THE
GENERATORS
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I-n-t-e-r-v-i-e-w + L-i-v-e <<<
Da sassen Doug Dagger (Gesang) und Dirty Ernie (Drums) gelangweilt im Hinterraum
von der Theke des Bochumer „Zwischenfall“ inmitten von leeren Stapeln Kaesten
Bier. Hach dachte ich, da komme ich ja gerade passend. Doug war dann eine
richtige Quasselstrippe, natuerlich im positiven Sinne, denn was kann einem im
Interview Schoeneres passieren, wenn dein Gegenueber auf eine Frage einen halben
Roman zu erzaehlen hat und nur durch kleine Zwischenbemerkungen zu stoppen ist.
Ernie hatte ich direkt in mein Herz geschlossen. Sass da, und grinste immer
wieder zu mir rueber. Ab und zu gab er auch einen Kommentar ab. Spaeter, nach
dem Interview kam er noch kurz an meinen Tisch und bedankte sich fuer das
Gespraech und wir stiessen mit unseren Bierflaschen an. Ein Typ mit dem man gut
um die Haeuser ziehen kann.
Ansonsten brauche ich wohl an dieser Stelle nicht mehr viel ueber die Generators
zuschreiben, da es im Heft noch so einiges ueber sie zu schmoekern gibt. (siehe
Live-Reviews und CD-Reviews)
Der Startschuss ist gefallen! Let´s Go Punk Rocker....

R: Aus welcher Gegend von Los Angeles kommt ihr?
D: Von Pasadena.
R: Ist das weit entfernt von Huntington Beach und Orange County?
D: Eine Stunde Autofahrt.
R: Habt ihr da auch Kontakte mit einigen Bands aus Orange County wie den U.S.
Bombs oder den Stitches?
D: Nein, nein. Wir spielen zwar mit ihnen, aber es ist eine andere Szene dort.
Ich mag sie nicht.
R: Warum?
D: Mit Schleprock haben wir dort vor einigen Jahren gespielt, das Publikum
bechmiss uns mit Flaschen, das FBI erschien tags drauf.....
R: Kannst du dich noch an den Club dort erinnern?
E: „Viva Las Vegas“...
D: Wir spielten dort mit Fear.
R: Die sind eh ziemlich dafuer bekannt, dass sie mal gerne ein paar austeilen.
Ich hab vor kurzem ein Foto im neuen Flipside gesehen, von Lee Ving, er hatte
total lange Haare, sieht jetzt so wie Lemmy von Motorhead aus. Kann man davon
ausgehen, dass die Szene in Pasadena in der Hinsicht ruhiger ist?
D: Ja. Das kommt daher, dass es dort nicht so viele Bands gibt. Clubs gibt es
auch kaum, um aufzutreten und eine Band die populaerer werden moechte hat einen
sehr schweren Stand, da sie keine Fans bekommen, weil so wenig
Auftrittsmoeglichkeiten vorhanden sind. Damit hatten auch Schleprock zu kaempfen,
wir hatten die Clubs schnell abgegrast. Und wir hatten nie eine eigene Szene.
Aber, damals als wir noch Kids waren gab es eine grosse Punk Rock Szene, Anfang
der 80er. Jetzt in den 90er, da passiert nicht viel. Ich weiss auch nicht, warum
das so ist.
E: Das ist auch vielleicht daher so, das die Leute aus den 80er nun aelter
geworden sind, Familien gruendeten, geheiratet haben und keine Zeit mehr haben
um raus zu gehen. Da verliert man automatisch den Kontakt.

R: Die letzte Schleprock-Platte „(America´s) Dirty Little Secret“ ist ja auf dem
Major Warner Bros. erschienen. Vielleicht habt ihr ja schon oefters diese Frage
gestellt bekommen. Aber mich interessiert es halt auch. Was hat sich da
ueberhaupt ereignet?
D: Die ganze Geschichte begann damit, das ein Typ, der bei der Warner Bros.
arbeitete, regelmaessig auf unseren Shows auftauchte. Wir wurden gute Freunde,
sein Name ist Jeffrey. Wir sind damals nach Australien gefahren, um auf Tour
zugehen und wir hatten bei Dr. Strange vorher all unsere Platten rausgebracht
und wir kamen an dem Punkt, das wir mit all dem nicht mehr so zufrieden waren,
wie noch zu Anfang. Wir hatten keine Lust mehr fuer Skater-Kids zuspielen. Wir
wollten „old style“ Musik spielen, weil wir alle damit aufgewachsen waren. Wir
kamen mit dem ganzen Style von Schleprock nicht mehr ueberein. Es stimmte vorne
und hinten nicht und es bedeutete uns auch ploetzlich ueberhaupt nichts mehr.
Als wir wieder von der Tour nach Hause kamen haben wir angefangen neue Songs
zuspielen, komplett anderer Stil. Und Jeffrey folgte uns natuerlich auch
weiterhin, und er war halt auch in dieser alten Musik, wie Partisans und Cockney
Rejects zu finden. Weisst du, das war ein PR-Typ von der Warner Bros. und er
hoerte waehrend seiner Arbeit Musik von den 4-Skins. Das konnte ich irgendwie
zunaechst nicht fassen. Eines Tages besuchte er mich auf meiner Arbeitsstelle.
Ich hatte damals fuer so ein bloedsinniges College Label gearbeitet, das all
diese widerlichen Bands unter Vertrag hatte. Und Jeffrey meinte, habt ihr schon
Tapes aufgenommen? Und ich sagte, ja haben wir und ich gab ihm eins mit. Auf dem
Tape war der Song „Suburbia“. Einige Tage spaeter war ich auf dem Weg zu einem
Independent Label, das gegenueber von der Warner Bros. lag und er rief mich dann
dort an. Er fragte mich, ob ich zum Mittagessen rueberkommen koennte, wir
muessten was besprechen. Und ich fragte ihn, was gibt es denn? Und er meinte,
wir wollen eine Platte mit euch machen. Nachdem das Gespraech gelaufen war, habe
ich direkt die gesamte Band angerufen und wir haben uns dann getroffen. Und ich
habe ihnen von dem Vorschlag erzaehlt. Und wir kamen sehr schnell zu dem
Schluss, Fuck it, wir machen das jetzt. Wir haben nie viel Geld gehabt, haben
unsere Jobs aufgegeben, wenn wir auf Tour gegangen sind, immer das alte Spiel,
Job wieder hinschmeissen, wenn es auf Tour ging. Mit dreissig Jahren immer noch
bei den Eltern wohnen. Und diese ganze alte Leier. Wir haben uns dafuer
entschieden es zu probieren. Es war eine einmalige Chance. Wir haben den Vertrag
fuer fuenf Platten unterzeichnet. Es folgte eine grosse US-Tour ueber zwei
Monate mit den Specials, die uns auch nach Kanada fuehrte. Auf dieser Tour
brachen dann die Spannungen innerhalb der Band offen auf. Wir hatten acht Jahre
vorher staendig getourt und irgendwann kommt man mal zu einem Punkt, wo es nicht
mehr geht. Da ereilte uns die Nachricht vom Tod des Vaters vom Gitarristen,
worauf wir die Tour sofort unterbrachen. Die Band loeste sich auf, weil der
Gitarrist staendig am Trinken war, der eine wollte nach Frisko ziehen und
heiraten und der andere aus der Band hing an der Nadel. Nur Ernie und ich
blieben noch ueber. Wir sind wie Brueder und sehr gut befreundet ueber all die
Jahre gewesen. Wir hatten die Schnauze voll vom Musik machen und so beschlossen
wir, uns dem Privatleben zu widmen. Einen Job anzunehmen, zur Schule gehen,
diese Sache halt. Als die Platte dann raus war, gab es uns als Band noch
ungefaehr drei oder vier Monate und die meisten Leute in Interviews wuenschen,
die mich danach fragen, das ich sage, das das Major uns satt hatte und uns
rausgeschmissen haette. Ist ja auch normalerweise so, bei den ganzen anderen
Punkbands, die auf Majors sind. Bei uns war es halt umgekehrt. Die Band loeste
sich auf, als es noch gar nicht richtig angefangen hatte. Es waren zu viele
Drinks, staendig aus dem Koffer leben zu muessen und zu viele Partys. Das war
das Ende und hat die Band letztendlich zerstoert.
E: Wenn der Record-Deal vielleicht ein Jahr frueher gekommen waere, haette alles
gut verlaufen koennen. Wir hatten echt tolles Equipment (geraet dabei ins
Schwaermen).
D: Wir hatten wirklich eine gute Zeit. Als wir bei Warner unterschrieben hatten,
haben uns auch viele gefragt, warum habt ihr das nur gemacht und ich sagte ihnen
immer, das es mir egal ist, ob ihr das nun gutheisst oder nicht. Ich bin zu den
Shows gegangen, ´81, ich hab all die Bands gesehen und ich war ein Teil dieser
Bewegung damals. Mir braucht also keiner was ueber Punk Rock zu erzaehlen, ich
bin durch alle Extreme als Kid gegangen, bin zu Hause rausgeschmissen worden und
habe auf der Strasse gelebt. Es war fuer mich die Chance vielleicht ein besseres
Leben zufuehren.
R: Und wie ging es danach dann weiter?
D: Wir haben eine Pause eingelegt. Wir sind zur Schule gegangen, Ernie und ich.
E: Ich hab dann die Band von Doo gesehen, das waren alles Kids, dann kam Mike
Snow hin zu und wir haben uns einmal im Monat getroffen und gespielt.
D: Ja und dann kam Ernie bei mir zu Hause mit diesem Kid vorbei und meinte, wir
haben ein paar gute Songs geschrieben und ich wollte zuerst nicht, aber sie
meinten, lass uns wieder spielen. Meine Meinung war darueber, dass ich daraus
kein neues grosses Ding mehr machen wollte. Wir wollten unser Garagending
durchziehen, was trinken und spielen, mehr nicht. Dann hat Triple X angerufen
und sie wollten uns zusammen mit Exploited und G.B.H. auf Tour schicken und ich
sagte zu ihnen, das Schleprock nicht mehr existieren. Ich erzaehlte ihnen von
unserer neuen Band und sie meinten, ob wir ein Tape haetten. Am anderen Tag
riefen sie dann an, als sie das Tape gehoert hatten und sagten sie moechten
gerne eine Platte mit uns machen. Das passierte dann nachdem es Schleprock schon
ueber ein halbes Jahr nicht mehr gab.
E: Das war schon hart. Von ganz oben wieder ganz nach unten zugehen. Aber wir
haben nach einer kurzen Pause halt weiter gemacht und haben nun auf Sparflamme
die Sache weiter am Laufen gehalten. Wir haben nie komplett aufgehoert.
R: Wie ist diese Tour hier in Deutschland zustande gekommen?
D: Ich wollte diesen Sommer von Los Angeles weg, um ein wenig zu reisen. Und das
Letzte was ich machen wollte, war auf eine US-Tour zugehen. Wir hatten nicht das
Geld um das zumachen, wir hatten keinen Van und ich wollte nicht schon wieder in
den alten Schleprock-Trott verfallen. Motels sind auf Dauer verdammt teuer, denn
die meistens Clubs behandeln dich nicht gut und hier in Deutschland gibt es
immer die Moeglichkeit das es was zu essen gibt und dir jemand einen Platz zum
schlafen zur Verfuegung stellt. Und drueben ist es so, du bekommst nix zu essen,
keinen Schlafplatz. Wenn du gespielt hast, ist es das kluegste direkt deine
sieben Sachen zu packen. Dann hab ich den Vorschlag gemacht, das ich einen
Freund in Europa habe, der Tourneen bucht und so habe ich ihn angerufen und hab
ihm gesagt, das ich eine CD habe und wenn er sie gut faende, ob er uns eine Tour
klar machen koennte. Und er meinte, als er die CD gehoert hatte, kommt rueber,
ich mache das klar fuer euch. Wir versuchen jetzt auch fuer Triple X einen
Lizenzdeal auszuchecken, vielleicht mit Wolverine. Die waren sehr interessiert,
vielleicht klappt es ja noch.
R: Schreibst du alle Texte Doug?
D: Ja. Auf der letzten Schleprock waren z.b. so einige Songs noch sehr
politisch, auf der neuen CD ist das nur „K.G.B.“. Ich schreibe nun mehr ueber
das Streetlife, ueber den normalen Tagesablauf.
R: In Duesseldorf habt ihr auch einen neuen Song gespielt, der bei mir sofort
haengen geblieben ist „99“, oder so aehnlich?
D: Ja, den werden wir fuer unsere naechste Platte aufnehmen. Wir haben schon ein
neues sehr gutes Set fuer eine zweite Platte fertig. So wie es aussieht werden
wir im November ins Studio gehen und sie aufnehmen. Das wird dann aber so mehr
wie die Jam, Punk Rock 1977 und auch ein wenig nach Motown klingen.

R: In den Staaten habt ihr also mit den Generators auch schon einige Konzerte
gespielt?
D: Ja, wir haben mit BowWowWow im „Viper Room“ gespielt. Kennst du den Laden? Wo
River Phoenex gestorben ist.
E: (beginnt einen BowWowWow-Song zu summen und lacht sich anschliessend kaputt)
Das war ein Spass!
R: (beginnt zu sabbern) Da haben doch auch die Ryders aus Japan gespielt, als
Agent Orange die ruebergeholt haben, das war so vor sechs Jahren. Hast du sie
gesehen dort?
D: Nein, aber Agent Orange sind gute Freunde von uns, der Bassist lebt in
Pasadena. Fast waere er mit uns auf Tour mitgekommen, weil unser richtiger
Bassist nicht auf der Tour dabei sein konnte, weil seine Frau eine Fehlgeburt
hatte und so war es besser, das er zu Hause blieb. Und so hat sich der Bassist
von Agent Orange angeboten, aber wir haben uns dann dafuer entschlossen, dass
unser Keyboarder, der auf der Platte mitwirkt, auf Tour kommt, um den Basspart
zu uebernehmen.
R: Um nochmal auf die Frage zurueck zukommen....
D: Ja klar. Wir haben auch in Texas auf so einem grossen Festival mitgespielt,
doch wir spielen auch in Los Angeles, wir sind eine neue Band und wenn wir
spielen kommen immer sehr viele Leute. Wir spielen auch nicht sehr haeufig in
der Stadt, vielleicht einmal im Monat. Ich moechte auch nicht so haeufig
spielen, dadurch verliert das Publikum das Interesse an der Band. Und so sagen
sich die Leute, wenn wir mal wieder spielen, ah, die Generators spielen wieder
in der Stadt und koennen sich richtig darauf freuen. Und die Reaktionen sind
bisher gut, wirklich richtig gut.
R: Habt ihr auch schon jetzt an der Ostkueste gespielt?
D: Nein, wenn Triple X uns mal einen Van spendieren, vielleicht. Aber wir haben
auch kaum Zeit fuer eine grosse US-Tour, wegen der Schule.
R: Ihr besucht jetzt beide noch die Schule?
D: Ernie ja, ich nicht mehr. Ich bin ein Jahr zur Schule gegangen und arbeite
jetzt in luftiger Hoehe, ich repariere die Schaeden, die entstehen, wenn L.A.
von Erdbeben heimgesucht wird. Ich hab zur Zeit Urlaub.
R: Wie hat sich die lokale Punk-Szene in den letzten Jahren veraendert?
D: Da hat sich viel veraendert. Meine Guete. Es gibt so viele Bands in den
Staaten, aber ich weiss gar nicht, wo die alle nur stecken. Es ist so
unuebersichtlich geworden. Als die Bands von Epitaph oder Fat Wreck in L.A.
gespielt haben waren das grosse Shows, nun spielen sie etwas kleinere Shows.
Oder die U.S. Bombs, sie sind populaer, aber das haelt sich doch alles in
Grenzen. Ich hab mit Dr. Strange darueber gesprochen, der ja auch einen
Plattenladen besitzt und er meinte, die Kids kaufen alles, egal ob Garage oder
Emocore, immer von jedem etwas.
E: Mein Neffe spielt jetzt auch in einer Band Drums, und er nimmt gerade ein
paar Songs auf, die machen so was wie Emocore mit Ska.
D: Ich weiss nicht was die Zukunft bringen wird. Da gibt es einen neuen Club in
L.A. der heisst „Bollocks“ (richtig geschrieben?, keine Ahnung) Der ist doch
ganz okay, weil es ein Club nur fuer Kids ist, aber in einer sehr unsicheren
Gegend, ein leerstehendes Gebaeude in einem Ghetto. Wir haben da auch gespielt
und auch sehr gerne. Es ist dort eher noch das rauhe Feeling vom Punk Rock zu
spueren.
E: (lacht) Ja, die feinen College Kids duerfen da nicht hingehen, weil wenn sie
das ihren Eltern erzaehlen, dann bekommen sie erstmal eine Standpauke gehalten
(Ernies Stimme veraendert sich und er mimt eine besorgte Mami die los quiekt)
....Alles lacht.....
D: Die ganzen reichen Kids aus den Vororten, diese Posers werden da auch nicht
so geduldet.
R: Lass mich nochmal kurz auf die Besetzung zurueckgekommen. Wie alt ist der
junge Elvis in der Band?
D: 20. Und er hat „Voices In The Night“ geschrieben.
R: Wirklich?
D: Ja. Als ich ihn kennenlernte, konnte er jeden Schleprock-Song spielen.
R: Wie ist sein Name?
D: Eric.
D: Wir nennen ihn aber nur „The Doo“ wegen seinem Haarschnitt. Wir hatten diese
letzte Show mit Schleprock auf dem College, aber wir hatten keinen Gitarristen
mehr, weil dem sein Vater ja gestorben war, aber wir mussten die Show spielen,
wir hatten noch einen Vertrag zu erfuellen. Es waren 400 Kids da, die uns sehen
wollten. Und da lernten wir ihn zum ersten Mal kennen. Er kam an und meinte er
koennte die ganzen Sachen spielen. Er war gerade mal 18 Jahre alt. Er ist mit
Schleprock aufgewachsen.
R: Und Mike Snow?
D: Wir sind beide in Pasadena aufgewachsen, sind zusammen zur Schule gegangen,
er hatte diesen Scotter, er war ein Mod. Er war auch Punk Rocker, wurde aber
dann spaeter ein echter Mod, und das war das letztemal seit der Highschool, das
ich ihn getroffen hatte. Er ging zur Army, kam nach Deutschland und ich habe
einige Jahre nichts mehr von ihm gehoert. Und er war dann auch auf unserer
letzten Tour mit Schleprock eingesprungen in North California, er spielte in
vielen verschiedenen Bands, wie The Choice, wo er auch immer noch mit spielt.
The Choice ist eine Streetpunk-Band.

R: Wer kam mit dem Bandnamen an?
D: Wir hatten verschiedene Bandnamen zur Auswahl. Unser Bassist Rich und ich
kamen darauf. Ernie war zuerst nicht damit einverstanden, er dachte das hoerte
sich mehr nach einer New Wave Band an.
R: Ich finde, hoert sich voellig nach Punk Rock an.
D: Finde ich auch, ich meine wegen Generation X oder so. Das hoert sich sehr
nach 77 an, ich fand es war okay. Dann war da noch der Name Rooks im Gespraech,
aber es gibt doch so viele Bands die sich so einen Namen zulegen koennten. Beim
Namen Schleprock, ich weiss jetzt nicht was du darunter verstehst, aber als wir
hier auf Tour gingen, dachten viele das heisst langsamer Rock. Es stammte aber
von einen Zeichentrickfigur aus der Familie Feuerstein.
R: Kaufst du dir noch ab und zu Platten Doug?
D: Sehr selten. Ich hab nicht soviel Geld. Ich glaube, die letzte Scheibe war
eine „Best Of...“ von Blondie.
R: Du hast vorhin erzaehlt, dass ihr damals mit den Specials auf Tour wart. Die
sind ja zur Zeit auch wieder unterwegs?
D: Waehrend wir mit ihnen auf Tour waren wurden wir immer sehr gut behandelt,
wir hatten zu keiner Zeit das Gefuehl gehabt, nur Vorband zu sein. Wenn der
Promoter zu uns gesagt hat, es gibt nur 12 Flaschen Bier fuer uns am heutigen
Abend, sind wir regelmaessig von den Specials eingeladen worden in ihren
Backstageraum zukommen und dort konnten wir was essen und es wurden uns
Getraenke hingestellt. Letzte Woche habe ich sie noch, kurz vor meinem Abflug
nach Deutschland, in Los Angeles gesehen. Sie haben dort gespielt und ich habe
ein wenig mit ihnen rumgehangen. Deren Majorfirma hat sie mittlerweile fallen
gelassen. Jetzt spielen sie auf der „Warped Tour“, sie waren alle sehr muede und
wollten am liebsten nach Hause.
R: Moechtest du noch was zum Ende des Gespraeches sagen?
D: Vielen Dank. Cheers.
E: Es hat mir grossen Spass gemacht. Danke.
21. August 1998
THE GENERATORS
„AK 47“ / Duesseldorf
Kaum jemand hatte einen Check, dass die
Ex-Schleprocker aus Los Angeles fuer drei Wochen auf Tour kamen. Ich habe
zumindest in keinem Heft die kompletten Tourtermine sehen koennen, nur
vereinzelte Dates, die aber von den Monatsprogrammen einiger Clubs stammten,
waren abgedruckt. Ratlose Gesichter also auf der Kiefernstrasse. Die am meisten
gestellte Frage an diesem Abend „Kennst du die?“ Trotzdem wurde es gut voll,
doch vorne ging nicht viel. Ich wanderte bei den ersten Songs laessig von einer
Seite zur anderen und machte Fotos. Es wurden Songs von ihrer fabelhaften ersten
CD „Welcome To The End“ gespielt, einige Nummern aus dem Major-Album von
Schleprock und auch ein paar voellig neue Songs, die auch wunderbar passten.
Nach dem offiziellen Showblock kam Fritte aus dem AK und meinte es geht weiter.
Viele Besucher waren da schon laengst heimwaerts gezogen. Die Band liess sich
durch ein paar Flaschen Bier bestechen und kam erneut auf die Buehne. Kaum
jemand der noch im Raum war, aber die Generators sowie der eine (Mario) oder
auch der andere (Mario again) hatte seinen Spass und schrie voellig losgeloest
und trunken vor Glueck und Biergenuss Songtitel nach oben an die Buehne, „Time
For Action“, „Teenage Kicks“. Saenger Doug meinte „I´m An Upstart“ spielte dann
aber den Chron Gen. Klassiker „Outlaw“. „Runnin´ Riot“ dann von Cock Sparrer und
sogar mir gefiel diese Darbietung, zu Mal ein Skinhead voellig gut dazu tanzen
konnte. Dann gab es noch Schleprock´s „It´s Alright“ und der heimliche Hit auf
der ersten CD „Yankee Boy“. Mitunter wurden haeufig die Instrumente getauscht,
neue frische Bierkannen hoch gereicht und ich stand in meiner Ecke an der Mauer
gelehnt und schaute mir das bunte Treiben mit zwei lachenden Augen an.
RALF REAL SHOCK (Interview, Review +
Live-Fotos)
(aus 3RD GENERATION NATION No. 13, Herbst 1998)