

Am 15. April soll bei „Sony“ eine neue
Dokumentation mit dem Titel „The Clash Live: Revolution Rock“ auf DVD
erscheinen. Neu? Aus den Informationen die bisher durchgesickert sind, kann ich
mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass da wirklich irgendwelche neuen
Live-Aufnahmen dabei sind, die bisher fein saeuberlich unter Verschluss gehalten
wurden. Vielmehr denke ich, dass da aus allen bisherigen offiziellen
Veroeffentlichungen ein neues Teil einfach zusammen geschnitten wurde. Hoert
sich nach reine Abzocke an, aber warten wir es erst mal ab.
Die einzig wirklich echten neuen Aufnahmen, die ich zuletzt von the Clash
gesehen habe, waren die uralten s/w-Aufnahmen von Julien Temple im Joe Strummer
Film „The Future Is Unwritten“. Und so makaber es klingen mag, waere Joe
Strummer noch am Leben, haette Temple diesen Film nicht gemacht und die
Aufnahmen waeren bis heute noch nicht zu sehen.
So, und bevor es weiter unten „the pLAyLiSt of the week“ gibt und ich sonst
nichts weiter zu erzaehlen habe, hier nun die Kolumne „The Paperboy Story“,
uebernommen aus dem „3RD Generation Nation“ / Print-Ausgabe No. 13 vom Herbst
1998. Viel Spass damit!
„Kommst du wohl her! Bleib stehen!! So bleib doch endlich stehen. AUS!!!“,
schrie der Hundebesitzer verzweifelt seines nicht mehr zu stoppenden Boxer
hinterher. Ich stand wie angewurzelt auf der Kreuzung. Der klaeffende
Scheisskoeter kam mit einem Affenzahn direkt auf mich zu gesprintet. Was sollte
ich tun? Zur Seite springen? Mich fallen lassen und toten Mann spielen? Oder
einfach umdrehen und um mein kleines beschissenes Leben laufen? Sekunden der
Panik, Sekunden der Ungewissheit. Doch ich blieb stehen. Der Gedanke stiess als
letztes durch die noch doesigen Hirnwaende. Der Halter nahm augenblicklich beide
Beine in die Hand, und lief seiner ausgerissenen Toele hinterher, doch der war
nur noch ein paar Meter von mir entfernt. Waere der Hund mit einer Radbereifung
unter seinen Pfoten ausgeruestet gewesen, dann haette es vermutlich stark nach
verbrannten Gummi gestunken, als er jaeh von seinem Schweinsgalopp knapp vor
meinem Hosenschlitz zum stehen kam. Wau(wau), welch eine Vollbremsung! Er
knurrte mich volle Lotte an und zwischenzeitlich hechelte er wie verrueckt. Was
wollte er nur? Mit mir spielen oder was? Roch ich etwa so gut? Keine Ahnung. Der
Besitzer stiess nun voellig ausser Atem auf uns zu. Ein komisches Bild, was sich
da morgens um 5.30 Uhr an einer Strassenecke abspielte. Ein bellender Boxer, ein
ausgelaugter aelterer Herr im Jogging-Dress, der heftig nach Luft schnappte und
ein zu Stein gewordener aengstlicher Real Shock. Die Sache ging also nochmals
glimpflich ab. Der Besitzer packte den Hund und gab ihm einen tuechtigen Klaps.
Er nahm ihn an die Leine und zog schweigend ab. Ich war gar nicht in der Lage,
den alten Sack anzuschnauzen, so erleichtert war ich, das der den Koeter endlich
von mir wegzog. Das kann schon mal passieren, wenn man in aller Herrgottsfruehe
die Morgenzeitung austraegt.
Seit September´97 bin ich jetzt schon dabei und habe einige ulkige und weniger
ulkige Geschichten erleben duerfen. Kritisch kann es samstags werden, wenn es
die letzten Kneipenzecher nach Hause treibt, sie aus den Wirtshaeusern schwanken
und ich ihnen nach Moeglichkeit begegnen kann. Da ich zu keinem festen Revier
zugeteilt bin und ich dann eingesetzt werde, wenn jemand krank wird oder in
Urlaub faehrt, komme ich natuerlich am Morgen echt viel rum. Vor der Zeit kannte
ich eigentlich nur den Weg zur Stadt, den Weg zur Post und den schnellsten Weg
zur naechsten Autobahnauffahrt. Aber jetzt lerne ich Muelheim etwas naeher
kennen. Da gibt’s schon die ein oder andere richtig finstere Ecke auszumachen.
Vor ein paar Monaten hatte ich ein Revier nahe der City auf einer sonst sehr
belebten Strasse. Das machte ich dann nur eine Woche. Ich stieg aus dem Wagen
aus, ging zum Kofferraum, fuellte die Umhaengetasche mit Zeitungen und stiefelte
also los. Vor mir, einige Meter entfernt, erblickte ich einen etwas abgefrackten
Typen auf Schlangenlinie. Er blieb immer mal wieder stehen und murmelte was vor
sich hin. Da er zudem noch sehr langsam war, hatte ich ihn schnell eingeholt.
Kaum auf gleicher Hoehe, ich wollte gerade an ihm vorbeiziehen, lallte er mich
an: „ey Zeitung?“ Ich blieb stehen und schaute in seine durchzechte Fresse. Der
Kerl war voll wie eine Haubitze. „Welcher Name?“ Er kam naeher, ich bekam seine
beissende Schnapsfahne zu spueren als er mich anhauchte: „Juergens, gleeeiiich
um die Ecke.“ Ich gab ihm angeekelt seine Zeitung und lief weiter. An einer der
naechsten Haustueren musste ich gleich mehrere Zeitungen einwerfen. Er
ueberholte mich, brabbelte noch kurz in meine Richtung und schwup war er auch
schon um die Ecke verschwunden. Er schien es ploetzlich sehr eilig zuhaben. Ich
folgte ihm kurz daraufhin und da stand er, nur zwei Meter vor seiner Haustuer in
einer Ecke und pisste den Winkel voll. Mehr aber auf seine Schuhe als auf den
Boden. Dabei wankte er mit seinem Kopf hin und her und schliesslich parkte er
seinen hohlen Schaedel an der Hauswand und schaute nach unten.
Sicherlich ist es nicht gerade ein Honig schlecken, so gegen 3.30 Uhr aus dem
Bett zu tanzen und es z.b. volle Kanne draussen am regnen ist. Da wuerde ich
natuerlich am liebsten wieder ins Bett zurueckfallen, aber was solls? Von
irgendwo her muss die Kohle schliesslich kommen und einen regulaeren Job im
Koch-Gewerbe von sieben bis vier ist echt schwer zu finden. Und ehrlich gesagt,
hab ich da auch nicht mehr unbedingt die Lust dazu, mir von irgend so einem
aufgeblasenen Schnoesel von Abteilungsleiter noch was sagen zulassen. Gut, die
Kohle reicht aus, fuer Miete, Marmorkuchen backen und Spaghetti fuer 0,69DM bei
Plus kaufen, mehr auch nicht. Aber ich fahre damit eigentlich ganz gut, grosse
Spruenge kann ich mir da nicht gerade leisten. Und somit hab ich massenweise
Zeit zur Verfuegung, was in der heutigen Zeit ja auch schon Luxus bedeutet. Aber
wo war ich stehen geblieben? Oh ja, betrunkene Menschen..... Dann war da noch
der etwas harmlose Besoffene, der aus einem Taxi stieg und auf das Haus zulief,
wo ich gerade am verteilen war. Er klopfte mir von hinten auf die Schulter und
rief: „Na Jung, ganz schoen frueh, wa“, und grinste mich glueckselig an. Bloede
Pflaume!
Besonders unterhaltsam sind aeltere Herrschaften, die morgens anscheinend nicht
besseres zutun haben, als den Zeitungsboten aufzulauern. Klar, braucht das
erstmal seine zwei bis drei Tage bis ich mich in so einem Revier zurechtgefunden
habe und dann dauert es schon mal etwas laenger mit der sonst puenktlichen
Anlieferung. Fuer nur wenige Tage hatte ich ein verdammt grosses Gebiet erwischt
und so kam ich erst um 7.45 Uhr an der letzten Strasse an. Laengst lief ich
nicht mehr so schnell wie vor drei Stunden noch, denn der Bezirk war so
unuebersichtlich, das ich mich erst nach zwei Wochen richtig eingelaufen haette.
Ich sah also keine Chance, die Zeitungen bis puenktlich 6.00 Uhr zu liefern.
Also nahm ich das Tempo etwas raus und schlenderte gemuetlich ueber die
Strassen. Dies war eine noble Strasse. Kleine schicke Einfamilienhaeuser mit
gepflegten Vorgaerten. Als ich dann an einer dieser Tueren gerade die Zeitung in
den Schlitz werfen wollte, wurde die in einem Ruck aufgerissen. Ich kam etwas
ins straucheln, fing mich aber noch rechtzeitig und richtete mich dann langsam
auf. Vor mir stand eine Frau, Mitte 60 wuerde ich mal sagen, die mich direkt mit
einer keifenden Stimme begruesste: „Das lassen wir uns nicht bieten, das die
Zeitung so spaet kommt.“ Ich hatte an diesem Morgen wirklich blendende Laune,
schliesslich schien die Sonne schon und so grinste ich nur zurueck und sagte in
einem bewusst demuetigem Tone: „Tut mir leid, ich mach hier nur die Aushilfe
fuer ein paar Tage.....“ Doch die alte Schnepfe hoerte mir gar nicht zu und
meckerte weiter auf mich ein. Ich sah keinen Sinn darin, sie noch mit weiteren
klaerenden Worten zu beruhigen und machte kehrt. Als ich am Gartentuerchen
angekommen war, drehte ich mich noch mal kurz um und rief froehlich zu ihr
rueber: „Rufen sie doch bei der Geschaeftsstelle an und beschweren sie sich
dort. Einen schoenen Morgen noch.“ Ich fing innerlich laut zu lachen an und
wechselte meine Brillenglaeser. Die Sonnenbrille auf meiner Nase bekraeftigte
meine gute Laune noch ein kleines Stueckchen mehr und keiner konnte mir an
diesem Morgen was anhaben. Solche Extremfaelle sind aber die Seltenheit, doch
wenn ich mir vorstelle, das hinter jeder Tuer ein keifender Opa oder eine
wutschnaubende Oma mich abpassen taete, dann wuerde mir sicherlich nach einigen
Tueren der Kragen platzen und ich haette einige kraeftige Backpfeifen mit der
flachen Hand zu verteilen. Ich sehe schon im Geiste Dutzende von Gebissen den
Hausflur entlang segeln.
Der nahtlose Uebergang zur naechsten Episode ist da nicht leicht, aber hat doch
eines gemeinsam, sie ist extrem. Extrem daemlich! Wieder einmal ein Samstag. Ich
war im Begriff das naechste Mehrfamilienhaus anzusteuern. Vor dem Eingang stand
ein Punk mit einem grossen Pappkarton. Er hatte einen Schluesselbund aus der
Tasche gezogen und fummelte nun ungeschickt am Tuerschloss rum. Ich stellte mich
neben ihm und fing an die Zeitungen in die Briefkaesten einzuwerfen. Beilaeufig
fragte ich ihn: „Bekommst du auch eine?“ Er grinste mich total bedeppert an und
jetzt sah ich sein Gesicht. Ich hatte den Fehler gemacht so eine typische
Asselzecke anzuquatschen. „Ja, aber steck sie nicht ganz rein.“ Sein Haar war
speckig, er hatte eine zerrissene Bundeswehrhose an und seiner Aussprache zu
urteilen, hatte er maechtig einen im Kahn. Er grinste mich immer noch wie doof
an. „Wie ist denn der Name?“, wollte ich von ihm wissen. Doch er kicherte nur
vor sich hin und meinte in dem, „wir sind doch alle gute Kumpels-Ton“: „Brauchste
nur eine nicht ganz reinstecken.“ Logisch, der Typ wollte sich die Zeitung
klauen, wenn ich wieder weg war. Ich liess mich auf keinen weiteren Wortwechsel
mit ihm ein und steckte alle Zeitungen demonstrativ ganz rein. Er sagte nun
nichts mehr und ich hoffte dass sein bescheuert grinsender Ausdruck aus seinem
Gesicht verschwunden waere. Als alle Zeitungen versenkt waren ging ich zum
naechsten Haus. Was fuer eine aetzende schmierige Art, solche Typen doch an den
Tag legen und gar morgens bleibt man von solch einem Gesocks nicht verschont. Er
haette mich einfach ganz normal fragen koennen, ob ich noch eine uebrig haette,
dann haette er auch eine bekommen, denn normalerweise gibts immer vier
Gratis-Exemplare. Aber auf die Tour? Nein danke!
Und so komme ich wieder zum Anfang meiner kleinen Erzaehlungen. Hunde! Mit einem
hatte ich mir dann mal ein kleines Spielchen erlaubt. Ich hasse es ja, wenn
Hunde direkt Alarm schlagen und laut bellen. So auch an dieser Tuer. Der Hund
schlief oder wachte direkt hinter der Tuer. Beim ersten Mal zuckte mir
natuerlich ein Riesenschrecken durch saemtliche Gliedmassen und ich schmiss die
Zeitung hastig ein, um mich wieder schleunigst aus dem Staube zumachen. Doch
nach drei oder vier Tagen erlaubte ich mir dann diesen einen kleinen Spass mit
dem bellenden Ungetuem. Ich schob die Zeitung im Briefschlitz immer wieder rein
und raus und irgendwann spuerte ich einen kleinen Ruck, der doofe Hund hatte
angebissen und die Zeitung war in seinem Maul. Als der Druck etwas geringer
wurde, schob ich die Zeitung mit einem heftigen Ruck wieder raus, in dem Moment
packte der Koeter wieder zu und ich hoerte wie er mit seinem Kopf an die
Glastuer knallte. Jetzt zerrte er wieder wie wahnsinnig an der Zeitung. Das
Zeichen fuer mich sofort loszulassen. Der Hund wusste in dem Augenblick sicher
nicht wie ihm geschah und vermutlich flog er mit der mittlerweile
durchgesabberten und arg ramponierten Zeitung im Maul durch den halben Flur. Ich
hoerte ein kurzes Jaulen, dann war es ruhig. Und auch die naechsten Tage blieb
es sehr ruhig. Der Hund gab keinen Laut von sich. Er hatte wohl genug von
solchen Streichen.
Die letzte Bekanntschaft mit einem Hund machte ich vor wenigen Tagen. Das Haus
war gut versteckt im Wald und das fuhr ich dann mit dem Auto an. Ich wusste
schon dass hier ein Hund zu hause ist, oefters hoerte ich sein Klaeffen aus dem
Haus und da hier die Garagentuer immer weit offen stand, machte ich keine
Anstalt irgendeinen Bloedsinn auszuhecken. Was ist, wenn die Tuer zum Keller nur
angelehnt ist, oder der Koeter, es drauf hatte, die Klinke mit seinen Pfoten
runterzudruecken, er die Treppe runter stuermt und dann ploetzlich aus der
Garage auftaucht und mich anzufallen drohte? Schliesslich war ich ja auf seinem
Territorium eingedrungen und das gab ihm das unbedingte Recht mich ein wenig zu
Gehacktes zu verarbeiten. Und nach dem tiefen bedrohlich klingendem Gebell zu
urteilen, musste es auch ein echt gewaltiger Hund sein. Dieses Revier hatte ich
nun vier Wochen, das hiess 24mal mit einem sehr flauen Gefuehl auf das Haus zu
zusteuern und schnell wieder das Weite suchen. An diesem Morgen trat dann der
Hund, wie in meinen phantasievoll gestrickten Hirngespinsten vermutet, das erste
Mal in Erscheinung. Wie ueblich fuhr ich die Auffahrt hoch, ein merkwuerdiges
Gebraeu aus Schiss und Respekt gegenueber dem Koeter machte sich mal wieder
breit. Ich will gerade aus dem Auto aussteigen, da kommt ganz gemuetlich ein
Riesenteil von einem Hund auf mich zugetrottet. Ich hurtig wieder ins Auto,
Fenster hoch gekurbelt, da drueckte sich das Riesenmonster auch schon neugierig
die Nase am Fenster platt. Er dampfte im Nu die Scheibe mit seinem Atem zu. In
mir stieg die blanke Angst hoch, denn zu allem Ueberfluss klaeffte er nun. Er
schien meine Furcht zu riechen und mein einziger Gedanke war, nix wie weg hier.
Dann kriegen die Penner heute mal keine Zeitung, mir doch egal. Rueckwaertsgang
eingelegt und die Strasse runter. Spaeter dann bin ich noch mal hochgefahren,
hab die Lage ueberprueft und als ich den Koeter nirgendwo erblicken konnte, hab
ich vorsichtig mein Fenster runter gekurbelt und die Zeitung auf die Gartenmauer
gelegt. Schon am naechsten Tag traute ich mich schon wieder aus dem Auto und
solange ich das Revier hatte, kam mir der Koeter auch nicht mehr in die Quere.
Ich hoerte immer nur sein trockenes Gebell aus dem Haus. Am letzten Tag habe ich
dann aber die Zeitung vorsichtshalber wieder auf der Gartenmauer platziert, denn
gerade am Schluss wollte ich dem Teil bestimmt nicht nochmals begegnen.
Es gibt noch einige weitere obskure Storys die ich erlebt habe, wie z.b. der Typ
der morgens um 4.00 Uhr mutterseelenallein unter einer Laterne stand und eine
rauchte, oder die zwei Gestalten, die mir in einer engen Gasse entgegen kamen
oder ach...., vielleicht beim naechsten Mal. Nicht immer ist morgens die Welt
noch in Ordnung.
the pLAyLiSt of the week:
BLACK HALOS – “We Are Not Alone” CD
DICTATORS – “D.F.F.D.” CD
GENERATION X – “Running With The Boss Sound”, “Friday´s Angels”, “King Rocker”,
“Valley Of The Dolls”, “English Dream”, “Gimme Some Truth” + “Shakin´ Al Over”
(“Valley Of The Dolls”-CD/Re-Master)
GOOD RIDDANCE – “Out Of Mind”, “Shame” + “Tell Me Why” (“My Republic”-CD)
KEVIN K & THE HOLLYWOOD STARS – “Cool Ways” CD
LOVED ONES – “Build & Burn” CD
MANIC STREET PREACHERS – “We Are Bourgeois Now”, “Rock’n’Roll Music”, “Train In
Vain” + “What´s My Name” (“Lipstick Tracks”-DoCD)
OPTIONAL ENDING – “Neverending Deadends” CD
VALENTINES – “Main Deadhead”, “Queer Tricks”, “City Hive”, “At The End Of The
World” + “Silicone Smiles” (“Hot Numbers”-CD)
…..und auf dem Nachttisch liegen zur Zeit folgende Buecher:
BARRY CAIN – “´77 Sulphate Strip”
PAT GILBERT – “Passion Is A Fashion” (The Real Story Of The Clash)
Viva Punk Rock + 1977 Forever!
Ralf Real Shock (14:29 Uhr / Donnerstag, 14. Februar 2008)
Nachdem ich letzte Woche wegen eines
mittelschweren Magen/Darm-Virus krankgeschrieben war, hatte ich nicht die
geringste Lust, mich um das woechentliche Update zu kuemmern.
Nun bin ich allerdings wieder vollstaendig genesen, so dass die zahlreichen und
aeusserst geraeuschvollen Klositzungen endlich der Vergangenheit angehoeren.
Doch ein Gutes hatte diese Unannehmlichkeit trotzdem zur Folge, denn ich bin in
dem Buch von Pat Gilbert „Pashion Is A Fashion – The Real Story Of The Clash“
ein ganzes Stueck weitergekommen. Und ich muss zu meiner Zufriedenheit
feststellen, dass ich mich mit meinen Englischkenntnissen speziell in diesem
Buch sehr gut zurechtfinde. Ausschlaggebend ist sicherlich der exzellente
Schreibstil vom Autoren, der es versteht, die Geschichte der Clash spannend
aufzurollen. So kommen immer wieder voellig neue Aspekte ans Licht, die man als
Clash-Liebhaber natuerlich gierig aufsaugt. Tolles Buch, kann ich nur jedem
empfehlen!
Vor gut zwei Wochen gab dann mein CD-Player den Geist auf! Nun, eigentlich hatte
das Geraet seine Dienste getan, denn ich meine mich erinnern zu koennen, dass
ich mir das Teil vor knapp zehn Jahren zugelegt hatte. Ein ganz normaler
CD-Player von Sony, ohne Fernbedienung oder anderem trendy Schnickschnack halt,
der damals von 229,-DM auf 179,-DM runtergesetzt war.
So schaute ich direkt mal im Internet bei Amazon.de rein, um mir dort ein
aehnliches Geraet zuzulegen. Da Elektronikgeraete im Allgemeinen in den Jahren
im Preis deutlich gefallen sind, machte ich mir keinerlei Gedanken ueber
kostspielige Preisvorstellungen. Nach einer knappen Stunde, war ich allerdings
doch ein wenig bedient. Den billigsten CD-Player ohne jegliche
Sonderausstattung, den ich ausfindig machen konnte, war zwar ein Sony, lag aber
bei unverschaemten 111,-EUR. Nur um CDs abzuspielen, war mir dieser Kurs einfach
zu teuer. Dann fing ich an ein wenig darueber nachzudenken und kam zu dem
Schluss, dass es doch absolut bescheuert ist, sich „nur“ einen CD-Player zu
kaufen, wenn man bei jedem DVD-Player diese Funktion eh intus hat. Wieso werden
dann ueberhaupt noch CD-Player verkauft? Und das zu solch hohen Preisen? Einen
DVD-Player bekommt man doch heute schon im Angebot ab 30,-EUR, und dann legst du
noch 40,-EUR drauf, dann hast du direkt auch ein Markengeraet von LG zum
Beispiel.
Doch bevor ich dazu uebering, mir einen billigen DVD/CD-Player zu kaufen, wollte
ich noch die eine letzte Chance nutzen, um mir fuer schlappe 5,-EUR eine Lens
Cleaner-CD zu goennen. Mein CD-Player nahm die CD zunaechst ueberhaupt nicht an.
Erst nach dem vierten oder fuenften Versuch packte die CD, was ja schon mal ein
kleiner Erfolg war. Ich muss aber auch eingestehen, dass ich in all den Jahren
es schlicht und ergreifend versaeumt hatte, mir mal solch eine Lens Cleaner-CD
zuzulegen. Okay, danach direkt eine Musik-CD hinterher geschoben, aber schon
nach drei Songs fing die CD wieder an zu springen. Danach noch einmal die
Reinigungs-CD und die hab ich bestimmt zehn Mal durchlaufen lassen. Und seitdem
spielt der CD-Player wieder, bis auf zwei minimale Aussetzer. Aber gut zu
wissen, das, wenn mal der CD-Player wirklich hinueber ist, ich stets auf die
weitaus billigere Alternative eines DVD/CD-Player zurueckgreifen kann.
So, und dann war der Herr Real Shock diese Woche auf der Polizeiwache! Nein,
nicht was ihr jetzt vielleicht denkt. Meine Zeit als Kiddie-Punker mit Anzeigen
wegen Sachbeschaedigung und Koerperverletzung liegt schon seit gut 26 Jahren
zurueck. Ich musste hin wegen einer Zeugenaussage. Es ging um einen naechtlichen
Einbruch, und ob ich da irgendwie etwas bemerkt haette. Denn genau schraeg
gegenueber, wo der Einbruch veruebt wurde, liegt ein Mehrfamilienhaus, das von
mir morgens mit der Tageszeitung beliefert wird. Und ungefaehr zu dem Zeitpunkt,
wo ich dort austrage, fand wohl der Einbruch statt. Die haben da sogar einen
Tresor rausgeschleppt! Leider konnte der Herr Polizist mit meiner Aussage
herzlich wenig anfangen, da ich nichts zur Aufklaerung beitragen konnte. Denn
ansonsten wenn mir morgens was Verdaechtiges auffaellt, ist der erste Griff
immer zum Handy. Schon so einige Male hab ich die Polizei gerufen, sei es, wenn
ein besoffener Jugendlicher regungslos auf der Strasse bei Minusgraden rum
liegt, oder bei einem Wasserrohrbruch, den ich aussen an einem Haus gesehen
hatte, oder bei einer offenen Wohnungstuer. Das bringt dann ein klein wenig
Schwung in die ansonsten ja ziemlich langweilige und stupide Arbeit eines
Zeitungsboten.
Nachdem ich meine Zeugenaussage unterschrieben hatte, kam der sehr nett wirkende
Polizeibeamte ins Plaudern. Gut, das Karin mit war, denn die beiden kannten sich
noch aus jugendlichen Kneipenzeiten. Und so bekam man mal aus erster Hand einige
Erzaehlungen geliefert, ueber die Vorgehensweise der Polizei bei Mord und
Totschlag.
Vor zwei Wochen rief mich meine alte Berlin-Connection an und erzaehlte mir,
dass er durch puren Zufall einen Laden entdeckt hatte, wo im Schaufenster alte
Punkrock-Cover von der ersten GENERATION X zum Beispiel hingen. Als er den Laden
betrat, fand er sich in einer kleinen Galerie wieder. Ueberall hingen leere
original amerikanische LP-Huellen, hauptsaechlich aus dem Punkrock-Bereich an den
Waenden, darunter auch der doch ziemlich rare Sampler „Hell Comes To Your
House“. In der Mitte des Raumes stand eine Skulptur, die einen Samurai-Krieger
darstellte. Bei naeherem Betrachten fiel ihm zu seinem Entsetzen auf, aus
welchem Material diese Plastik eigentlich bestand. Und zwar aus den
Vinylscheiben!!! U.a. sah er, dass dabei auch die amerikanische LP-Pressung der
RAMONES “End Of The Century” im roten Vinyl eingearbeitet war. Hat schon einmal
jemals diese LP im roten Vinyl gesehen? Also, ich kannte diese Auflage bisher
nicht! Meine Berlin-Connection war voellig fassungslos! Es stellte sich dann
heraus, das derjenige, der das verbrochen hatte, ein Kuenstler aus New York ist,
frueher mal ein Punk war, und es heutzutage als seine Spezialitaet ansieht, aus Vinyl
irgendwelche absurden Figuren zu entwerfen. Nach dieser unglaublichen Erzaehlung
wollte ich mehr wissen und fand tatsaechlich im Internet einige Seiten ueber
den Vinyl-Schaender!
Einfach mal auf artnet.de/Galleries/Exhibitions.asp?gid=3279028&cid=130169 oder
arttattler.com/germanyberlin.html klicken, und sich selbst ein Bild ueber diesen
merkwuerdigen Vogel machen. Da wird sicher das ein oder andere Sammlerherz ganz
schoen bluten!
So, das Januar-Update und somit das erste Review-Update des Jahres 2008 ist mit
dem heutigen Tage am Netz. Einige Besprechungen, die ebenfalls vorgesehen waren,
werden im Februar-Update selbstverstaendlich nachgereicht.
the pLAyLiSt of the week:
AUTOMATICS – “Britannia” CD
BLACK TRAIN JACK – “Handouts”, “The Struggle” + “Lottery” (“You´re Not Alone”-CD)
BLONDIE – “Eat To The Beat” CD (Re-Master)
BOMBSHELL ROCKS – “On My Way”, “From Here And On”, “Out Of The Cold”, “My Own
War” + “Crossroads” (“From Here And On”-CD)
CHELSEA – “Alternative Hits” CD
D GENERATION – “No Lunch” CD
DONOTS – “I Quiet” + “Whatever Happened To The 8os?” (“Pocket Rock”-CD)
FORGOTTEN REBELS – “Gangland”, “Prisoners”, “Next Big Thrill” + “Views” (“Criminal
Zero”-CD)
GO-GO’S – “The Whole World Lost Its Head” (“Return To The Valley Of The
Go-Go’s”-CD)
HORRORCOMIC – “England ´77” CD
HUESKER DUE – “Eight Miles High” 7”-track
LEATHERFACE – “Pandoras Box” + “Springtime” (“Mush”-CD)
LORDS OF THE NEW CHURCH – “Is Nothing Sacred?” CD
LOWER EAST SIDE STITCHES – “Staja98l.e.s.” CD
LURKERS – “The Punk Singles Collection” CD
McRACKINS – “Teenage Valentino” + “Hangin´ On A Star” (“In On The Yolk!”-CD)
NERF HERDER – “Vivian”, “Courtney” + “Pantera Fans In Love” (“How To Meet
Girls”-CD)
PIXIES – “Gigantic” + “Monkey Gone To Heaven” (“Death To The Pixies”-CD)
PRESSURE – “You Talk We Talk” + “Pressure” (V.A.: “Anagram Records – The Punk
Singles Collection”-CD)
PROFESSIONALS – “I Didn´t See It Coming” CD
SCREECHING WEASEL – “Cool Kids” + “Stupid Girl” (“Bark Like A Dog”-CD)
SHOTGUN RATIONALE – “Drinking Of You”, “I Lost At Love”, “Johnny Thunders (I
Miss You)” + “Good Stuff” (“Beyond Rebellion”-CD)
SOCIAL DISTORTION – “Don´t Take Me For Granted” + “I Wasn´t Born To Follow”
(“Sex, Love And Rock’n’Roll”-CD)
SOCIAL DISTORTION – “Far Behind” (“Greatest Hits”-CD)
STRAWBERRY BLONDES – “Rise Up” CD
TEDDYBEARS (featuring Iggy Pop) – “Punk Rocker” (“Soft Machine”-CD)
THEATRE OF HATE – “Propaganda” (“The Complete Singles Collection”-CD)
US BOMBS – “War Birth” CD
VIBRATORS – “Pure Mania” CD
VICE SQUAD – “You´ll Never Know” (V.A.: “Anagram Records – The Punk Singles
Collection”-CD)
…..und auf dem Nachttisch liegen zur Zeit folgende Buecher:
BARRY CAIN – “´77 Sulphate Strip”
JOHNNY ROTTEN – “No Irish, No Blacks, No Dogs – Mein Leben mit den Sex Pistols”
(mal wieder)
PAT GILBERT – “Passion Is A Fashion” (The Real Story Of The Clash)
THE JAM – “Modern Icons”
Viva Punk Rock + 1977 Forever!
Ralf Real Shock (15:19 Uhr / Donnerstag, 07. Februar 2008)