uk )
Auf die britischen Pits ist Verlass. Wo ich gerade diese Zeilen
verfasse, befindet sich die Band im Studio um ihre dritte full-length
"New Conspiracies" abzumischen. "Captain Oi!"
hat sich die Band unerklaerlicherweise durch die Lappen gehen
lassen und erteilte ihnen fuer ihre zweite full-length eine
Absage. Nun ist die Band aus Sunderland erneut auf Labelsuche.
Hier also ein superber Vorgeschmack ihrer musikalischen
Faehigkeiten. Zu bemaengeln waere lediglich die etwas zu dumpf
abgemischte Produktion. Doch ansonsten kann man sich bei beiden
Songs wieder an herzerfrischendem ´77er Singalonga Punkrock
erwaermen, der die Bandbreite von den PROFESSIONALS bis zu
aktuelleren Scheiben von RED LONDON sehr gut abdeckt. Waere auf
jeden Fall auch ein Kandidatenanwaerter der CD-Sampler-Reihe
"British Punk Invasion", aber ich glaub die ist schon
vor einigen Jahren eingestellt worden, oder?
( Ralf Real Shock , * * * * )
PLASTIC BASTARD
"Across The Street From Me
" CD
( Amp Rec. / AmpRecords.com )
Diese Band aus Kanada hat hier ein astreines Punk Rock Album
hingelegt. Ihre Songs klingen genauso irre, wie die langsameren
Ramones Hymnen a la "Pet Sematary". Schnelle Kracher
sucht man hier vergebens, das wuerde auch ueberhaupt nicht zur
Platte passen. Wer auf viel Rock im Punk gut kann, wird bei
diesem Album die Wände hochgehen, versprochen! Ein Wahnsinn!
( Stupid , * * * * * )
THE POP RIVETS
"Greatest Hits" CD-R
( Damaged Goods Rec. / DamagedGoods.co.uk )
Verflixt! An wen erinnert mich nur die Stimme der Pop Rivets? Auf
jeden Fall an irgendeine weitere alte Punkrock-Kapelle aus dem
vereinten Koenigreich. Shit, aber ich komm nicht drauf. Egal. Das
Album erschien zum ersten Mal im Januar 1979 auf dem bandeigenen
"Hypocrite Label". 25 Jahre spaeter gibt es nun dieses
Album und das nachfolgende "Empty Sounds From Anarchy Ranch"
(Review siehe unten) zum ersten Mal im komplett re-masterten
Sound auf CD. Ausserdem gingen die Pop Rivets 1979 auf eine
selbst-promotete Tournee durch die Schweiz und Deutschland. Sie
spielten auch im Duisburger "Eschhaus". Es muss wohl
die Pogo-Hoelle gewesen sein, wie mir ein damaliger
stadtbekannter Punkrocker spaeter erzaehlte. Shit, mein
allabendlicher Kochjob hat mir zu jener Zeit wirklich einige
richtig gute Shows durch die Lappen gehen lassen. "Fun In
The U.K.", der Opener der insgesamt 12 Songs ist dann auch
zugleich der einzig wirkliche Hoehepunkt der Scheibe. Der Rest
bewegt sich zwischen einer drei und vier Sternchen-Diagnose. Da
mir leider nur eine CD-R vorliegt und ich nicht wieder den selben
Fehler machen moechte, wie in der letzten Ausgabe bei der BAD
RELIGION-Kritik zu ihrer aktuellen CD "The Empire Strikes
Back" werde ich wohl auf vier Sterne plaedieren. Ich denke,
wenn ich die offizielle CD vorliegen haette waere diese Bewertung
auch gerechtfertigt, denn im Info-Sheet wird darauf hingewiesen,
das Billy Childish neue Sleevenotes zu beiden Alben
niedergeschrieben hat und das das gesamte Artwork voellig
ueberarbeitet wurde, so das man sich wohl auf ein schoen
informatives Booklet zur CD freuen darf. Und tatsaechlich,
waehrend ich die letzten Zeilen dieser Review niederschreibe
faellt mir noch die Band ein, die ich zu anfangs gemeint habe.
Nicht nur vom Gesang her, sondern auch bei weiten Teilen des
musikalischen Spektrum der Pop Rivets gibt es frappierte
Aehnlichkeiten zu den ganz fruehen Scheiben der PETER AND THE
TEST TUBE BABIES, wie etwa der "Loud Blaring Punk Rock"
full-length, festzustellen.
( Ralf Real Shock , * * * * )
THE POP RIVETS
"Empty Sounds From Anarchy Ranch" CD-R
( Damaged Goods Rec. / DamagedGoods.co.uk )
Hier macht sich allerdings ´ne herbe Enttaeuschung breit. Denn
das zweite Album der Pop Rivets ist mehr oder minder ´ne reine
Live-Angelegenheit. Verdammt rockig klingt das, mit englischen ´70er
Punkrock hat das leider nicht sehr viel gemeinsam. Die Aufnahmen
sind so lala, kann man sich noch mit halb verkniffener Miene zum
Ohre ziehen. Dabei werden allerhand Cover-Songs verbrutzelt wie
etwa von the WHO oder the KINKS. Freunde des GaragenPunk - mit
einem ordentlichen Schuss Pub-Rock versehen - werden sicherlich
zufrieden aus dem Fenster nicken und der Nachbarin einen schoenen
Tag wuenschen.
( Ralf Real Shock , * * )
THE RAMONES
"Brain Drain" CD
( Captain Oi! Rec. / CaptainOi.com )
R.A.M.O.N.E.S, Take 1! Das die Ramones auch mal auf seinem Label
landen wuerde, haette sich der Captain Oi! sicherlich nicht
traeumen lassen. Nun ist es aber Wirklichkeit geworden und die
vier Alben, die die Ramones fuer das "Chrysalis Label"
von ´89 bis ´95 eingespielt haben sind mit viel Hingabe und
Leidenschaft in einer Luxus-Aufmachung - inkl. eines schicken
Pappschuber, einem Booklet mit allen Song-Texten, sowie
ausfuehrliche Liner-Notes vom ehemaligen Tourmanager der Band,
Monte Melnick, in Zusammenarbeit mit Frank Meyer von den
STREETWALKIN´ CHEETAHS - seit Juni dieses Jahres wieder zu haben.
Den Anfang macht da das Album "Brain Drain" mit seinen
insgesamt regulaeren 12 Tracks, darunter die Singles "I
Believe In Miracles" (zugleich der Opener), "Merry
Christmas (I Don´t Want To Fight Tonight)" und als
dreizehnter im Bunde angefuegt die Single-Version von "Pet
Sematary", die hier zum ersten Mal auf CD ueberhaupt
erhaeltlich ist. Die LP-Version findet man selbstverstaendlich
auch auf dieser CD. Zu den Songs muss man, glaube ich nicht mehr
sonderlich viel zu schreiben. Erfahrene 3RD-Leser wissen mehr!
( Ralf Real Shock , * * * * * )
THE RAMONES
"Mondo Bizarro" CD
( Captain Oi! Rec. / CaptainOi.com )
R.A.M.O.N.E.S, Take 1-2! Nur mal so als Zwischenfrage eingestreut:
Geb ich jetzt allen 4 RAMONES-Alben 5 Stars? Mal schauen
.,
4 Stars sind bei dieser Besprechung irgendwie zu wenig, wenn man
bedenkt, das Hits wie "Poison Heart", "It´s Gonna
Be Alright", "Tomorrow She Goes Away" und "Touring"
auf "Mondo Bizarro" zu hoeren sind, die zweiten full-length,
die die Band 1992 fuer das "Chrysalis Label"
eingespielt haben. Nein, ich trau mich einfach nicht dieses
Masterpiece mit nur 4 Stars abzufertigen. Kommt mir gar nicht in
die Tuete. Als Bonus gesellt sich zum Finale "Spiderman"
als Track 14 hinzu. Gab es vorher nur auf einem Japan-Import zu
hoeren. Aber ich meine, ich hab den Song vorher schon mal
woanders gehoert gehabt.
( Ralf Real Shock , * * * * * )
THE RAMONES
"Acid Eaters" CD
( Captain Oi! Rec. / CaptainOi.com )
R.A.M.O.N.E.S, Take 1-2-3! Fuer dieses Album hatten sich 1994
Joey & Co was ganz besonders einfallen lassen. Lange war es
intern im Gespraech gewesen. Nun machten sie Naegel mit Koepfen.
Ein reines Coveralbum mit ihren fave Songs aus den ´60ern sollte
das zweite Album nach "Mondo Bizarro" fuer das
Unterlabel "Radioactive" ihres Managers Gary Kurfirst
werden. Man kam dabei auf 12 Beitraege. C.J. Ramone uebernahm bei
"Journey To The Centre Of The Mind", "The Shape Of
Things To Come" und DYLAN´s "My Back Pages" den
Leadgesang. Um "Acid Eaters" eine spezielle Note zu
verleihen, luden sich die Ramones auch noch einige "Backin´
Voc."-Gaeste ein, wie etwa Pete Townshend von the WHO zu
"Substitute", Joey´s Kumpel Sebastian Bach von der
Metal-Band (?) SKID ROW fuer den STONES-Song "Out Of Time"
und die Dame des Porn, Traci Lords ist bei JEFFERSON AIRPLANE´s
"Somebody To Love" im Refrain zu hoeren. Der Bonus
gestaltet sich als BEACH BOYS "Surfin´ Safari", den
ich vorher noch nie gehoert habe. Scheint wohl ein ziemlich rarer
Song zu sein.
( Ralf Real Shock , * * * * )
THE RAMONES
"Adios Amigos!" CD
( Captain Oi! Rec. / CaptainOi.com )
R.A.M.O.N.E.S, Take 1-2-3-4! Das ganz offizielle
Studioabschiedsalbum kaufte ich mir im Sommer 1995 bei meinem
ersten Aufenthalt in den Staaten, in irgendeinem groesseren
Recordstore in Chicago. Zu dem Zeitpunkt was das Album in
Deutschland noch nicht erhaeltlich. Die amerikanische Ausgabe
hatte ein ziemlich spezielles Booklet, mit sehr duennem Papier
inside. Trotzdem glaubte noch keiner so wirklich an das Ende der
Ramones als Liveband. Aber sie machten ihre angekuendigten
Absichten wahr, spielten noch eine letzte grosse Tour, bevor sie
dann am 06. August 1996 im "Hollywood Palace" in Los
Angeles ihre allerletzte Show spielten. An diesem Album, was 13
Songs, plus den Bonus-Track, das MOTORHEAD-Cover "R.A.M.O.N.E.S"
beinhaltet, hatte Ex-Mitglied Dee Dee Ramone noch einige Songs in
Zusammenarbeit mit dem langjaehrigen Produzenten und Freund der
Band, Daniel Rey, abgeliefert, u.a. "Making Monsters For My
Friends", "The Crusher" und "Cretin Family".
Auch zwei Coversongs fanden den Weg auf das Album, "I Don´t
Want To Grow Up" von TOM WAITS und "I Love You"
von JOHNNY THUNDERS, der auch auf dem Tribute-Album fuer Johnny
"I Only Wrote This Song For You" zuhoeren war. Mein
persoenlicher Favorit war das von Joey Ramone geschriebene "Life´s
A Gas", das fuer mich eine aehnliche Bedeutung nach sich
zog, wie "Chasing The Night" und "Daytime Dilemma"
von der ´84er "Too Tough To Die"-LP. Mit "Adios
Amigos!" verabschiedeten sich die Ramones aus ihrer aktiven
Zeit, die weit ueber zwei Dekaden anhielt. Ihre
Hinterlassenschaft drueckt sich bis heute in ein unuebersehbares
Meer an treuen Fans aus, die ueber den gesamten Erdball verteilt
sind. In dieser geballten Form schaffte das keine andere Punkrock-Band
aus den Anfangstagen.
( Ralf Real Shock , * * * * * )
RAWSIDE
"Outlaw" CD
( Earth A.D. / Gordeon Promotion )
Bei Rawside hat sich nicht viel veraendert. Vielleicht ist die
Band etwas metallischer geworden. Diese musikalische Veraenderung
hatte DISCHARGE damals auch durchgemacht. Und wo wir schon gerade
bei DISCHARGE sind. Das, was Rawside hier spielen geht ganz klar
in diese Richtung. Mit ein ganz klein wenig SICK OF IT ALL
vermengt. Rawside geht schon irgendwie in Ordnung, klingen echt
und ziemlich brachial, und der Punkeinfluss bleibt deutlicher
hoeher als der Metal-Anteil. Auch wenn das hier ueberhaupt nicht
mein Fall ist, liegen keinerlei Gruende vor, der Band ´ne
schlechte Kritik anzuhaengen.
( Ralf Real Shock , * * * )
RAZZIA / DER DICKE POLIZIST
"Live" CD
( Impact Rec. / Impact-Records.com )
Am Anfang kommt das Lob! Der Mixer hat wirklich erstklassige
Arbeit abgeliefert. Wenn das wirklich Liveaufnahmen sind, dann
sind die um einiges besser als das andere Bands im Studio
hinbekommen. Jubelschreie oder Ausbrüche von Begeisterung hört
man überhaupt nicht und wenn, kaum wahrnehmbar leise. Das kann
zwei Gründe haben. Erster, man verscheissert uns gewaltig mit
ihrem live, oder aber zweiter Grund, beim Gig waren nur Leute,
die mit der Musik von beiden Bands nicht all zuviel anfangen
konnten. Ok, einen dritten auch noch, der Mixer war so gut, das
er alles ausblenden konnte. Musikalisch konnte ich mit Razzia
noch nie was anfangen. Das langweilt mich gewaltig. Der dicke
Polizist hat mich dann schon vom Namen her abgeschreckt. Ich
wuerde persönlich nie ne Platte kaufen, von einer Band, die so
heisst. Stellt euch mal vor, die gefallen mir, und ich trag dann
ein T-Shirt wo der dicke Polizist draufsteht! Wär mir unheimlich
peinlich. Das Schlimmste ist dabei, die sind nicht annaehernd so
schlecht wie ihr Name. Nun steck ich in einer Krise! Ach, lassen
wir das...
( Stupid , * * * )
RED LETTER DAY
"More Songs About Love And War" CD
( Overground Rec. / OvergroundRecords.co.uk )
"Overground" ist immer fuer die ein oder andere
Ueberraschung gut. Wer haette je gedacht, das die damals voellig
zu Unrecht unterbewerteten Red Letter Day aus Portsmouth von der
Suedkueste Englands sich mit dieser 20-Song-Collection nach ueber
dreizehn Jahren wieder ins angestaubte Hinterstuebchen rufen.
Verdient haben sie es alle Male. Wenn man bedenkt, das sie
gemeinsam fast zeitgleich mit MEGA CITY FOUR und MANIC STREET
PREACHERS ins Punkgeschaeft einstiegen, erste Singles
veroeffentlichten und in den kleinen englischen Clubs
schweisstreibende Pogo-Shows ablieferten. Nun, was aus den
anderen zwei Bands geworden ist, wissen mittlerweile ja alle, die
sich bis heute ein wenig intensiver mit der Musikszene auf der
Insel beschaeftigen. Dabei bleiben natuerlich auch Bands auf der
Strecke, sowie eben es auch 1977 oder 1982 in the U.K. gang und
gaebe war. Auch Red Letter Day schafften nie den grossen Absprung
und verwaisten im Abseits von eben erwaehnten Bands. Die 20 Songs
beinhalten die 11 Tracks ihrer LP "More Songs About Love And
War", hier auf der CD in einer anderen Reihenfolge
praesentiert, die beiden Tracks "Great Wall Of Leicester"
und "23:23" vom ersten "Underground Rockers"-Sampler
aus dem Jahr 1988, die fuenf Beitraege von der Split-LP "Soft
Lights And Loud Guitars" die sie mit the SECT ebenfalls 1988
einspielten, sowie "Straight To Hell" vom ´91er the
CLASH Tribute: "The Never Ending Story". Das sie fuer
die CLASH einen Tributsong einspielten sagt sehr viel ueber den
musikalischen Stil der Band aus. Heavy vorgetragener ´77er
Rockpunk mit extrem gut rauszuhoerender CLASH-Note. So, und das
Highlight hab ich mir zum Schluss aufgehoben. Bei dem Ohrwurm
"Street Heat" - der 1989 auf der Double A-Side 7"
"Last Night" auf "Released Emotions" in einer
"strictly limited edition package" mit der Ausgabe 6
vom "20th Century Saints"-Fanzine erschienen war -
handelt es sich um ein Cover, was Knox von den VIBRATORS 1979
geschrieben hatte und fuer sein ´83er Solo-Album "Plutonium
Express" spaeter verwendete. Knox singt bei der Red Letter
Day-Version uebrigens im Background mit. Im Booklet gibt es noch
einige Liner-Notes von Saenger Ade nachzulesen. Das Album
erschien am 06. September 2004, einen Tag spaeter feierte die
Band mit einer Show in ihrer Heimatstadt im "The White Swan"
diese Record Release. Die Band ist auch noch bis heute aktiv, und
hat dabei einige weitere Alben veroeffentlicht. Anfang 2005
erscheint ihre neue full-length auf dem US-Label "Zip
Records".
( Ralf Real Shock , * * * * )
RED PLANET
"We Know How It Goes" CD
( Gearhead Rec. / GearheadRecords.com )
Da werden ja wieder schwere Geschuetze im Info aufgefahren, das
einem ganz schummerig vor den Augen wird. Laut Info versucht man
mir weiszumachen, das Red Planet ihre Einfluesse u.a. aus den
UNDERTONES, den BOYS und den REAL KIDS ziehen. Ich bin jetzt
mittlerweile bei Track Fuenf angekommen und konnte keiner dieser
gewagten Feststellungen raushoeren. Mag sein, das das Trio von
Red Planet gerne mal ´ne Punkscheibe aus den ´70ern auf dem
Plattenspieler drehen laesst, aber das heisst ja jetzt noch
nicht, das sie das auch tatsaechlich in ihrer eigenen Musikerwelt
umsetzen koennen. Geht es noch ´ne Ecke dicker? Das schon mal
dazu. Vom rein nuechternen Standpunkt aus betrachtet spielt die
Band einen netten ´80er New Wave Sound, der einfach nur als
"geht in Ordnung" einzustufen ist. Nichts, was
irgendwie Aufsehen erregt. Also, immer fein die Kirche im Dorf
lassen. Das gibt mehr Sympathiepunkte, als man meinen moechte.
( Ralf Real Shock , * * * )
RIOT COMPANY
"Director´s Cut" CD
( DSS Rec. / DSSRecords.com )
Also fuer den Text zu "Junkie" verachte ich diese Band.
Das ist schlimmste Bild-Zeitungs-Polemik. Damit der Leser weiss,
was ich meine, hier ein Auszug aus dem Refrain: "Ein Leben
fuer die Drogen ihr habt es so gewollt / Und ich werde lachen,
wenn euch der Teufel holt". Aber von Leuten, die stolz im
"Boese Menschen, boese Lieder" T-Shirt" posieren,
darf ich wohl nicht mehr Hirn erwarten.
( Abel Wild , * )
THE RIOT NRRDS
"Broken Hearts & Fart Jokes" CD
( Amp Rec. / AmpRecords.com )
Yeap, die klingen ja genau wie Screeching Weasel oder Queers vor
ihrer Pop Punk Phase. Besser noch wie diese Band von diesem MRR
Schreiber, Mitte der 90´er. Shit wie hiess die? Gelbe Platte mit
nem Affen auf dem Cover. Jetzt muss ich mich wirklich erheben und
nachsehen.....Furious George und der Typ heisst George Tabb. Da
faellt mir auf, ich hab lange in keinem MRR mehr geblaettert. Ist
dieser Sound wieder angesagt? Hab lange nix mehr aufgelegt aus
dieser Richtung. Da kommen mir die Riot Nrrds gerade recht, die
ich bisher überhaupt nicht kannte. Schoen mal wieder diese
musikalische Ecke aus der grossen Vielfallt der Punk Rock Music
gehört zu haben. Coole Scheibe!
( Stupid , * * * * )
RIVER CITY REBELS
"Hate To Be Loved" CD
( Victory Rec. / Gordeon Promotion )
Eigentlich sollte das genau der Sound sein, der mir ohne Wenn und
Aber gefallen muesste. Produziert vom NEW YORK DOLL Sylvain
Sylvain, der bei "Don´t Mess With Cupid" obendrein
noch einen Keyboard-Einsatz hinlegt. Und JESSE MALIN agierte als
Gastsaenger fuer wenige Zeilen im Titelsong, dessen musikalische
Aehnlichkeiten sich einwandfrei von dem Song "Cornered"
von der letzten D-GENERATION Platte "Through The Darkness"
ableiten lassen. Tja, und da kommen mir die ersten Bedenken.
Jesse ist einfach der bessere Saenger fuer diese Art von Glam-Punk'n'Roll,
als ihr eigentlicher Mann am Mikro, Bopper. Das wir uns aber
nicht missverstehen, denn auch Bopper hat das gewisse Etwas, der
mich wiederum an Saenger Sable von der laengst verblichenen New
Yorker Band WHO KILLED BAMBI? erinnert. Auch empfinde ich es als
aeussert stoerend, in diesen speziellen Sound ´ne Trombone und
ein Tenor Sax zum Einsatz kommen zu lassen. Fuer meine Ohren
hoert sich das dann ziemlich konfus an, fast so, als wenn jemand
permanent den falschen Ton trifft. Hinzu kommt auch noch das die
zwoelf Songs der New Yorker zu keiner Zeit an die Klasse von den
BLACK HALOS, AMERICAN HEARTBREAK oder D-GENERATION herankommen.
Ob da die unsaeglichen Troeten die Hauptschuld tragen, moechte
ich zunaechst mal einfach unkommentiert stehen lassen. Aber die
meisten Songs wuerden meiner Meinung nach einfach viel rotziger
klingen, wenn man sich auf den klassischen Vierer, meinetwegen
auch noch mit einer zweiten Gitarre, beschraenkt haette.
Sternchenabzuege in allen Belangen, da man die Hits auch beim
vierten oder fuenften Hoeren vergeblich sucht.
( Ralf Real Shock , * * * )
ROCKASS
"Strike" MCD-R
( Rockass.org )
Das ist mal ein richtig fettes Demo! Die Berliner/innen gehen
gerade bei den ersten beiden Songs dermassen ab, dass ich
unwillkuerlich in Bewegung ausbreche. Wie muss das erst live
kommen? Stellt euch ultra harten Punk`n`Roll mit NYC HC Gesang
vor, dabei ohne primitiv einfach nur zu boellern, sondern mit
gekonnten Arrangements und geschmackvoll eingestreuten Solos. Aus
allen Rohren geradeaus direkt in die Fresse! Der Gesang kommt
wirklich dermassen kraftvoll und aggro mit genuegend Soul rueber!
Ich hoffe die Band bekommt die Chance zu einem Longplayer, mit
richtigem Vertrieb usw.. Verdient haetten sie es nach nun mehr 4
Demos. Im Gegensatz zu vielen anderen Combos haetten ROCKASS
ruhig ein paar weitere Liedchen auf dieses Demo brennen koennen.
Wegen der kurzen Spielzeit deshalb "nur" fast die
Hoechstwertung.
( Stork , * * * * )
ROCKET
"Too Hot To Be Bothered" CD
( Teenacide Rec. / TeenacideRecords.com )
Sind die sueueueueueueuess. Hinter Rocket verbirgt sich ein
knuddeliges Girlie-Gesangs-Trio aus Kalifornien, welches sich
voll und ganz dem Teen-Trash-Pop verschrieben hat. Fuer die
Instrumentierung sorgen drei Kerle, die aber ansonsten die
Schnauze handeln. Dafuer spielen sie aber perfekten
minimalistischen Pop-Punk mit extremer Fuzz-Gitarre, aehnlich wie
Metal Mike das auf seinen Solo-Platten hingekriegt hat. Die drei
Damen singen im Wechsel, zusammen und kreuz und quer, und das
koennen sie gut. Ungefaehr so gut wie Helen, denn daran erinnert
"Too Hot To Be Bothered" mehr als einmal. Allerdings
beschraenken sich Rocket darauf, bekannte Songs zum Thema "Sonne
- Liebe - gute Laune" nachzuspielen, wobei sie durchaus
guten Geschmack beweisen. Zu Ehren kommen da die Undertones,
Blondie, Bay City Rollers oder Red Kross. Ein durch und durch
gelungene Sommer-Platte, die auch im Herbst noch maechtig Spass
macht.
( Abel Wild , * * * * * )
THE RUNAWAYS
"Flaming Schoolgirls" CD
( Cherry Red Rec. / CherryRed.co.uk )
Ich dachte "Cherry Red" haette mit der
Wiederveroeffentlichung der vier vorangegangenen offiziellen
Alben den Sack laengst zugemacht. Ja, denkste! Weitere Kohlen
werden mit diesem "Outtake"-Album ins Feuer geworfen.
Sehr schoen! Das erste Mal erschien das Album im Februar 1980,
unter der Regie von ihrem ehemaligen Manager Kim Fowley. Zehn
Songs, die Mr. Fowley bewusst zurueck gehalten hatte. Tja, so ist
das Managervolk halt. Da hat sich bis heute kaum was
Grundlegendes geaendert! Fuenf Live-Aufnahmen und fuenf Lieder,
die im Studio aufgenommen wurden. Das Album ging allerdings zu
seiner Zeit sang- und klanglos unter. Die eingespielten
Studiosachen entlarven die Band als wahre BEATLES-Fans, denn mit
"Strawberry Fields" und "Here Comes The Sun"
wurden gleich zwei Cover grossartig interpretiert. Ein weiterer
Song, "Don´t Abuse Me", wurde Jahre spaeter auf JOAN
JETT´s BLACKHEARTS-Album "Bad Reputation" mit Steve
Jones und Paul Cook von den SEX PISTOLS neu eingespielt. Ein
weiteres Highlight wird sicherlich auch die Ballade "Hollywood
Dream" darstellen. Wie ihr seht, offenbart dies Album die
ein oder andere echte Ueberraschung und macht es zu einem
aeusserst interessanten Abschluss der RUNAWAYS-Serie auf "Cherry
Red".
( Ralf Real Shock , * * * * )